Was versteht man unter einem Innovations-Paradigma und wozu braucht man so etwas?

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Antworten:

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Antwort von Dr. Leopold Faltin .
Inhaber meincoach.at - Coaching & Unternehmensberatung Wien

Unter Paradigma versteht man eine bestimmte Denkweise, Lehrmeinung und/oder auch Werthaltung gegenüber einem zugehörigen Thema. Paradigma ist ein Begriff, der bei der
Diskussion dieses Themas nützlich ist, um verschiedene Denkweisen
usw. voneinander zu unterscheiden. Unterschiedliche Innovationsparadigmen können
z.B. gesellschaftliche Bezüge, technologische Voraussetzungen,
umweltrelevante Forderungen u.v.a.m. enthalten oder eben nicht.

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Antwort von Michael D. G. Wandt .
Direktor Fördermittelberatung (unter der Marke WABECO Subventionslotse) WABECO Fördermittelberatung BDU Reiskirchen

Ein Paradigma ist etwas grundsätzliches, nicht in Frage zu stellendes Konzept. Also eine Weltanschauung oder auch Lehrmeinung. Schnell kommt noch das Wort "Grundwerte" dazu.

Im Bezug auf Innovation muss man Fragen, wer die Gruppe ist, die sich das Paradigma gibt bzw. woher der Ursprung ist.

Wenn man auf ein Unternehmen schaut, dann hilft es, wenn man sich auf eine Basis einigt, was Innovationen für das Unternehmen bedeuten und wie man mit dem Thema Innovation umgeht.

Ein Innovations-Paradigma für Unternehmen beinhaltet:

  • Leitsätze
  • Fragestellungen
  • Methoden

Die Innovationsziele werden oft operative, taktisch und strategisch formuliert. Aus den Zielen werden weitere Vorgaben abgeleitet, die generell sind (also für ein Paradigma geeignet) oder speziell (also eher einer Fragestellung oder Methode folgend).

Allen Innovationsparadigmen ist, dass "Wissen hilft". So kann in einem Unternehmensparadigma beschrieben werden, wie Innovationswissen entsteht und wie es genutzt wird. Es gibt die übliche Beziehung von "Daten werden Informationen werden Wissen". Der Einsatz des Wissens wird wiederum zur Erfahrung.

Üblicher Weise werden Wissen und Innovation als Teil der Unternehmensorganisation behandelt. Es geht somit um die Mitarbeiter (und der Qualifizierung) und um die Dokumentation.

Wozu braucht man ein Innovationsparadigma? Sobald nicht mehr alle Mitarbeiter in einen Raum passen, hilft ein Paradigma die Regeln und Verfahrensweisen zu kennen und eine Art "common wisdom" zu schaffen, bei dem jeder Mitarbeiter weiß, wozu Innovationen benötigt werden, wie diese identifiziert werden und welche Schritte zu gehen sind.

Dazu braucht man ein Führungssystem. Ein Unternehmen hat ein Führungssystem, wenn jeder Mitarbeiter, der danach gefragt wird, es auf die genau gleiche Art erklärt. Genau hier gibt es immer wieder Nachholbedarf bei den Unternehmen.

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Antwort von Prof. Dr. Klaus Oestreicher .
Vice President E.H.E, Europa Hochschule EurAka CH Therwil

Eine einfache Antwort dazu gibt es nicht. Das Problem beginnt bereits mit der wechselseitigen Verwendung des Begriffs Paradigma. Da kann man z.B. Open oder Closed Innovation zuordnen, oder auch nicht. Die fehlende, allseits akzeptierte Taxonomie ist ein fundamentales Problem im Feld der Innovation

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Antwort von Dr. Waldemar Weinberg .
Inhaber / Geschäftsführer STIconsult Kiebitzreihe

Der Begriff ist ja hier hinlänglich definiert. Ich entscheide irgendwann, einer bestimmten Richtung (Paradigma, Denkrichtung) zu folgen, weil ich nicht in alle Richtungen gleichzeitig gehen kann. Deshalb brauche ich ein solches Paradigma, um einen roten Faden zu haben. Die Kunst des Innovators besteht nun darin, rechtzeitig zu erkennen, wann es Zeit ist, die Richtung zu ändern (Paradigmenwechsel), um nicht im "Innovators Dilemma" von Christensen zu landen: alles richtig gemacht und doch verloren. Innovation ist wie Spazieren im Moor: man sieht die festen Wege nicht und kann schnell fehltreten und untergehen.

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Antwort von Bruno R. Bandenburg .
Vorstand im Ruhestand EuroConsult Bandenburg Köln

Paradigmen sind grundsätzliche Denkweisen, letztlich Arbeitshilfen bei der Bearbeitung von grundsätzlichen Themen. Sie verhindern im Tagesgeschäft das Ausufern von Diskussionen. Richtig definiert können sie nützliche Werkzeuge sein.

Folglich sind Paradigmen ihrer Natur nach statisch, und das kann in innovativen Prozessen zum Problem werden.   Pantha Rhei - alles bewegt sich erkannte schon 500 v. Chr. Heraklit.    Prof. Schlumpeter ( 1883 - 1950 ) ging noch einen Schritt weiter und sprach von der schöpferischen Zerstörung.

Die aus dem scheinbaren Widerspruch resultierende Konsequenz ist das "Change Management". Dieser Spagat zwischen Nutzung von anerkannten Paradigmen und die im Konkurrenzkampf wichtige Bereitschaft sie in effizienter Weise kontrolliert in Frage zu stellen, neue Paradigmen zu definieren; der Spagat zwischen Quasselbude und Thinktank ist die hohe Kunst des Innovationsmanagements.  

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Antwort von Manfred Sieg .
Unternehmer VERUN Ges. für Vertrieb und Unternehmensführung mbH Schwerte

Ein Innovations-Paradigma ist ein Muster, man könnte auch sagen Leitbild, für das Innovations-Management innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation. 

Die meisten mir von innen bekannten Unternehmen haben kein systematisches Innovations-Management. Und in manchen Unternehmen scheint nur die Geschäftsleitung zu denken und das Potenzial aller anderen Mitarbeiter (einschließlich deren Führungskräfte) wird nicht genutzt. Der Mangel besteht dabei meistens nicht an Ideen sondern an deren Umsetzung und Wertschöpfung. Und das ist eine Frage der Unternehmenskultur und Führung.

Ein auf Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit sowie nachhaltigen Erfolg ausgerichtetes Unternehmen nimmt Veränderungen intern und extern wahr und adaptiert diese ggf. Ob es dabei reaktiv oder offensiv vorgeht, ist eine Frage der Strategie. Bekannte Innovations-Paradigmen sind

  • Differenzierung
  • Geschwindigkeit
  • Disruption
  • Open Innovation
  • Crowd sourced innovation
  • zirkuläre Wertschöpfung
  • denken in Optionen.

Jedes dieser Paradigmen stellt Anforderungen an das Verhalten der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter und steht immer im Kontext der Unternehmensstrategie und deren Umsetzung sowie der Mitarbeiterführung. 

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