Welche Auswirkungen hat eine psychische Erkrankung am Arbeitsplatz?

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Antworten:

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Antwort von Thomas Drach
Geschäftsführer Thomas Drach, Bermatingen

Mehrkosten des Unternehmens durch höhere und unkalkulierbare Fehlzeiten.

Das Leistungsvermögen der Mitarbeiter nimmt ab. Die pychische Belastbarkeit nimmt ab.

Es fehlt den Mitarbeitern an geistiger Freiheit, Ideenreichtum und Lösungsfindungsdenken.

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Antwort von Dr. Mathias Dietrich
, Oldenburg

Das hängt sehr stark von der Art der Erkrankung ab. "Psychische Erkrankung" ist ungefähr so genau wie "Knochenbruch".

Wenn man nicht weiß, ob ein Finger gebrochen ist, ein Schlüsselbein, ein Oberschenkel, eine Rippe oder das Nasenbein, dann kann man auch nichts zu den Auswirkungen am Arbeitsplatz sagen.

Wenn man nicht weiß, ob es sich um eine Psychose handelt, eine Angstneurose, eine Depression oder eine Phobie, kann man das ebenfalls nicht.

Eine Eingrenzung auf eine bestimmte Art der "psychischen Erkrankung" in der Frage wäre also hilfreich.

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Antwort von Hans-Jürgen Honsa
, Salzgitter

Je nach Art der psychischen Belastung am Arbeitsplatz (z.B. Überlastung, Stress, Mobbing) sind Anfangs meist Unwohlsein, Nervosität, Kopfschmerzen, Tinnitus, Magenprobleme, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Bluthochdruck die Folge.Bei Mobbing treten z.B. nach mehrmonatigem anhaltendem Stress eine Störung des seelischen Gleichgewichts sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (etwa ab 12 Mon.) auf, die danach in eine generalisierte Angststörung münden kann. Nach mehr als 24 Mon. Mobbing erfolgt eine Chronifizierung der psychosomatischen Beschwerden bis hin zu schweren depressiven, obsessiven, querulatorischen oder paranoiden Syndromen, wobei in diser Phase auch eine starke Suizidgefahr besteht (> 2000 mobbingbedingte Suizide/p.a.).

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Antwort von Brigitte Hilscher
10minutes AG, Brannenburg

Ich höre von meinen Klienten immer wieder 

„hätte ich nur etwas Körperliches würde mir man das wenigstens ansehen“ 

was ich damit sagen will ... 

Psychische Erkrankungen werden leider oftmals immer noch nicht ernstgenommen. Selbst im Zustand schwerster Depression (die man bei genauerem Hinsehen sehr wohl erkennt ) wird der erkrankte Mensch als Simulant beschimpft. Psychische Krankheiten am Arbeitsplatz sind für den Patienten, aber auch für die Kollegen eine große Herausforderung. Die Menschen im nächsten Umfeld sollten aber  auf alle Fälle darüber informiert sein, um mögliche Auffälligkeiten einer seelischen Erkrankung richtig zu deuten und dem eh schon so gequältem Individuum mit menschlichen Mitgefühl zu begegnen. Was sich wirklich dabei im Innersten eines Menschen abspielt wissen vermutlich nur die, die selbst betroffen waren, aber trotzdem können wir mit Empathie und Liebe viel dazu beitragen dass Heilung unterstützt wird. Ich wünsche jedem der sich gerade  in einer Krise befindet den Glauben und das Vertrauen dass jede Krankheit auch einen tieferen Sinn in sich birgt und Tore öffnet für den nächsten Entwicklungsschritt.....

 

 

 



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