Wo erhalte ich Hilfe bei Burnout?

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Antwort von Klaus Steuding
Geschäftsführer 10minutes AG, Mettmann

Einer der schwierigsten Abschnitte auf dem Weg zum Burnout ist die Phase der Verleugnung.

Das kritisierte Verhalten als Ursache für die Vielzahl der daraus entstandenen Probleme wird rigoros abgestritten. Der Betroffene sieht nur noch seine Sichtweise, zieht sich immer mehr zurück und lehnt jegliche Hilfe ab. Solange Sie sich noch die Zeit nehmen, sich mit diesem Thema zu befassen, ist es relativ gut möglich, den Kurs zu korrigieren.

Schon kleine Veränderungen in Ihrem Denken können hier große Auswirkungen haben. Von Informationsveranstaltungen, Selbsthilfegruppen bis zu professionellen Coaches finden Sie hier im Internet eine unüberschaubare Fülle an weiterführenden Informationen.

Haben Sie den kritischen Punkt bereits schon lange überschritten und leiden unter innerer Leere, Depressionen oder gar Suizidgedanken, sollten Sie sofort den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, denn aus dem Endstadium des Burnout-Prozesses kommt man meist erst mit psychotherapeutischer Hilfe heraus. Deren Verfahren werden von den meisten Krankenkassen anerkannt. Mehrwöchige Therapien gibt es sowohl ambulant als auch stationär in speziellen Einrichtungen. Leider müssen Sie hier oft mit vielen Wochen Wartezeiten rechnen.

Solange Ihr Arzt Ihnen Gesundheit attestiert weil er keinen organischen Befund feststellen kann, können Sie sich auch Unterstützung durch einen professionellen Coach holen um beispielsweise die Denk- und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern, die zu Ihrem Zustand geführt hatten. Besondere Vorsicht ist vor stimmungsaufhellender Pharmaka geboten. Sie verändern den chemischen Cocktail Ihrer Botenstoffe im Gehirn und helfen Ihnen vielleicht in akuten Situationen weiter. Sie verändern jedoch nichts an den Ursachen und können zu Abhängigkeit und Veränderungen Ihrer Persönlichkeit führen. Also wenn überhaupt, dann nur unter ärztlicher Aufsicht.

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Antwort von Detlef Gumze
Geschäftsführer Gumze Leadership UG, Tutzing
Zunächst würde ich mich immer an Burnout-Berater mit entsprechender Qualifikation wenden. Sie sind in der Lage, eine Erstversorgung durchzuführen und die richtigen Schritte einzuleiten. Das wird in der Regel die Einbeziehung des Arztes sein, um die Diagnose anhand geeigneter medizinischer Tests zu machen. Da ein Burnout typischerweise die totale Erschöpfung auf körperlicher, mentaler und psychischer Ebene umfasst, sind hier viele Interventionen denkbar, bevor ein Klinikaufenthalt nötig wird. Entsprechende Adressen findet man auf den Hilfe Portalen im Internet – oder eben hier bei 10 Minutes. Falls es sich wirklich um einen fortgeschrittenen Burnout handelt – beim Arzt! Dabei muss man wirklich unterscheiden zwischen stressbedingten Überforderungs- und Erschöpfungssituationen (dann qualifizierte Coaches, Burnout Berater …) und „echtem“ Burnout. Letzterer ist medizinisch gesehen keine Krankheit – die Diagnose Burnout kann immer nur in Verbindung mit z.B. einer Depression diagnostiziert werden und das kann nur ein Arzt.
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Antwort von Dr. Dagmar Ruhwandl
Ärztin, Lehrbeauftragte der TU München Erfolgreich ohne auszubrennen, München

Bei Verdacht auf Burnout sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten lassen, ggf. auch bei einem Facharzt für Psychiatrir und Psychotherapie. Ihre Ärzte werden Ihnen nach einer sorgfältigen Diagnostik, in der auch körperliche Ursachen für ein Burnout ausgeschlossen werden müssen, Wege aufzeigen und sie in Ihrer Gesundwerdung begleiten.

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