Wie erlernt man Interkulturelle Kompetenz?

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Antwort von Margit E. Flierl
Inhaberin / Managing Director Delta Consultants EK Nürnberg

Im ersten Schritt durch Training und Coaching.

In der Umsetzung ist scheint mir wichtig, aus dem Sachfokus heraus in den Personenfokus zu wechseln. Wenn ich zunächst den Menschen vor mir sehe und mich für ihn interessiere, werden viele Informationen über die Zielkultur ausgetauscht. Durch das Verständnis des "Warum?" entsteht Verständnis für das "Wie" in der Zusammenarbeit.

Auslandsaufenthalte helfen zusätzlich. "Keep an open mind" - es gibt keine richtigen oder falschen Vorgehensweise, nur unterschiedliche Vorgehensweisen.

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Antwort von Dr. Karin Schreiner
Interkulturelle Trainerin und Coach Intercultural Know How - Training & Consulting Wien

Interkulturelle Kompetenz ist eine komplexe Fähigkeit, die durch Erfahrung und in Trainings erworben werden kann. Sie ist eng mit sozialer Kompetenz verbunden - Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktlösungskompetenz, Selbstreflexion, Rollendistanz usw. 

Interkulturelle Kompetenz beinhaltet zusätzlich kulturelles Bewusstsein in Bezug auf sich selbst - woher komme ich, welche Werte sind für mich zentral, wie kommuniziere ich? Diese Fragen entstehen bei einem längeren Auslandsaufenthalt in einem anderen Land, in dem kulturelle Unterschiede in Bezug auf die eigene kulturelle Herkunft erfahren werden. Darüber hinaus bedarf interkulturelle Kompetenz Kulturwissen - spezifisches Wissen über andere Kulturen, das durch eigene Erfahrungen und Erweiterung der Kenntnisse erworben werden kann - in kulturspezifischen Trainings, bei Auslandsaufenthalten.

Meiner Meinung nach erlernt man interkulturelle Kompetenz nicht ohne theoretischen Input von außen. Selbst nach langen Auslandsjahren, in denen man viel Kulturwissen angesammelt hat, entwickelt man nicht zwingend interkulturelle Kompetenz - das ist meine Erfahrung. Denn die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel - aus dem Blickwinkel der anderen zu schauen - benötigt hohe Selbstreflexion und kulturelles Bewusstsein. Beides wird am besten in Interaktion mit anderen entwickelt.

Ein fundiertes interkulturelles Training bildet daher eine gute Basis, um interkulturelle Kompetenz zu erlernen.

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1 passende Publikation von Dr. Karin Schreiner

Cover zu Die Psychologie des Kulturschocks und die Situation der Trailing Spouse
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Antwort von Eugeniya Weber
Interkulturelle Trainerin Business Solutions Germany-Bulgaria Regensburg

Interkulturelle Kompetenz bedeutet an erster Stelle, offen für andere Kulturen zu sein. Das passende Verhalten im internationalen Umfeld wird dann in interkulturelle Trainings erlernt. Diese erklären die Grundbegriffe wir Kultur, Kulturschock und Kulturstandards. Die Teilnehmer reflektieren ihre eigene Kultur und lernen fremde Kulturen zu analysieren. Auf dieser Basis werden dann Werkzeuge für das erfolgreiche Zusammenspiel der Kulturen vorgestellt und trainiert.

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Antwort von Heike Sommerauer-Dörzapf
Inhaberin MESSE FOCUS International Marketing & Trade Affairs Ockenheim

Interkulturelle Kompetenz kann man sich nicht durch Lesen geeigneter Literatur über die spezifische Mentalität und Kultur eines fremden Landes oder der Bevölkerung aneignen. Durch entsprechende Seminare und Workshops kann man die verschiedenen Kulturen durch Rollenspiele und gezielte Beispiel-Dialoge näher kennen und verstehen lernen.

Schon durch die bewusste Kommunikation mit ausländischen Mitbürgern im Alltag und einer gewissen Neugierde und Interesse an fremden Kulturen kann man wichtige Praxiserfahrung erlernen. 

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Antwort von Dr. Reinhold Kohler
Freiberuflicher Experte für Leadership, Teaming und Controlling Dr. Reinhold Kohler Ingolstadt, Donau

Eine absolute Grundvoraussetzung stellt die Reflexion und das folgliche Verständnis der eigenen Kultur dar. Erst wenn ich meine kulturelle "Programmierung" verstanden habe, kann ich andere Kulturen verstehen.

Im zweiten Schritt sollten die kulturellen Stereotypen verinnerlicht werden. Wir Menschen neigen dazu, komplexe Sachverhalte (und die kulturellen Unterschiede sind hoch komplex) zu vereinfachen. Das heißt, mehr oder weniger in Schubladen zu denken. Bspw. Typisch Deutscher oder Engländer oder Schwede oder Amerikaner. Seien Sie ehrlich: Beim Lesen dieser Begriffe haben Sie doch Bilder im Kopf ;-)

Als bspw. Deutscher sollte man sich bewusst werden, wie man bzw. wir denn im Ausland gesehen werden. Denn mit diesen Stereotypen wird auch heute noch - in unserer "globalen" Welt gearbeitet. Hilfestellungen geben operationalisierte Kulturdimensionen, siehe Hofstede, Trompenaars oder das GLOBE Projekt.

Und der dritte Schritt mit Blick auf die Erlernung interkultureller Kompetenz ist die indivuduelle Offenheit für fremde Kulturen - klingt einfacher, als es ist.

Viel Erfolg.

 

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