New Work: Wo liegen Chancen und Risiken?

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Foto von Simone Dappert
Antwort von Simone Dappert .
Eigentümer konsultwerk München

Definieren wir New Work als Überbegriff aller modernen und flexiblen Formen der Organsation von Arbeit. Im Fokus der Betrachtung liegen dabei meist Büroarbeitsplätze.
 
Besondere Chancen für Arbeitnehmer liegen in der Flexibilität jedes Einzelnen bei der Wahl und Gestaltung von Arbeitszeit und -ort, wodurch diese an die jeweilige Aufgabe oder die Bedürfnisse der individuellen Lebensphasen angepasst werden können.

Unternehmen erhalten durch New Work zusätzliche Möglichkeiten, sich einem regional erweiterten Arbeitsmarkt als attraktive Arbeitgeber darzustellen, Mitarbeiter global und gleichzeitig kundennah zu beschäftigen und Auslastungsschwankungen besser auszugleichen. 

Jedoch müssen Mitarbeiter und Führungskräfte transparent und bewusst mit diesen neuen Möglichkeiten umgehen. Notwendig sind dazu klare Regeln, beispielsweise zu Abstimmungen, Erreichbarkeit und vor allem zur erwarteten Aufgabenerfüllung. Darüber hinaus ist eine Infrastruktur notwendig, die mobiles Arbeiten nicht nur ermöglicht, sondern unterstützt und effizient gestalten lässt.

Nicht zuletzt kann und soll New Work zu besseren Entfaltungsmöglichkeiten arbeitender Menschen beitragen und den direkten Austausch fördern. 

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Antwort von Frank Eckhoff .
Founder & CEO Berlin

Einen Aspekt bezüglich New Work greife ich heraus: Arbeitgeberattraktivität aus Sicht der Generation Y und Z.

Die jungen Generationen haben Erwartungen an einen modernen Arbeitsplatz, die sich (noch nicht) bei allen Arbeitgebern abbilden. Beispielsweise wünschen sie sich moderne Organisationsformen (agiles Arbeiten) in denen sie ihre Kreativität und Verantwortungsbereitschaft ausleben können. Flexible Arbeitszeiten und eigene Handlungs- und Gestaltungsfreiräume sind für die jungen Menschen attraktive Bedingungen. Nichtsdestotrotz wünschen sie sich Sicherheit, d.h. unter anderem einen unbefristeten Vertrag und eine zuverlässige Führungskraft.

Das Risiko für die Unternehmen liegt darin, wegen mangelnder Arbeitgeberattraktivität früher oder später offene Stellen nicht mehr besetzen zu können. Dageben bietet der von den jungen Menschen geforderte Wandel Chancen für Innovationen und Effizienz. In Lern- und Experimentierräumen (agiles Arbeiten) kann die digitale Transformation bewältigt werden und innovative Produkte und Prozesse stärken die Wettbewerbsfähigkeit.

Darüber hinaus bieten moderne Organisationsformen das Potential, die Arbeit in schlankeren Strukturen bei weniger Blindleistungen deutlich effizienter zu gestalten. Damit ist New Work ein wirksames Mittel, den demografisch ausgelösten Fachkräftemangel zu begegnen. Mal angenommen, die Blindleistungen (z.B. unabgestimmte Doppelarbeiten, bürokratische Prozesse, ineffiziente Sitzungen) könnten in modernen Organisationsformen um 20% reduziert werden, dann bedeutet dies in einem Unternehmen mit 500 Mitarbeitern ein Äquivalent von 100 Mitarbeitern. Das ergäbe eine erhebliche Entlastung für den schon heute engen Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte.

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Antwort von Dr. Sabine Hahn .
Geschäftsführer Beratung & Coaching Dr. Sabine Hahn Köln

Der New Work Ansatz ist m.E. insbesondere im Hinblick auf die Arbeitsmotivation einzigartig. Mitarbeiter eines Unternehmens sehen nicht nur einen tiefen Sinn in ihrer Beschäftigung, sondern werden auch wirklich in die Lage versetzt, Leben und Arbeit nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. So wächst die Loyalität zum Unternehmen, eine emotionale Bindung kann entstehen und Mitarbeiter arbeiten gern, intrinsich motiviert und dauerhaft für den Arbeitgeber. Im besten Fall braucht es wenig Management, sondern eher wirklich inspiriredene Führung, um den Mitarbeiter zu (Höchst-)Leistungen zu bewegen.

Ein möglicher Nachteil ist sicherlich, dass New Work Ansätze, im Sinne von Flexibilität und Selbtsbestimmung der Arbeit nicht nur ein hohes Maß an Selbstmanagement erfordern, sondern auch nicht in allen Branchen gleichermnaßen konsequent umgesetzt werden können. 

Der wichtigste Aspekt ist m.E. vor allem, dass New Work in der Unternehmenskultur veranktert ist, sonst kann New Work nicht gelebt werden.

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