Welche Besonderheiten gelten bei einer Präsentation vor Delegationen aus anderen Kulturkreisen?

5 Expertenantworten: Foto von Dr. Rainer Rudolf Gärtner Foto von Andreas Franken
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Antworten:

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Antwort von Beatrix E. Klingel .
Senior Executive Consultant, Diplomierte Dokumentarin Klingel Consult Management Solutions Ltd. Kirchheim

Keine wesentlichen. Höflichkeit ist immer Trumpf. Und nicht zu technisch werden beim ersten Kontakt. Und das deutsche Mantra "Problem", "yes, but.." etc. nicht vor sich hertragen. Keine Ingenieure bei der ersten Acquisemassnahme/Präsentation mitnehmen. Zu Beginn will der Kunde hören, dass sein Vorhaben interessant ist und es dafür Lösungen gibt. Im englischen Sprachraum sagt man statt "problem" besser "issue", und wenn man weiss, dass ein Kundenwunsch sicher nicht zu erfüllen ist, hat man höchstens "concerns" usw. Wichtig ist am Anfag, die hoffentlich aufkeimende, belastbare Kundenbeziehung nicht zu stören.

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Antwort von Dr. Rainer Rudolf Gärtner .
Head of Truck Business Europe SAF-Holland Group Singen

Besonders relevant für die Kommunikation in unterschiedlichen Kulturkreisen ist die Unterschiedung in High und Low Context nach Edward T. Hall (1976). Hier eine kurze Zusammenfassung der Unterscheidung: 

High context cultures:

  • Value traditions.
  • Foster long-lasting relationships.
  • Rely on non-verbal signs such as tone of voice, facial expressions, body language, and so on.
  • Tend to be non-confrontational and more in-direct. Rejection is to be interpreted from non-explicit communication.
  • Require little explanation.
  • Are more collectivistic. The identify lies with the group. Value group harmony.
  • Have stronger boundaries, i.e. one belongs with a certain group.
  • Are slow to change.

Low context cultures:

  • Tend to make many shallower, short-term relationships.
  • Require explicit communication since they lack additional context.
  • Communication is more direct and confrontational.
  • Are more individualistic. Identify lies with the individual. Value individual needs.
  • Require all the information in the message.
  • Can change quickly.

Während die deutsche Kultur als "low context" einzustufen ist, sind insb. die asiatischen Kulturen archetypisch für "high context". Je nach Kontextualisierung kann das Verhalten eines Menschen also grundlegend verschiedenen sein. Ein höflicher Hinweis, dass man eventuell noch nicht alles ganz verstanden hat, kann so bspw. eine tatsächliche Nachfrage sein (low context) oder aber bereits ein Ausdruck deutlicher Unzufriedenheit (high context). Hier hilft es, sich mit der Kultur des Landes auseinanderzusetzen und sich für Unterschiede zu sensibilisieren.  

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Antwort von Anke Weier .
Inhaberin Welcome-guide Business Consultancy Trossingen

Aus meinen Erfahrungen heraus: Sich vorher über die kulturellen Wertevorstellungen befassen. Die Werte über Zeit, Geld, Arbeit, Hierachie, Freundschaft haben in vielen Kulturkreisen einen unterschiedlichen Stellenwert. Auch Botschaften über Bilder können zu Missverständnissen führen.

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Antwort von Andreas Franken .
Geschäftsf. Ges., Präsentationscoach, Kommunikationsberater, Redenschreiber, Redakteur, Texter Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben (AMAKOR GmbH) Bonn

In diesem Fall sollten Sie sich vorab unbedingt über die Dos und Dont's in dem jeweiligen Kulturkreis informieren, denn es drohen zahlreiche Fettnäpfchen:

  • In China gilt Weiß z.B. als die Farbe des Todes. Sollten Sie Ihre Präsentation im weißen Anzug zu halten, werden Ihre chinesischen Zuhörer möglichwerweise vermuten, Sie hätten schlechte Nachrichten für Sie.
  • Im arabischen Raum gilt es als unschicklich, einander die Fußsohlen zu zeigen. Sollten Sie aus irgendeinem Grund auf die Idee kommen, auf einem Chart einen nackten Fuß zu verwenden, dürften Ihre Gäste schwer beleidigt sein.
  • Selbst in Frankreich oder der Schweiz können Sie sich leicht blamieren. In beiden Ländern gilt es als unhöflich, ohne Umschweife direkt zum Punkt zu kommen. Wenn Sie sich so verhalten, erfüllen Sie sofort alle negativen Vorurteile gegenüber Deutschen.

Zum Glück haben Sie als "Ausländer" aber auch einen gewissen Spielraum. Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie sich im chinesischen, arabischen, französischen, schweizerischen usw. Kulturkreis perfekt auskennen. Sich soweit wie möglich vorzubereiten, kann trotzdem nie schaden!

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Antwort von Lothar Seifert .
Naundorf

Auf keinen Fall sollten sie die andere Sprache ungeprüft mit einem Übersetzungsprogramm übersetzen, falls sie in einer Fremdsprache vortragen müssen. Falls nicht, dann verwenden sie Begrüßungsformeln, Danke und Bitte usw. korrekt in der Landessprache der Zuhörer.

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