Was unterscheidet Systemisches Coaching von anderen Coachingmethoden?

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Antworten:

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Antwort von Thomas Rückerl .
Inhaber, Gesellschafter V.I.E.L Business Consulting Hamburg

Systemisches Coaching bedeutet, ein Verständnis für die Wechseldynamiken innerhalb des privaten oder beruflichen Umfelds zu haben. Menschen handeln nicht autark, sondern stehen in komplexen interaktiven Beziehungen zueinander. Ähnlich wie ein Körperorgan in seiner Funktionsweise nicht gesondert betrachtet werden kann, benötigt ein Coach die Fähigkeit, die Auswirkungen einer Veränderungsabsicht mit seinem Coachee zu reflektieren. Menschen sind dynamische Wesen, die sich in einem interaktiven Prozess mit ihrer Umwelt befinden. Diese auf einfache Ursache-Wirkungs-Muster zu reduzieren („wenn-dann-Annahmen“) greift für eine nachhaltige Lösung der meisten Probleme zu kurz.

Von daher liegt also der Unterschied von systemischem Coaching zu "anderen" Coaching-Methoden in einer "globaleren", d.h. ganzheitlicheren Herangehensweise an das Anliegen des Coachees. Nicht nur das (möglicherweise oberflächliche oder nur kurzfristig lohnende) Ziel des Coachees wird bearbeitet, sondern zudem auch mögliche dahinter liegende Meta-Ziele, Bedürfnisse sowie evtl. Nebenwirkungen.  

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1 passende Publikation von Thomas Rückerl

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Antwort von Jürgen Salzmann .
Inhaber Salzmann-Coaching Leipzig

Systemisches Coaching folgt einem lösungsorientierten Ansatz. Systemisches Coaching ist ein Prozess, in dem der Klient/die Klientin dabei unterstützt wird, neue Visionen, Zielvorstellungen, Handlungsstrategien u.a. zu entwickeln. Dabei ist Systemisches Coaching auch ressourcenorient, indem die Aktivierung, Stärkung und Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Begabungen, einen großen Stellenwert einnimmt. Systemisch bedeutet vor allem, dass in dem Coachingprozess das Gesamtsystem im Fokus steht. Nicht allein der Mensch wird als System betrachtet, auch die Umwelt wird mit einbezogen, die Person also nicht isoliert gesehen. Je nach Thema und Auftrag, geht es um den bzw. die Menschen im Kontext der Familie, eines Teams, des Arbeitsumfeldes oder auch des Freundes- oder Bekanntenkreises. Systemisch arbeiten bedeutet nicht-direktiv arbeiten. Im Unterschied zu Fachberatungen werden hier keine konkreten Lösungen vorgeschlagen und auch keine Ratschläge gegeben. Der Klient / die Klientin kommt selbst - durch Selbstreflektion, unterstützt vom Coach -  auf eine Lösung. 

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Antwort von Norbert Müller .
Inhaber Langenfeld

Systemisches Coaching unterscheidet sich von anderen Coachingformen insbesondere durch die systemische Haltung des Coachs und durch die Berücksichtigung der sozialen Systeme, mit denen die Coachees in Verbindung stehen.

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Antwort von Anja Mumm .
Inhaberin KompetenzZentrum Coaching München KompetenzZentrum Coaching München

Systemischer Coaching ist keine Methode, sondern vielmehr eine Haltung. In diesem Sinn könnte man mit beinahe jeder Methode systemisch coachen. Ein systemischer Coach stellt somit andere Fragen, der Klient kommt zu anderen Lösungen. 

Systemisches Coaching geht davon aus, dass wir in ständiger Wechselwirkung mit anderen Menschen und anderen Systemen stehen. Die Wirkung eines Verhaltens oder einer Verhaltensänderung lässt sich daher nur schwer vorhersagen - Systeme lassen sich in diesem Sinne eben nicht steuern sondern nur "irritieren". Einfach gesagt: wenn wir uns verändern, verändern wir das ganze System. Wir wissen nur vorab nicht genau, wohin ;-).

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Antwort von Simone Schmucker .
HR Interim Managerin, systemischer Coach, Beraterin Schmucker Personalmanagement Langen (Hessen)

Systemisches Coaching bezeichnet allgemeine Beratungsgespräche bei alltäglichen Fragen der persönlichen Lebensführung im beruflichen und privaten Bereich. Im Unterschied zu anderen Coachingmethoden bedeutet Systemisches Coaching, nicht nur auf die Einzelperson (den Coachee) zu schauen, sondern den Blick auf das soziale System zu richten, dem der Coachee zugehörig ist. Dieser Blick auf das soziales System eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten, indem der Coach über den Tellerrand schaut: Welche sozialen Regeln bestehen? Gibt es Personen, die in Bezug auf das vom Coachee zu bearbeitende Thema eine besondere Rolle spielen? Gibt es typische Verhaltensmuster, die in Zusammenhang mit dem Problem immer wiederkehren und welche Bedeutung nimmt in diesem Kontext die Systemumwelt ein?

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Antwort von Dr. Michael Knieß .
Referatsleiter Wirtschaftsförderung Dr. Michel Knieß Berlin

Systematisches Coaching wird oft als "Kunstbegriff" für allgemeine, oft individuelle, Beratungen im allgemeinen beruflichen und privaten Umfeld bezeichnet.

Ziel ist es, systematisch Kompetenzen zu erwerben (Verbindung personen- und organisationsbezogener Bertungskompetenz).

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Antwort von Mark Thiel .
Geschäftsführer führungs-kräfte.net Bochum

Systemisches Coaching bezieht das gesamte System und seine Umwelt mit in den Beratungsprozess mit ein, ob bei Mensch, Team oder Organisation. Systemisches Coaching bezieht sich also auf die gesamte systemische Vernetzung des hoch komplexen psychosozialen Systems. Wichtig dabei sind die Grundlagen u.a. von Heinz von Förster aus der Kybernetik, die Systemtheorie von Niklas Luhmann und die Kommunikationspsychologie von Friedemann Schulz von Thun samt seinem Wertequadrat und seinem Inneren Team. Dazu gehört eine Menge Praxiserfahrung in der Systemischen Beratung und eine langjährige Ausbildung zum Supervisor der Deutschen Gesellschaft für Supervision, DGSV. Und natürlich ein positives Menschenbild und eine ethisch vorbildliche Haltung.

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1 passende Publikation von Mark Thiel

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Antwort von Dr. Hans-Heinrich Reinhardt .
Inhaber Moderation-Unternehmerberatung-Training Bad Hersfeld

Das nicht-systemische Coaching hat zum Ziel, einen oder mehrere Klienten durch Unterstützung, Unterweisung im Sinne von "Rat geben" zu einem Ziel hin zu führen. Dabei ist zweitrangig, ob das Ziel vom Klienten, dessen Arbeitgeber oder einer anderen dritten Person definiert wird.

Das systemische Coaching konzentriert sich weniger aufs "Rat geben" als auf das "Beobachten", "in Frage stellen", "Verstehbar machen", "Intervenieren", "Kontext klären", "Veränderungen ausprobieren" usw. Dabei wird das Umfeld ebenso betrachtet wie die innere Verfassung des oder der Klienten und das Ziel steht ebenso in Frage wie die möglichen Wege. Es wird bewußt gemacht, das alles mit allem zusammenhängt und Veränderungen stets Veränderungen an anderer Stelle nach sich ziehen. Beim Blick nach vorn wird nicht nur überlegt, was zu tun ist, sondern auch, was das Unterlassen nach sich zöge.

Die Schwierigkeit des systemischen Coachings ist dabei, wo die jeweilige Abgrenzung des Systems von seinem Umsystem definiert wird (Bsp.1: Einzelperson im Team, Team in der Abteilung, Abteilung im Fachbereich, Fachbereich im Unternehmen, Unternehmen im Konzern, Konzern zur Umwelt. Bsp. 2: Einzelperson im Ehepaar, Ehepaar in der Kleinfamilie, Kleinfamilie in der Großfamilie, Großfamilie in der Verwandtschaft, Verwandtschaft in der Gesellschaft usw.)

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1 passende Publikation von Dr. Hans-Heinrich Reinhardt

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Antwort von Alexandra Fahnenschreiber .
Inhaber Consulting & Coaching Fahnenschreiber München

Beim Coaching geht es ganz allgemein um eine individuelle Prozessberatung und -begleitung. Gerne auch als "Beratung ohne Ratschlag" bezeichnet.

"Systemisches Coaching" ist keine Methode, sondern eher als eine Orientierung im Coaching, in der Prozessbegleitung, zu verstehen.

Beim systemischen Coaching rückt die Einbeziehung des Umfelds des Klienten mit Blick auf die Organisation, der Rolle, der Funktion, der Person und der individuellen Persönlichkeit in den Fokus. Ein Systemisches Coaching ist zudem stets auf die vorhandenen Ressourcen des Klienten (Was sind seine Stärken, Wie ist der Klient in ähnlichen Situationen zu einer Lösung gekommen etc.) und die Lösung gerichtet (zukunftsorientiert).

Ziel ist es, die individuellen Vorhaben sowie die persönlichen Kompetenzen des Klienten zu reflektieren und zu einer Integration z. B. im unternehmerischen Umfeld zu führen.

Auch wenn jeder von uns ein Indidviduum ist, so sind wir dennoch eng mit dem organisatorischen Umfeld vernetzt. Und in jedem System (z.B. im System Arbeitsumfeld, Partnerschaft, Freundschaft etc.) verhalten wir uns in bestimmten Situationen unterschiedlich. Es kommt also darauf an, in welchem Umfeld ich mich gerade befinde, was meine Rolle ist und wie mein Umfeld (meine Mitmenschen) agieren und reagieren. So befinde ich mich und das jeweilige System stets in einem dynamischen Prozess.

Somit gibt es nie nur eine Lösung zu einem Problem und eine Entscheidung für ein bestimmtes Verhalten. Systemisches Coaching erschließt dem Klienten neue Ideen und Handlungsoptionen. Z.B. auch durch bewusstes, fiktives Hinzuziehen von wichtigen Personen im direkten Umfeld des Klienten . Ein Beispiel: „Angenommen, dein Mann wäre hier und ich würde ihn fragen: „XY, was für einen Ratschlag hast du für xy in dieser Situation? – Was würde er mir antworten?“. Somit ergeben sich neue Denkweisen und weitere Handlungsoptionen für den Klienten. Der Klient wird (wieder) handlungsfähig und erhält neue Sichtweisen.

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1 passende Publikation von Alexandra Fahnenschreiber

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Antwort von Kerstin Wunderlich .
Inhaberin Wunderlich Team für Training und Coaching Langenfeld (Rhld.)

Coaching bedeutet, dem Coachee beim Lösen seines Anliegens durch gezielte Fragen und Perspektivwechsel zu helfen. Man geht davon aus, dass der Coachee die für ihn beste Lösung bereits in sich trägt. Durch rein logisches Denken hat der Coachee diese Lösung ohne Coach bisher nicht alleine finden können.

Beim systemischen Coaching wird zusätzlich das System, in dem sich der Coachee befindet, beleuchtet. Das bedeutet, welche Einflüsse seine Umwelt/seine Systeme auf ihn haben und welche Auswirkungen eine Veränderung seines Verhaltens auf seine Umwelt/seine Systeme hat.

Hier ein konkretes Beispiel: Der Coachee, 32 Jahre alt, hat den Wunsch, innerhalb der nächsten 5 Jahre in den Vorstand seiner Firma aufzusteigen. Beim klassischen Coaching würde man nun prüfen, ob das Ziel nach den SMART-Kriterien formuliert wurde. Wenn unser Coachee jedoch zeitgleich eine Familie gründen und ein Haus bauen möchte, dann können sein berufliches Ziel (System Beruf/Firma) und sein privates Ziel (System Familie) miteinander konkurrieren. Damit auch dieser Aspekt im Coaching Berücksichtigung findet, bezieht man Einfluss- und Auswirkungsfaktoren aus anderen relevanten Systemen mit ein. Somit greift das systemische Coaching weiter und die gefundene "Lösung" berücksichtigt Punkte, die über das focussierte Coaching nicht einbezogen wären.

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Antwort von Dr. Cary Langer-Donohoe .
Geschäftsführer CLD, Business Coaching & Training Hamburg

Systemisches Coaching nimmt nicht nur die Person des Coachees, sondern auch dessen Umgebung, heißt das System, in dem er sich befindet, in Betracht. Denn im Coaching erarbeitete Maßnahmen, die nicht systemverträglich sind wirken auch nachher nicht. 

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