Wie kommuniziert man bei einer Bewerbung die Arbeitslosigkeit?

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Antworten:

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Antwort von Korai Peter Stemmann
PS Coaching, Schleswig

Drei Schritte: erst erkennen, dass es ganz neue Möglichkeiten in der Rhetorik gibt, dann diese üben, dann anwenden. Wer das nur aus Interesse macht, kann es so einüben. Wer es existentiell wichtig will, der nimmt sich dazu einen Coach.

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Antwort von Margit E. Flierl
Inhaberin / Managing Director Delta Consultants EK, Nürnberg

Offen. Arbeitslosigkeit ist keine Schande. Wie sonst soll man die Lücke im Lebenslauf erklären?

Ich denke / hoffe, dass Ehrlichkeit auch heute noch bei den Arbeitgebern zählt. Mit einer Unwahrheit wäre das gesamte Arbeitsverhältnis von Tag 1 an gestört.

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Antwort von Dr. Leopold Faltin
Inhaber meincoach.at - Coaching & Unternehmensberatung, Wien

Im Lebenslauf klar ausweisen. Wenn man aktuell arbeitslos ist, im Motivationsschreiben ebenfalls kurz und klar darauf hinweisen. Wenn man während Arbeitslosigkeit eine ehrenamtliche Tätigkeit ausübt bzw. ausgeübt hat, diese unbedingt parallel dazu im LL anführen, ebenso Ausbildungen. Allfällige Erklärungen, wie es dazu gekommen ist, erst beim Vorstellungsgespräch geben.

Generell ist Arbeitslosigkeit heute bei weitem nicht mehr der "Mangel", als der sie früher gegolten hat - sie ist einfach zu häufig geworden. Worauf es ankommt ist, klar herauszustreichen wie (u. zw. hoffentlich nutzbringend) man diese Zeit für sich und möglichst auch für andere genützt hat. Damit signalisiert man Eigeninitiative und dass "arbeitslos" nicht "untätig" heißt.

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Antwort von Julianne Ferenczy
, Alpnach Dorf

"Seit meiner letzten Festanstellung bei .... nutze ich die Zeit, um mich zu orientieren und auf dem Arbeitsmarkt neu zu positionieren. Es würde mich freuen, wenn Sie als mein nächster Arbeitgeber / Auftraggeber von dieser positiven Entwicklung und steten Qualitätserweiterung profitieren möchten."

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Antwort von Michaela Deckert
, Duisburg

Die Zeiten von Arbeitslosigkeit werden mit Arbeitssuchen oder mit beruflicher Neuorientierung im Lebenslauf betitelt. Das Thema ist weniger ein Problem in der Bewerbung, sondern eher im Vorstellungsgespräch. Hier kann es sein, dass ein Arbeitgeber mehr nachhakt.

Meine Frage wäre allerdings, wie wollen Sie es kommunizieren und was soll ein potenzieller Arbeitgeber darüber denken.

Manchmal ist es hilfreich einen professionellen Karriereberater über die Unterlagen schauen zu lassen.

 

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Antwort von Guido Neumann
Geschäftsführer das Weiterbildungskontor, Berlin

Aus meiner Sicht ist Arbeitslosigkeit per se nichts schlechtes. Ich denke, dass man mit Zeiten der Arbeitslosigkeit offen umgehen kann. Sie ist in den meisten Fällen nicht durch Fehlverhalten des Arbeitnehmers geschuldet. Im Bewerbungsgespräch sollte man auf diese Zeit aber eine gute Begründung parat haben.

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Antwort von Dr. Natalie Struve
Dr. Natalie Struve, Murnau

Typische Antwort einer Ex-Juristin: Das kommt darauf an...

Ich gehe davon aus, daß Sie eine schriftliche Bewerbung meinen.

Zu allererst müssen Sie sich eins vor Augen führen: Ziel eines Bewerbungsschreibens ist es nicht etwa, die Stelle zu bekommen! Es geht allein darum, weiterzukommen, in der Regel zu einem persönlichen Gespräch oder einem "assessment center" eingeladen zu werden. Dazu müssen Sie nicht zeigen, daß Sie die perfekte Person für die Stelle sind – aber Sie müssen neugierig machen, zeigen, daß Sie es wert sind, genauer hinzuschauen, weil Sie die richtige Person sein könnten.

Im Bewerbungsschreiben selbst kommt es dann wie gesagt darauf an: Ist die Arbeitslosigkeit selbst in irgendeiner Form von Belang für dieses Unterfangen? Wenn nicht, erwähnen Sie sie auch nicht. Wenn doch: Liegt darin eventuell eine Stärke? Was haben Sie daraus gelernt, was haben Sie aus dieser Zeit gezogen, das Sie nun erfahrener macht und vielleicht sogar wertvoller für den Arbeitgeber, den Sie ansprechen? Wenn es etwas gibt, stellen Sie das auch unmißverständlich dar. Wenn Sie einen Lebenslauf beifügen, dann müssen Sie ehrlich sein. Nutzen Sie aber den Freiraum der Darstellung: Niemand schreibt Ihnen vor, wie genau Sie Ihren Lebenslauf aufschlüsseln. Fragen Sie sich umgekehrt: Wer wird Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf zu sehen bekommen? Was brauchen diese Menschen an Informationen, um entscheiden zu können, ob sie neugierig sind auf Sie, ob sie Sie sehen wollen und mehr über Sie erfahren? Und dann liefern Sie diese Informationen, gut strukturiert und übersichtlich. Und fragen Sie sich auch, ob dafür ein Lebenslauf überhaupt notwendig und sinnvoll ist – oder ob nicht eine Form von persönlichem Profil hilfreicher wäre. Das hat den Vorteil, daß es nicht auf Vollständigkeit setzt; daß Sie frei darin sind, Erfahrungen und Qualifikationen je nach Bedarf darzustellen oder wegzulassen.

Alles weitere kann man so abstrakt kaum beantworten. Ich würde Ihnen aber immer raten, zuerst einmal in sich zu gehen: Warum meinen Sie denn, daß Sie die richtige Person für die Stelle sein könnten? Wenn Sie das wissen, dann verkaufen Sie das auch, so gut es nur irgend geht. Seien Sie mutig, schreiben Sie nicht einfach ab, was Sie in irgendwelchen Bewerbungsratgebern sehen, sondern stehen Sie zu dem, was Sie sind und was Sie können! Schreiben Sie klar, eindeutig, gut strukturiert. Behaupten Sie nicht irgendwelche Eigenschaften, sondern zeigen Sie, woran man die erkennen kann: "show, don't tell", das gilt hier wie überall. Und glauben Sie nicht, daß eine Phase der Arbeitslosigkeit Sie von vornherein disqualifiziert: Denn wenn Sie das glauben, wird Ihre Bewerbung genau das auch erkennen lassen. Wenn Sie aber davon überzeugt sind, daß Sie dieser neuen Herausforderung gewachsen sind, werden Sie anders schreiben. Das garantiert noch lange nichts, aber es erhöht Ihre Chancen auf die nächste Runde. Und für die müssen Sie sich dann wieder diese Fragen stellen: Was wollen Sie erreichen? Wem stehen Sie gegenüber? Was brauchen diese Menschen? Und wie können Sie es Ihnen geben? Aber das geht weit über diese Frage hinaus...

Viel Erfolg!

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Antwort von Jan Untiedt
Inhaber / Geschäftsführer MaCsis united GmbH, Dortmund

Bei ener Bewerbung kann die Umschreibung der Arbeitslosigkeit u. a. wie folgt umschrieben werden:

- arbeitssuchend - aktueller Status, aus dem man sich heraus bewirbt

- Orientierungsphase - andere Beschreibung der aktuellen Situation, bei der man im persönlichen Gespräch Bezug nehmen kann, welche Umstände zur Arbeitslosigkeit geführt haben

Mit freundlichen Grüßen - Jan Untiedt

Foto von Mati Ahmet Tuncöz
Antwort von Mati Ahmet Tuncöz
Unternehmer Mati Ahmet Tunçöz - Experte für Selbstfindung©, Köln

Ehrlich! und Offen! 

Wie in jeder "Beziehung", ist eine gute Zusammenarbeit durch das Vertrauen und die Loyalität zueinander gekennzeichnet. Alle anderen "Techniken", sind etwas für Blender und Hochstapler. Deren Fähigkeiten sind in den meisten Jobs nicht gefragt, es sei denn sie sind Illusionist und heißen Copperfield.   

Hingegen wirken ehrliche und offene Bewerbungen per se authentischer, sind i.d.R. weniger von langweilenden Phrasen und herumeiernden Geschwafel durchzogen und sprechen somit auch für Ihre Person und Ihren Charakter.

Stellen Sie sich einfach die Frage aus der Position des Personalers, Vorgesetzen bzw. Unternehmers: "Was würden Sie gerne von einem Bewerber lesen wollen, wenn es um dessen Arbeitslosigkeit geht?

Herzlichst

Mati Ahmet Tuncöz

 

Foto von Sascha Weißenrieder
Antwort von Sascha Weißenrieder
Geschäftsführer , Weingarten (Württemberg)

Das kommt ganz auf den Grund der Arbeitslosigkeit an. Ich empfehle einfach ehrlich zu sein. Vielleicht habe ich ja in einer Branche gearbeitet, in der es einfach schwer ist, eine neue Stelle zu erhalten "Sie wissen ja, wie es in unserer Branche aussieht, da gibt es in der Region X halt kaum Stellenangebote". Vielleicht ist Missmanagement meines vorigen Arbeitgebers für meine Arbeitslosigkeit verantwortlich - "ich musste aus wirtschaftlichen Gründen das Unternehmen verlassen." Arbeitslos zu sein bedeutet ja auch nicht untätig zu sein. Vielleicht habe ich ja in dieser Zeit ein interessantes Praktikum gemacht, mit fortgebildet oder meine Bewerbungsstrategie entwickelt. Manch einer trifft eventuell auch bewusst die Entscheidung sich eine Zeit lang auf andere Dinge zu konzentrierten als auf den Job. Damit habe ich ein gutes Gespür für meine Live-Balance. Der neue Arbeitgeber kann also davon ausgehen, dass ich einen gesunden Umgang mit Stress pflege.

Foto von Andrea Raupach-Siecke
Antwort von Andrea Raupach-Siecke
Freiberufliche Marketingberaterin Marketing-Rhein-Main, Idstein

Bewerbungsanschreiben oder Lebenslauf?

Bewerbungsanschreiben: Hier liegt der Fokus auf der letzten Tätigkeit bzw. der Tätigkeit, die für die neue Stelle relevant ist. Auf keinen Fall sollte ein Satz wie 'derzeit bin ich arbeitssuchend und bewerbe mich deswegen bei Ihnen' rein.

Lebenslauf: Die Arbeitslosigkeit gehört zum Lebenslauf dazu - allerdings ... Nicht explizit mit Datum 'von ... bis ...' genannt, sondern 'eingebaut', damit der Fokus weiterhin auf den Tätigkeiten liegt. Beispiel:

NICHT:
08/2009 – 09/2012       Sachbearbeiterin ABC, Firma XY, Ort Z
                                     Hauptaufgaben: ...
10/2012 - 02/2014        arbeitslos
Seit 03/2014                 Sachbearbeiterin DEF, Firma XZ, Ort Y
                                     Hauptaufgaben: ....

SONDERN:
08/2009 – 09/2012       Sachbearbeiterin ABC, Firma XY, Ort Z
                                     Hauptaufgaben: ...
                                     (anschließend: Bewerbungsphase)
Seit 03/2014                 Sachbearbeiterin DEF, Firma XZ, Ort Y
                                     Hauptaufgaben: ....

Ist auch antichronologisch möglich!

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Antwort von Dr. Wafi Al-Baghdadi
Inhaber Dr. Wafi Al-Baghdadi Cosulting & Coaching, Hennef

Grundsätzlich ganz sachlich, ohne Emotionen bzw. negative Rückmeldungen über den bisherigen Arbeitgeber.

1. Alternative: Der Bewerber argumentiert so, dass es im bisherigen Betrieb Umstrukturierungen gegeben hätte; Seine Aufgaben in der neuen Struktur passen nicht zu seinen Kompetenzen und seiner Erfahrung, die er in den letzten Jahren gewonnen hätte; und er möchte nicht unterfördert werden.

2. Alternative: Der Bewerber schildert objektiv die Gründe für die Arbeitslosigkeit, ohne die Wahrheit zu verdecken. Die Gründe sind so positiv wie möglich darzulegen, nach dem Motto, die Dinge haben zwei Seiten; es siehr in der Arbeitsligkeit eine Chance für neue Herausforderungen, neue Aufgabengebiete und neue Umgebung.

Bei Bedarf bitte an mich wenden, um persönlich noch intensiver zu beraten

Foto von Reiner Neumann
Antwort von Reiner Neumann
Trainer - Berater - Autor, Rotenburg

Phasenweise ist das ja keine Schande, also am besten offen ansprechen. Wenn da snicht opportun erscheint, sollte man in der Zeit etwas Spannendes für sich oder andere getan haben - ehrenamtliches Engagement, Studium / Lernen, Familienzeit, ...

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Antwort von Michaela Schlichting
Freiberuflich tätig Michaela Schlichting KommunikationsTraining und Beratung, Hamburg

Es empfiehlt sich, grundsätzlich offen zu kommunizieren, was die eigene Arbeitslosigkeit betrifft. Auch sollte man sich als Arbeitssuchender und nicht als Arbeitsloser bezeichnen. Zudem sollte man herausstellen, inwiefern man sich während der Zeit der Arbeitssuche im Hinblick auf zukünftige Arbeitsaufgaben weitergebildet hat - sei es im Selbststudium oder durch andere Fortbildungen. Wichtig sind die eigenen Bestrebungen, die für das Erlangen einer neuen Beschäftigung unternommen wurden. Dem potentiellen neuen Arbeitgeber sollte aufgezeigt werden, welche Erfahrungen und Erkenntnisse hat man in dieser Zeit gesammelt hat, die wichtig für die Aufgaben und Anforderungen im neuen Job sind. Ein "No go" ist es, Verhaltensweisen des ehemaligen Arbeitgebers oder ehemaliger Kollegen in ein schlechtes Licht zu rücken. 
In diesem Sinne viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung.

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Antwort von Dierk Rommel
Inhaber Dierk Rommel - Training Coaching Consulting, Hamburg

Sinnvoll ist das Absolvieren von Weiterbildung jeglicher Art: Sprachen, IT, Soft Skills, Management-Techniken. Daneben zeigen auch ehrenamtliche Tätigkeiten, sich selbst in die Hand zu nehmen.

Meiden Sie, die Zeit im Lebenslauf als "aktiv Stellen suchend" zu nennen. Besser wäre: "ohne Anstellung, Weiterbildung in ......./ehrenamtliches Engagement bei ....."

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Foto von Dr. Sabine Hahn
Antwort von Dr. Sabine Hahn
Digital Leadership Beratung Dr. Sabine Hahn, Köln

Dies hängt vor allem von der Länge bzw. auch dem Grund der Arbeitslosigkeit ab, insofern ist die Frage aus der Ferne schlecht zu beantworten. Generell empfehle ich jedoch Transparenz, da Personaler bzw. Recruiter meist derart geschult sind, dass sie auch etwaige Lücken bzw. Ungereimtheiten im Lebenslauf aufspüren und das wäre unschön. Arbeitslosigkeit ist heute auch kein Manko mehr, zumal nicht, wenn nicht selbst verschuldet.

 

Viel Erfolg!

 

MFG;

Sabine Hahn 

 

beratung-hahn.com



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