Arbeit 4.0: Braucht es neue Ansätze im Betrieblichen Gesundheitsmanagement?

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Antwort von Thomas Drach
Geschäftsführer Thomas Drach Bermatingen

Ja, neben allem was man kognitiv lernen kann braucht es die Möglichkeit des Übens, des Trainings, damit neue Verhaltensweisen geübt werden können.
Wissen wird nicht einfach umgesetzt, es braucht direkte und schnell Anwendung und die damit verbundenen positiven Erfahrungen.

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Antwort von Dr. Gregor Wittke
Partner, Diplom-Psychologe Tendo Institut Berlin (TIB) Berlin

Arbeiten 4.0 bezieht sich auf die Digitalisierung der Arbeitswelt. Da diese bereits voll im Gange ist und das BGM, wenn es ernsthaft umgesetzt wird, bedarfsorientiert vorgeht, gehe ich davon aus, dass Arbeiten 4.0 in einem gelebten BGM Prozess automatisch Einzug findet. 

Auf der Maßnahmenebene braucht es in einer digitalisierten Arbeitsumgebung evtl. andere Intervention als in einer noch analogen Arbeitswelt. Z.B. bringen der Umgang mit elektronischer Kommunikation oder mit mobilem Arbeiten neue Herausforderungen. Wie erreicht das BGM mobile Mitarbeiter,die nicht im Büro erscheinen? Das könnte eine der Fragen sein.

Wenn der BGM Prozess eine solide Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse enthält, werden sich darüber die Antworten finden.

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Antwort von Sabine Mertens
selbstständig IP Institut für Personalentwicklung Hamburg

Selbstverständlich. Allein rechnerisch lohnt sich für Unternehmen die Investition in die Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Gesunde Mitarbeiter verursachen weniger Fluktuation, geringere Ausfallquoten und somit deutlich geringere Kosten als Mitarbeiter, die wie „Lohnsklaven“ oder "Erfüllungsgehilfen" behandelt werden. 

BGM muss den bahnbrechenden Entwicklungen Rechnung tragen, die mit Globalisierung und Digitalisierung einhergehen, und es muss die Forschungserkenntnisse - und Prognosen auf dem Sektor des Homo Sapiens Emotionalis und zunehmender Technisierung von Abläufen umsetzen.

Menschen, die etwas leisten, brauchen entsprechende Regenerationszeiten. Ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter wertschätzt, gewährt flexible Arbeitszeiten, eine angemessene, den Lebensentwürfen angepasste wöchentliche Arbeitszeit und akzeptiert Abwesenheit nach Feierabend oder während der Urlaubszeiten. Es stellt entsprechende Infrastruktur und flexible Ablauforganisation zur Verfügung, die den Mitarbeitern ermöglicht, Leben und Arbeit unter einen Hut zu bringen und den Zyklus von Leistung/Stress und Regeneration voll zu erleben. Um dies in die Tat umzusetzen, bedarf es eines Bewusstseinswandels und drastischer Verhaltensänderungen auf beiden Seiten — Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer. Alle Beteiligten sollten Gesundheit als schützensWert ansehen und entsprechend handeln. 

Nicht der Stress macht uns generell krank, sondern mangelnde Regenerationspausen zum Ausgleich für erlebten Stress.  “Stress erzeugt Hitze, und diese muss wieder raus aus dem Körper. Erst dann kommt man tatsächlich zur Ruhe und regeneriert aktiv.“ (Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, DSHS). Wer also aktiv für Ausgleich sorgt und regelmäßig zur Ruhe kommt, erhält Vitalität, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ein Leben lang. 

Mitarbeiter sollten sich ebenfalls als Unternehmer sehen: Lebensunternehmer. Für sie sind Selbstführung und emotionale Selbstregulierung oberstes Gebot. Ein großes Spektrum an möglichen kreativen Beschäftigungen unterstützt derlei Prozesse.

Unternehmer können ihre Mitarbeiter durch viele kleine Maßnahmen mit großer Wirkung unterstützen, wie z.B. kostenlos Wasser zur Verfügung zu stellen, ausreichend Pflanzen für angemessene Luftfeuchtigkeit (und fürs Auge) aufzustellen, oder die Umgebung mit ansprechender Kunst zu gestalten. Darüber hinaus ist eine Architektur erforderlich, die sowohl Zusammenkommen als auch für-sich-sein ermöglicht, also verschiedene Raumgrößen, Schutz- und Regenerationsräume vorsieht. 

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