Wie könne Experten helfen, die Unternehmenskultur aufzubauen oder zu verbessern?

5 Expertenantworten: Foto von Christoph Schlachte Foto von Prof. Dr. Andreas Suchanek Foto von Anke Hommer Foto von Fridolin Dietrich Foto von Kjell Peter

Antworten:

Foto von Christoph Schlachte
Antwort von Christoph Schlachte
Inhaber CS Seminare, Burgthann

Eine "Unternehmenskultur" lässt sich nicht direkt beeinflussen. Sie entsteht durch die Geschichten, die im Unternehmen passierten und durch Kommunikation Raum gegeben wurde. Meist über Jahrzente entwickelt und oft finden sich die zentralen Werte der Gründer wieder. Passen die Werte in unsere dynamischen und komplexen Märkte?

Viele Unternehmen wünschen sich eine "positive", "flexible", "konstruktive" und "anpackende" Unternehmenskultur. Da finden sich natürlich einige Widersprüche. Organisationen brauchen Routinen, Strukturen und Prozesse. Meist sind die bei uns auf "Effizienz" getrimmt. Da kommt "Querdenken" schwer vor. 

Unternehmenskultur entsteht durch "Tun" und "Kommunikation" vor allem im Bereich Führung und Zusammenarbeit.

Da spielt es eine besondere Rolle, wie sich die Geschäftsführung und erste Führungsebene verhält. Besonders dann, wenn Druck und Stress vorherrscht. Wenn Fehler passieren. 

Aus meiner Sicht macht eine IST Ananlyse Sinn. Ein externer Berater ist nicht betriebsblind und kann in Interviews die lokalen Rationalitäten herausarbeiten und Hypothesen entwickeln. Beispielfragen: Warum verhält sich der Bereich Vertrieb so gegenüber dem Marketing? Was sind Entscheidungskriterien der Geschäftsführung? Wie und warum wird im Bereich Kundendienst  auf Fehler reagiert?... Was sind die Tabus in der Organisation? Was muss ich als Führugskraft machen, um weiter zu kommen? Was unterlassen? ...

Diese Hypothesen werden dann in der ersten Geschäftsführung und Führungsmannschaft diskutiert.

Dann lässt sich ein Zielbild entwickeln: Wie wollen wir führen und zusammenarbeiten? Wie lässt sich das verstärken? (Z.B. Digitale Apps für Feedback zur Kultur und zentralen Projekten - damit das "Neue" in die Kommunikation kommt.

Ein System braucht Zeit, Regelmäßigkeit und vor allem neue Strukturen und Prozesse, damit etwas "Neues" entstehen kann. Die Ergebnisse sind nicht linear kausal planbar. Es kann trotz bester Absichten auch schlimmer werden.

Daher empfiehlt sich aus meiner Sicht mit Experimenten zu starten und diese auch so zu nennenden. Gelingen diese, dann können diese positiv in die Kommunikation der Organisation einfließen und die Experimente erweitert werden. 

Die Geschäftsführung sollte Auftraggeber eines solchen Prozesses sein sowie aktiv mitmachen und wissen, dass sie besonders im Fokus von allen Stakeholder sind.

Eine Begleitung der Geschäftsführung durch Coaching oder wie immer der passende Name dafür ist, ist sehr empfehlenswert.

Passende Publikationen von Christoph Schlachte

Cover zu Welchen Wert hat digitales Feedback für Ihr Geschäft?
Cover zu Nur Management ohne gelebte “Führungs-Kompetenzen” bringt keine Innovation. Aus.
Cover zu Vergesst unternehmerisch mitdenken – wenn ihr nicht “gekillt” werden wollt
3
Foto von Prof. Dr. Andreas Suchanek
Antwort von Prof. Dr. Andreas Suchanek
Inhaber des Dr. Werner Jackstädt-Lehrstuhls für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Lutherstadt Wittenberg

Sie können Orientierungen geben für Aspekte und Elemente einer guten Unternehmenskultur, die es zu berücksichtigen gilt. Weiterhin können Sie auf Grenzen und Probleme hinweisen, die bei dem Aufbau einer Unternehmenskultur auftreten können; evtl. auch Hinweise geben, wie man damit am besten umgeht.

Foto von Anke Hommer
Antwort von Anke Hommer
Inhaberin DESIGN & ENERGY, München

In einem Unternehmen hat jeder Mitarbeiter einen definierten Aufgabenbereich. Ich kenne bisher kein Unternehmen, die einen Mitarbeiter haben, dessen Aufgabenbereich "Unternehmenskultur aufbauen und verbessern" lautet.

Dafür braucht es Experten, die eine Art "emotionaler Seismograph" sind. Die also die Stimmungen innerhalb eines Unternehmens beobachten, spüren und v.a. Dingen benennen können. Die in der Lage sind, den Ursachen dieser Stimmungen auf den Grund zu gehen. Dafür sind meist Experten von außen geeigneter, da sie eine neutrale Position haben und das Unternehmen von außen betrachten können. 

Nach dieser "Ist-Analyse" fungiert der Experte als begleitender Berater, der die passenden Tools für das Unternehmen entwickelt, sie implementiert (oder entsprechende Personen dazu anleitet) und die Fortschritte in regelmäßigen Abständen überprüft.

Passende Publikationen von Anke Hommer

Cover zu "Ich kann so nicht arbeiten!"
Cover zu Wenn Marken lächeln
2
Foto von Fridolin Dietrich
Antwort von Fridolin Dietrich
Geschäftsführer, München

Jedes Unternehmen hat seine spezielle Identität, dabei ist die Unternehmensidentität die Summe aus Erscheinungsbild (sichtbare Äußerlichkeiten), Leistungen (glaubwürdige Produkte oder Dienstleistungen) und Verhaltensweisen (Unternehmenskultur, spürbar im Umgang mit Dritten). Zu unterscheiden ist zwischen koordinierter Identität (alle Aspekte sind auf ein bestimmtes Ziel und die Verdeutlichung einer bestimmten Kompetenz ausgerichtet) und unkoordinierter Identität (die Aspekte des Erscheinungsbildes, der Leistungen und des Verhaltens stehen mehr oder weniger beziehungslos nebeneinander).

Nur die koordinierte Identität ist motivierend für Mitarbeiter (sie müssen wissen, woran sie mitarbeiten sollen). Unkoordinierte, d.h. diffuse Identität führt zu Orientierungslosigkeit und Frust. Das eigentliche Problem ist jedoch. Jedes Unternehmen hat zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Entwicklung eine bestimmte Identität. Als junges Unternehmen eine andere als mit eigener Geschichte. Als wachsendes Unternehmen eine andere als in der Stagnation. Auch Wachstum oder Fusionen können der Identität eines Unternehmens eine neue Ausrichtung geben. Gerade in der heutigen Zeit unterliegen so Unternehmen einem ständigen Zwang der Anpassung an veränderte oder sich ändernde Marktgegebenheiten.

Die Unternehmensidentität schnellstmöglich diesen sich ändernden Marktbedingungen anzupassen, ist im „Kommunikationszeitalter“ eine unverzichtbare Aufgabenstellung der Unternehmensleitung.

Die Unternehmenskultur – Anspruch für die Qualität der Zusammengehörigkeit

Der jeweils in seinem Erscheinungsbild, Leistungen und Verhaltensweisen praktizierte Entwicklungsstand eines Unternehmens, also ihre im Rahmen der einzelnen Identitätsaspekte erreichte „Qualität“ ist Ausdruck der jeweiligen Unternehmenskultur. Unternehmenskultur findet keineswegs nur Niederschlag im „ethischen Verhalten“ der Mitarbeiter und Führungskräfte oder in den Kernwerten der Marke, sondern auch in den erreichten Standards der Kommunikation, der Serviceleistungen, der Produktqualität, der Arbeitsplatzausstattung, des Messe- und Ausstellungswesens, ja sogar des Fuhrparks oder der Art der Kundenbewirtung drückt sich „Kultur“ aus.

Je deutlicher die Prägung der Unternehmenskultur, desto eher fühlen sich die Mitarbeiter eingebettet in ein zuverlässiges, sicheres Umfeld. Eine gefestigte Unternehmenskultur führt zu einem gefestigten Mitarbeiterverhalten, auch gegenüber Dritten und damit zu einem hohen Grad der Sicherheit als weitere wesentliche Grundlage der Motivation.

#unternehmenskultur, #dietrichidentity, @DietrichID, #markenberatung

Fridolin Dietrich, Markenberater bei Dietrich Identity

Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Wir verkaufen ein Produkt, dass jedes Unternehmen braucht, aber wenige haben. Echte Werte."

Passende Publikationen von Fridolin Dietrich

Cover zu Das Zebra-Prinzip
1
Foto von Kjell Peter
Antwort von Kjell Peter
Inhaber Kjelldesign, Friedrichsruh

Ein Experte für Unternehmenskultur kann helfen mehr Kultur in Unternehmen zu bringen die sich einig über eine zu bestimmende Kultur in dem Unternehmen sind. Das kann jeder, der nach gewissen Leitprinzipien führen möchte.



Weitere Fragen zum Thema Unternehmenskultur