Spielt das Anschreiben bei Bewerbungen noch eine Rolle?

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Antworten:

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Antwort von Dierk Rommel
Inhaber Dierk Rommel - Training Coaching Consulting Hamburg

Alles was Bewerber im Bewerbungsprozess von sich geben, ist eine Arbeitsprobe.

Ein gutes Anschreiben fungiert als Bindeglied zwischen den Anforderungen laut Ausschreibung und dem Verweis auf die Stellen im Lebenslauf, wo diese Anforderungen erfahren wurden. Somit ist ein gutes Anschreiben eine individuelle, knackige "Beweisführung" über die Anforderungen - und damit eine gute Arbeitsprobe.

Leider sind viele Anschreiben langatmig und schlecht, indem Bewerber nur von sich und immer gleich formulieren - und oft an den Anforderungen vorbei. So stellen sich Bewerbern z. B. als teamfähig dar, obwohl in der Ausschreibung eigenständig erwünscht war. Damit vermitteln Bewerber eine schlechte Arbeitsprobe, nämlich sich mit Aufgaben nicht gründlich genug auseinanderzusetzen - die Absage folgt prompt.

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Antwort von Michaela Deckert
Karrierecoach Duisburg

Auf jeden Fall. Das Anschreiben ist Teil der Bewerbung und eine Art Arbeitsprobe. Zusätzlich können Sie hier anders auf sich aufmerksam machen. Erzählen Sie aber bitte nicht den Lebenslauf nach.

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Antwort von Dr. Albrecht Müllerschön
Inhaber, Geschäftsführer Unternehmensberatung müllerschön Starzeln

Dies Frage lässt sich mit einem klaren "Jein" beantworten.

1. Teil der Antwort
Um der Antwort auf den Kern zu kommen, ist es notwendig, sich den Grund des Anschreibens zu vergegenwärtigen.
Der Zweck des Anschreibens ist es, sich dem potenziellen Arbeitgeber in wenigen Sätzen vorzustellen und bei ihm Interesse für die eigene Person zu wecken. Dies geschieht, in dem einige formale Aspekte beachtet werden und in dem die Bewerber darstellen, warum sie glauben, für die Position die notwenige Qualifikation zu besitzen. Außerdem wird erwartet, dass die Bewerbungsmotivation deutlich gemacht wird. Diese Ausführungen helfen den Entscheidern in dne Firmen bei ihrer Personal-Diagnostik. 

2. Teil der Antwort
Der in vielen Bereichen vorhanden Fachkräftemangel führt dazu, dass Firmen zunehmend häufiger ein eine Situation kommen, in der sie händeringend nach Mitarbeitern suchen und fast jeden Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einladen, sofern er oder sie einigermaßen qualifiziert erscheint.

Für die Bewerber bedeutet dies, dass sie sich oft in einer Situation befinden, in der sie sich von anderen nicht mehr abheben müssen und mit hoher Wahrscheinlichkeit so oder so eine Einladung zum Gespräch bekommen.
In diesen Fällen erübrigt sich das Anschreiben. Formal gibt es dafür keinen Grund mehr.
Besonders deutlich wird diese veränderte Bewerbersituation bei der mobilen Bewerbung. Hier bewerben sich die Kandidaten nur noch mit ihrem Xing- oder LinkedIn-Profil, ohne jegliches Anschreiben.

Fazit
In den Arbeitsmarktbereichen, in denen Fachkräftemangel besteht, reicht formal betrachtet, ein sehr kurzes Anschreiben aus. Aus Höflichkeitsgründen ist es jedoch nie falsch, auf die eigenen Stärken und die persönliche Bewerbermotivation kurz einzugehen.

Bei Führungskräften oder bei Positionen für die noch viele Bewerber Interesse zeigen, muss ein reguläres Anschreiben immer noch zwingend sein.

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Antwort von Martina Wirth
Executive Coach + Wirtschaftstrainerin coach4success Augsburg

Anschreiben verlieren ihre Bedeutung, auch wenn man sie als "Arbeitsprobe" sehen kann.

Dass auf standardisierte Stellenausschreibungen mehrheitlich standardisierte 0815-Anschreiben folgen, liegt m.E. auch an den Betrieben. Dass Arbeitssuchende sich um die Stelle bewerben, weil sie Arbeit suchen, wird auch nicht ein besonders kreatives Anschreiben entstehen lassen; schon gar nicht, wenn es das 100ste Anschreiben für eine ähnliche Position ist.

Will ich als Betrieb ein sinnvolles Anschreiben erhalten, muss ich die richtigen Fragen stellen: Wie werden Sie Ihre ersten 100 Tage in unserem Unternehmen nützen? Welche Parallelen sehen Sie in der ausgeschriebenen Position zu Ihrem bisherigen Erfahrungen? ....

Der Arbeitsmarkt dreht sich bzw. hat sich schon gedreht. Stellenausschreibungen der Marke "eierlegende Wollmilchsau" werden immer weniger zum Erfolg führen. Betriebe sollten sich auf die Kernkompetenzen der Position konzentrieren und überlegen, welche Fähigkeiten Bewerber auch noch im Job lernen können. - Ich habe ja nie verstanden, warum ich in ein neues Unternehmen wechseln soll, um dort nur meinen "alten Job" zu wiederholen? - Langweilig! ;-)

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Antwort von Michaela Schlichting
Freiberuflich tätig Michaela Schlichting KommunikationsTraining und Beratung Hamburg

Es gibt bereits Arbeitgeber, die auf das Anschreiben keinen besonderen Wert mehr legen, aber bei der Mehrzahl ist das Anschreiben noch fester Bestandteil im Bewerbungsprozess und sollte daher von Seiten der Bewerbenden von sich aus nicht einfach weggelassen werden.

Das Anschreiben soll dazu dienen, dem Arbeitgeber zu zeigen, inwiefern man selbst geeignet ist, die Anforderungen zu erfüllen und zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen. Von Vorteil ist es, kurz und prägnant zu beschreiben in welchen konkreten Projekten, Aufgaben man dieses bereits bewiesen hat (eigene Erfolge aus der Vergangenheit in Bezug auf die zukünftige Arbeitsaufgabe aufzeigen). Diese Chance sollte man sich als Bewerbender nicht entgehen lassen und das Anschreiben als zusätzlichen Erfolgsfaktor nutzen, um eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch zu erhalten.

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Antwort von Dr. Sabine Hahn
Geschäftsführer Beratung & Coaching Dr. Sabine Hahn Köln

Aus meiner Sicht ist das Anschreiben, dass ja als sogenanntes Motivationsschreiben bezeichnet wird, durchaus wichtig. Im Vergleich zum puren CV / Lebenslauf, der die wesentlichen Eckdaten abbildet, können Recruiter bzw. Unternehmen aus dem Anschreiben die wesentliche Motivation, warum der Bewerber ausgrechnet bei ihnen arbeiten will, entnehmen. 

Allerdings ist dies natürlich abhängig davon, ob überhaupt ein Anschreiben gewünscht wird. Bei vielen Bewerbungen reicht tatsächlich auch nur der Lebenslauf. 

 

Viel Erfolg!

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