Wieviel Mikromanagement ist sinnvoll?

4 Expertenantworten: Foto von Armin Rütten Foto von Ulrich Kämper Foto von Dr. Holger Schmitz Foto von Dr. Reinhold Kohler

Antworten:

Foto von Armin Rütten
Antwort von Armin Rütten
Partner Wiehl

Wer Mikromanagement braucht, hat entweder kein glückliches Händchen bei der Mitarbeiterwahl und/oder deren Aufgaben-/Stellenbeschreibungen, bei der Mitarbeitermotivation oder Delegationsprobleme, die in ihm selbst wurzeln. Ansonsten ist ein Unternehmer mit Zeit dafür schwer vorstellbar, wenn es keine Egofrage für ihn ist und er das Geschäft nur betreibt, um Chef sein zu können.

 

Armin Rütten

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Ulrich Kämper
Antwort von Ulrich Kämper
Geschäftsführender Gesellschafter Gau-Algesheim

Kommt auf die Firmengröße an.

Im Großunternehmen sollte Mikromanagement  in oberen Führungsebenen tabu sein. Es demonstriert nur mangelndes Vertrauen in die Mitarbeiter oder die Unfähigkeit zu delegieren.

In KMU sollte zumindest die Fähigkeit dazu vorhanden sein, damit bei dünner Personaldecke die Führungskraft einspringen kann. Anderereits, jeder Chef hat schon erlebt, dass eine Reisebuchung schlecht ausgeführt wurde oder gravierende Fehler in der Buchhaltung passiert sind. Der Grat zwischen Mikromanagement und Aufsichtspflicht ist schmal und muß ständig überprüft werden. 

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Dr. Holger Schmitz
Antwort von Dr. Holger Schmitz
Geschäftsführender Gesellschafter business elf - Managementberatung GmbH Georgsmarienhütte

Kommt sicherlich auf den jeweiligen Kontext an. In sehr kleinen Unternehmen mag das hier und da erforderlich sein, da niemand anderes da ist ..., ansonsten kein Mikromanagement! Wer als Führungskraft Mikromanagement betreibt, hat seine eigentliche Aufgabe meistens grundlegend falsch verstanden ... und endet wie Mr. Busy oft im Hamsterrad und unkoordinierten ad hoc Management: https://business-elf.de/hamsterrad-ad-hoc-management-mr-busy

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Dr. Reinhold Kohler
Antwort von Dr. Reinhold Kohler
Freiberuflicher Experte für Leadership, Teaming und Controlling Dr. Reinhold Kohler Ingolstadt, Donau

Meines Erachtens kommte es auf zwei Bereiche an, um die Frage beantworten zu können:

A) Manager (m/w):

Ist die Führungskraft (m/w) in der Lage die Aufgabe oder Problemstellung so präzise und unmissverständlich zu formulieren, dass es (bis auf aufkommende Änderungen im Sachverhalt) keine Fragen mehr gibt.

Dazu muss sich der Manager

1. in den/die Mitarbeiter reinversetzen können und

2. seiner individuellen Realität im Klaren sein; denn seine Realität muss nicht der, seiner/ihrer Mitarbeiter entsprechen.

Tipp: Zwei-Wege-Kommunikation mit Blick auf die Rückkopplung; Rückfragen, ob der Mitarbeiter (m/w) die Aufgabe oder das Problem richtig wahrgenommen und verstanden hat - und zwar im Sinne der Führungskraft.

B) Mitarbeiter (m/w):

Jeder Mensch ist individuell unterschiedlich "programmiert". Bspw. Kulturelle Prägung, "Ratio-oder-Emotio-Mensch", Intellekt.

Somit variiert auch die Herangehensweise bei der Bearbeitung von Aufgaben oder der Lösung von Problemen. Manche Menschen benötigen mehr Feedback in kürzeren Intervallen, für andere stellt dieses Mikromanagement eher eine Belastung dar - Hemmung bei der kreativen Bewältigung der Aufgabe oder des Problems.

 

Vor diesem Hintergrund kommt es nun darauf an, wie viel Mikromanagement sinnvoll ist. Die Art  und Weise der Mitarbeiter muss verstanden werden, um letztendlich zu entscheiden, wie viel Mikromanagement individuell nötig ist.

Somit rate ich von einem grundsätzlichen Mikromanagement ab.

 

 

 

 

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

3 passende Publikationen von Dr. Reinhold Kohler

Cover zu Von der Motivationstheorie zur Motivationspraxis
Cover zu Führung in Unternehmen
Cover zu Erfolgreiches Controlling in der Welt der Digitalisierung


Weitere Fragen zum Thema Führung