Brauchen wir in Zukunft das sogenannte "Grundeinkommen"? Warum?

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Antwort von Dirk Buchhalla
CDO gulden röttger | rechtsanwälte Mainz

Ob wir ein Grundeinkommen benötigen, hängt davon ab, ob zukünftig noch eine soziale Absicherung über die normale Erwerbstätigkeit oder die sozialen Leistungen des Staates gewährleistet ist.

Wir brauchen folglich kein Grundeinkommen, wenn es genug Arbeit gibt mit der sich die Menschen ihr Auskommen sichern können oder die sozialen Leistungen des Staates durch Steuereinnahmen so hoch sind, dass die Erwerbslosen damit versorgt werden können.

Wir müssen uns demnach die Frage stellen, werden wir in Zukunft so viele Menschen haben die aufgrund der Digitalisierung kein Einkommen mehr erwirtschaften können und deshalb soziale Absicherung und Unterstützung benötigen?

Hierzu verweise ich auf den Artikel. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt aus?

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Antwort von Sebastian Gallehr
Gerschäftsführer Gallehr Sustainable Risk Managemnt GmbH Karben

Ich glaube, dass wir in der Zukunft so etwas wie ein sogenanntes bedingungsloses Grundeinkommen benötigen. Ein Grundeinkommen haben wir -wenigstens in Deutschland- ja schon durch unser Sozialsystem.

Begründung:

Mit der Steigerung der Produktivität geht ein Menschheitstraum in Erfüllung. Die Erwirtschaftung unser Bedürfnisse wird immer unabhängiger von der menschlichen Arbeit. Maschinen haben übernommen und betreiben Wertschöpfung.

Entsprechend können wir Menschen unsere Zeit anders einteilen und bräuchten immer weniger ökonomisierbare Tätigkeiten zu erbringen. Das Modell Arbeit gegen Geld stößt also an seine Grenzen, wenn wir den Fortschritt und das Erreichte weiter nutzen wollen und zufriden leben möchten.

Einserseits also großartig! Andererseits ist aber in unseren Gesellschaften die Anerkennung der Personen sehr stark an die ökonomisierbaren Tätigkeiten gebunden, die ein Mensch erbringt anstatt an Tätigkeiten, die das gute Leben einer Gemeinschaft stärken.

Eine Künsterin, Philosophin, Haushälterin oder Pfelgerin, die nachweisbar einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag zum guten Leben erbringt, ist  gesellschaftlich nicht annäherend so anerkannt wie eine Sachbearbeiterin oder Bankschalter-Beamtin.

Um ein bedingungsloses Grundeinkommen "ertragen" zu können, brauchen wir meines Erachtens eine andere, gesellschatliche Anerkennung von menschlichen Beiträgen

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