Worauf muss/sollte man als Führungskraft achten, um Resilienz im Verantwortungsbereich zu fördern?

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Antworten:

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Antwort von Babak Rafati
Selbständig Hannover

Ich habe selbst diese Dinge als FIFA und Bundesliga Schiedsrichter erlebt. Ich war somit prädestiniert für Stress und Leistungsdruck und die Resilienz kam zu kurz. Bei mir führte das Ganze zu Burnout bis zu einem Suizidversuch.  

In der freien Wirtschaft vermittle ich heute u.a. bei DAX Unternehmen und Führungskongressen Präventions Strategiengegen Stress sowie Resilienz Strategien und motiviere aus Eigenerfahrung.

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"Ein Vortrag, der ein Leben verändern kann."  - Bayerischer Rundfunk - 

Ich freue mich über Ihren Besuch.

Ihr Babak Rafati

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1 passende Publikation von Babak Rafati

Cover zu Ich pfeife auf den Tod
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Antwort von Thomas Drach
Geschäftsführer Thomas Drach Bermatingen

Voraussetzung um Resilienz überhaupt fördern zu können, ist die Offenheit untereinander. Mitarbeiter müssen offen über ihre Pro-Bleme und Herausforderungen sprechen können. Kommunikation ist das A und O. Resilienz baut man herforragend auf, wenn eine gute Begleitung durch Krisensituationen und besondere Aufgabenstellungen hindurch gegeben ist. Und es gilt im Allgemeinen die bekannte Weisheit: Stärken stärken ist besser als Schwächen schwächen. Wenn wir das Positive beachten, erlangen wir eine noch schnellere und bessere Entwicklung der resilienzfördernden Potenziale.

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1 passende Publikation von Thomas Drach

Cover zu Forever Clever
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Antwort von Sebastian Gallehr
Gerschäftsführer Gallehr Sustainable Risk Managemnt GmbH Karben

Meine Erfahrung ist, dass man selten die Schwächen von Mitarbeitern ausmerzen kann. Es ist allerdings oft möglich, die Stärken von Mitarbeitern weiter auszubauen. Resilienz=Widerstandsfähigkeit fördert man entsprechend indem das Vertrauen im Team groß genug ist, Schwächen zu offenbaren und die Führungskraft die Aufgabenbereiche entspechend so verteilt, dass die Mitarbeiter ihre persönlichen Stärken gut einbringen können.

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Antwort von Christiane Wittig
Geschäftsführer Lightwork Wittig & Wittig Hamfelde/St.

Man sagt ja, Resilienz ist einfach zu trainieren Ich glaube, jeder Mensch hat resiliente Fähigkeiten von Anfang an. Leider werden sie uns in welchem Umfang auch immer, im Lebenslauf umerzogen, abgewöhnt oder wir vergessen und verdrängen sie. Man kann den einen oder anderen Resilienzfaktor zu einem gewissen Teil sicher einüben. Wahrhaftig gelebte Resilienz kommt aber immer von innen. Die Führungskraft, die Resilienz vorbildhaft in ihrem Team fördert, ist sich ihren Fähigkeiten und Verbindungen von Geist, Körper, Seele bewusst. Denn nur dann ist Resilienz authentisch, also nicht aufgesetzt, und nur dann wird sie auch von anderen Menschen erkannt und verstanden. So kann sie das Verhalten der Menschen erreichen und Veränderungen bewirken.

Um Resilienz im Unternehmen erfolgreich zu fördern, bedarf es für mich einer Führungskraft, die für achtsamen Umgang und Empathie steht, die geerdet ist und einen natürlichen Umgang mit dauerhafter Bewusstseinsarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität zulässt.

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Antwort von Elisabeth Karger-Posch
Coachin, Mediatorin sissicom Fürth

Um Resilienz als Führungskraft zu unterstützen gilt v.a. die Regel: Unterschätze Deine Mitarbeiter nicht - überfordere sie nicht. Hier die Balance zu halten, ist wohl das schwierigste Unterfangen. Dazu gehört es, emotional intelligent zu agieren, und am allerwichtigten: Hinschauen, genauer Hinschauen und viel, viel mehr Zuhören. Und hin und wieder die Hand zu reichen, damit sich jene mit der Verantwortung nicht alleine gelassen fühlen.

Resilienz ist etwas sehr Individuelles und kann daher weder in der Einzelbetrachtung noch im Gruppenkontext pauschal gesehen oder erwartet werden. Es spielen Umfeldfaktoren, deren Intensität, die Dauer der Belastung eine Rolle, wo setzen diese Trigger an, wie ist der aktuelle Level der mentalen Stabilität usw. Jeder Mitarbeiter hat andere Resilienz-Kompetenzen, die positiv im Team eingebracht werden können. Bei solchen Aufgaben lohnt es sich, das gute alte Leitbild wieder anzusehen, es gibt oft Hinweise, wo die Werte liegen, die die Basis für Resilienzfaktoren bilden, die ggfs. den Rücken stärken können. Wichtig sind: Identifikationsanker, Nachvollziehbarkeit und  Authentizität der Führung.

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Antwort von Erich R. Unkrig
Inhaber ILOS® Institut für lernfähige Organisationen und Systeme Krefeld

Wenn wir uns mit dem beschäftigen, was Führung ausmacht, dann besteht in Wissenschaft und Praxis vor allem Konsens darin, dass Führung nicht in der Person selbst, sondern in der Interaktion zwischen Menschen geschieht. Je höher die Qualität dieser Interaktionen ist, umso größer sind die positiven Ergebnisse.

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Gesamtheit der Wechselbeziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt - ob biologisch oder sozial - in der Regel in einem von zwei Endzuständen (= Verhaltensrepertoires und Orientierungen an bestimmten Zielen und Werten) zeigt. Der erste und weitaus häufigere Endzustand konzentriert sich auf die Erhöhung der Resilienz des Systems. Der damit verbundene Prozess hat als grundlegendes Ziel, die Mitarbeitenden und damit die Organisation zu ermutigen, sich weiterzuentwickeln sowie besser zu werden und so ihre Kernaufgaben leichter zu erfüllen. In diesem Prozess schafft Führung die Voraussetzungen für Kreativität, Lernbereitschaft und die Qualität der Beziehungen. Der andere Endpunkt besteht im unternehmerischen Wachstum durch die Initiierung neuer Projekte, Produkte, Partnerschaften etc.. Dies ist eine eher wenig auftretende und sehr energiezehrende Phase für die Organisation, die von dem Ziel getrieben wird, neue Werte zu schaffen, um die Kapazität und Produktivität des Systems zu erhöhen.

Worauf sollten wir in der Führungsrolle unter diesen Prämissen achten, um Resilienz im Verantwortungsbereich zu fördern? Nach meiner Erfahrung sind es insbesondere sechs wesentliche Aspekte:

1. Kraftvolle Kommunikation

Menschen neigen dazu, alleine zu handeln und andere nicht darüber zu informieren, was sie vorhaben oder was sie tun. Eine resilienzfördernde Führungskraft ist effektiv darin, Informationen über Absichten und/oder Aktivitäten mit anderen zu teilen beziehungsweise für das Umfeld relevante Informationen weiterzugeben. Darüber hinaus ist sie in der Lage, durch effektive Kommunikation Mitarbeitern zu helfen, eine neue Strategie oder Ausrichtung sowie Veränderungen und Erwartungen zu verstehen.

2. Lernfähigkeit

Resilienzfördernde Führungskräfte sind nicht nur offen für Feedback, sondern erfragen dieses aktiv von ihren Mitarbeitenden. Sie reflektieren dieses Feedback und nutzen es für Verbesserungen, weil sie das Bedürfnis haben, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kontinuierlich zu verbessern. Dieser Reflexions- und Lernprozess fällt Menschen mit zunehmendem Alter immer schwerer. Ein Merkmal der Führungspersönlichkeit ist jedoch, dass diese während ihrer gesamten Karriere aktiv Feedback nachfragt und einfordert – und daraus lernt.

3. Vertrauen

Resilienzfördernde Führung heißt, andere auch jenseits von Schönwetterzeiten mitnehmen zu können. Indem sie Vertrauen aufbaut und offen für andere Sichtweisen und Diversität ist, baut eine Führungspersönlichkeit über positive Beziehungen andere zu starken Persönlichkeiten und ein starkes Team auf. Denn als Einzelperson kann sie zwar in der Lage sein, eine drastische Änderung vorzunehmen, aber es erfordert eben diese positiven Beziehungen, um die Mitarbeitenden dazu zu motivieren, die Veränderung zu unterstützen.

4. Mut zu Veränderungen

Viele Menschen finden es einfach, im Gelernten, Geübten und Bewährten zu verharren und die Arbeit ohne große Veränderungen fortzuführen. Das funktionierte früher in vielen Bereichen, aber heute – in der sogenannten VUCA-Welt – ist das nicht mehr möglich. Die resilienzfördernde Führungskraft scheut sich nicht davor, Veränderungen aktiv zu begegnen, situativ passende Entscheidung zu treffen sowie Maßnahmen einzuleiten und umzusetzen. Dazu gehört, neue Ideen auszuprobieren und dabei gegebenenfalls auch kalkuliert Risiken einzugehen.

5. Wille, Führung zu übernehmen

Die resilientzfördernde Führungskraft ist bereit, sich selbst zu verändern, und übernimmt dabei die Führung, um sicherzustellen, dass sich das Umfeld auch ändern wird. Sie selbst nimmt Veränderungen an und ermutigt auch andere, sich zu verändern. Dies erfordert Mut und eine Vision, wohin sich das Unternehmen wie auch der eigene Verantwortungsbereich entwickeln wird.

6.Entscheidungsfreude

Entscheidungen zu treffen ist immer schwierig, weil heute Keine/r alle Daten hat oder alle Eventualitäten versteht. Allerdings werden ohne eine Entscheidung auch keine Schritte nach vorne gemacht. Die resilienzfördernde Führungskraft ist in der Lage, Entscheidungen zu treffen und so Fortschritte anzustoßen und zu erzielen. Wenn sie eine unpassende Entscheidung trifft, ist eine solche Persönlichkeit bereit und schnell darin, die Entscheidung zu revidieren und eine andere zu treffen, um sich und den Verantwortungsbereich in eine andere Richtung zu bewegen. Solche Wendungen vollzieht sie ohne Selbstzweifel, und sie macht diese Änderung dem Umfeld transparent.

Ich denke, dass die Reflektion über diese Aspekte zu einer Antwort auf die gestellte Frage führen kann.

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