Inwiefern beeinflußt die Fehlerkultur die Entwicklung von Innovationen?

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Antworten:

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Antwort von Christian Pirker
Geschäftsführender Gesellschafter Christian Pirker KG Klagenfurt-Viktring

Der Innovationsprozess ist mit Versuch und Irrtum sowie ebenso mit Fehlern verbunden. Insofern spielt die Fehlerkultur in einer Organisation sehr wohl eine Rolle, inwiefern Innovationen letztlich gelingen können oder nicht. Letztlich ist es die Frage, wie Innovation effektiv gelingen kann.

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Antwort von Dr. Michael Hartschen
Geschäftsführer, Inhaber BRAIN CONNECTION GmbH Wangen/Zürich

Sie beeinflusst sie extrem stark!

Der Mensch reagiert auf Rückmeldungen und Folgen von seinem Handeln. Das lernen wir überalle: in der Schule, im Studium, in Unternehmen. 

Bitte definieren sie zu vor, was für Fehlerarten es gibt.

Ein Fehler ist nicht gleich ein Fehler, hier fängt schon die grosse Diskussion an!

Wenn es eine Fehlerkultur gibt, bei der ein Fehler = negative Konsequenzen mit sich bringt, dasnn werden wir versuchen, dies zu vermeiden. Wir werden nichts wirklich Neues beginnen, sondern nur "sicheres" verwalten.

Ein positive Kultur: Fehler machen heisst grundsätzlich lernen!

Wenn absichtlich Fehler gemacht werden, heisst das Sabotage!

Bei radikaleren Innovationen spreche ich dann eher von "Experimentieren". Denn da wissen wir ganz genau, wir lernen, um weiter zu kommen.

Bei dem Begriff Innovation wird sofort eine grosse "Erfolgserwartung" in den Köpfhen manifestiert. Dem kann nicht bei jeder Innovationsart Rechnung getragen werden.

Fragen Sie sich also: welches Verhalten erwarten Sie in welcher Situation. Wann ist es lernen und wann z.B. Sabotage. Und dazwischen gibt es auch noch verschiedene Zustände. 

Bei der Fehlerkultur zählt nicht, was auf dem Papier steht, sondern was wirklich gelebt wird.

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Antwort von Prof. Oliver T. Hellriegel
Geschäftsführender Gesellschafter Simplify Business Innovators AG Stockdorf

Scheitern - die Grundlage für Innovationen

Sehr oft ist der beste Weg, eine Idee zu testen, nicht, sie zu analysieren, sondern sie auszuprobieren. Die Organisation, die viele Ideen testet und umsetzt, wird höchstwahrscheinlich auch viele Misserfolge hinnehmen müssen. Aber die Chancen stehen gut, dass sie auch einige großartige Erfolge einfahren wird und aich eine der Ideen zum Star entwickelt. Tom Kelley von IDEO hat es so ausdrückt: "Fail often, to succeed sooner."

Sehr oft schielen Unternehmen mit einem Auge ins Silicon Valley - für viele ein einzigartiges Erfolgsmodell. Aber was macht das Silicon Valley so erfolgreich als Motor für Hightech-Wachstum? Es ist der darwinistische Prozess des Scheiterns - der Autor Mike Malone sagt es so: "Außenstehende halten das Silicon Valley für einen Erfolg, aber es ist in Wahrheit ein Friedhof. Versagen ist die größte Stärke des Silicon Valley. Jedes gescheiterte Produkt oder Unternehmen ist eine Lektion, die im kollektiven Gedächtnis gespeichert ist. Wir stigmatisieren das Scheitern nicht, wir bewundern es. Risikokapitalgeber sehen gerne ein kleines Versagen in den Lebensläufen von Unternehmern." Das bedeutet nicht, dass man alles bedingungslos akzeptieren oder gar kopieren muss, was aus dem Silicon Valley kommt. Aber es schadet nicht, von dieser Menatlität des Scheiterns zu lernen.

Auch wenn Scheitern nicht immer direkt zu einem Erfolg führt, kann es als Meilenstein auf dem Weg dorthin angesehen werden. Wenn Sie Innovationsführer sein wollen, fördern Sie die Kultur des Experimentierens. Sie müssen den Mitarbeitern beibringen, dass jeder Misserfolg ein Schritt auf dem Weg zum Erfolg ist. Und um wirklich agil zu sein, müssen Sie den Menschen die Möglichkeit geben, innovativ zu sein, zu experimentieren, sich zu entwickeln und erfolgreich zu sein. Das bedeutet aber auch, dass man ihnen die Freiheit geben muss, zu versagen.

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Antwort von Christoph Schlachte
Inhaber CS Seminare Burgthann

Einen "Fehler" benennen ist eine subjektive Sicht. Es ist erstmal ein Feedback, eine Rückmeldung, das irgendwas nicht funktioniert hat. Ohne Fehler entstehen keine Innovationen, so die klare Meinung von Wissenschaftern. Fehler machen Lernen und Innvationen erst möglich - meine ich. 

Ohne eine positive sowie konstruktive Fehlerkultur, keine Innovationen. Falls Fehler eher negativ bewertet und konnotiert werden, dann gibt es sicher eine "Angstkultur" und es gilt keine Fehler zu machen, bzw. diese zu verschweigen, oder anderen zuzuschreiben. Keine gute Sache. 

Eine Organisationskultur, die Innovationen hervorbringen möchte, braucht die Qualitäten, Fehler und Ambivalenz zu schätzen und auszuhalten. Es braucht die Qualität, Diskurse zu führen und sich in andere Menschen mit anderen Zielen, Interessen und Kommunikationsverhalten reinzuversetzen & Brücken zu bauen.

Es braucht Zeit und Ressorcen, um Innovationen auf den Weg zu bringen. Allerdings immer, ohne Garantie. Da bietet sich auch "Effectuation" als Konzept an. 

Das geht, wenn es ein gutes Führungsteam gibt, die das vorleben - mit allen damit verbundenen Herausforderungen und klarem Willen und Engagement für die konstruktive Sache; neues auf den Weg zu bringen. 

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Antwort von Sabine Mertens
selbstständig IP Institut für Personalentwicklung Hamburg

Das ist wie bei der Entdeckung der Currywurst: Ohne Missgeschicke und eine nachsichtige Fehlerkultur gibts schlichtweg keine Innovation.

Wer niemals Fehler macht, kann auch nichts neues finden... Dabei  beruhen viele Erfindungen geradewegs auf Missgeschicken, Vergessen oder Versagen. Penicillin, Impfung, Galvanisierung, Eis am Stil und viele andere Dinge, die wir heute als selbstverständlich erachten, gehen auf Zufälle oder Fehler zurück, die mit offenem Geist betrachtet Chancen für Neues eröffneten. 

Wenn man Fehler zulässt, anstatt ihre Vermeidung zu betreiben, kann man aufhören zu suchen und anfangen zu (er-)finden.

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Antwort von Patrick Halek
blueformance - creating advancement Wien

Die Fehlerkultur ist ein wesentlicher Teil der Innovationskultur. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, vor Fehlern keine Angst zu haben. Es geht vor allem darum, eine positive Lernkultur zu etablieren, die es erlaubt, aus Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen und sich weiterzuentwickeln.

Aus einer positiven Lernkultur lassen sich für Innovationsprozesse entscheidende Fragen ableiten, wie z.B.:

  • Was haben wir falsch gemacht und wie können wir es beim nächsten Mal besser machen?
  • Warum hat es nicht funktioniert und was fehlt uns, damit es funktioniert?
  • Welche anderen Lösungen könnte es geben, die uns weiterbringen?

4 wesentliche Aspekte bestimmen eine positive Lernkultur:

  1. Fehler als Fehler anerkennen. Schönreden bringt nicht weiter.
  2. Keine Schuldigen suchen, sondern Ergebnisse analysieren und an Verbesserungen arbeiten.
  3. Danach streben zu wachsen – nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ.
  4. Zusammenarbeit fördern und voneinander lernen. Sprich: „Ich kann etwas sehr gut, Du kannst etwas sehr gut – zusammen sind wir unschlagbar.“

Die Innovationsfähigkeit wird durch diese Aspekte maßgeblich beeinflusst. Denn der Fokus liegt damit nicht auf der Vermeidung einer Handlung (Angst vor Fehlern), sondern auf der Lust etwas Neues auszuprobieren und daraus zu lernen (Offenheit und Neugier). Damit bestimmt nicht Passivität eine Kultur, sondern Aktivität. So entsteht eine lösungsorientierte Kultur und keine problemorientierte. Und genau daraus entstehen Innovationen.

Abschließend sei bemerkt: Ein Fehler ist nur dann ein Fehler, wenn man zweimal den gleichen macht. Damit zeigt man nämlich, dass man nichts gelernt hat.

Patrick Halek

www.blueformance.com/de/loop-creating

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