Wie lassen sich negative Gedanken in positive Überzeugungen verwandeln?

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Antwort von Ulrike Gmachl-Fischer
Inhaber KUBE !! Wien

Mithilfe eines Perspektivenwechsels verändern sich auch die Gefühle.

Ein einfaches Beispiel: Regen

Man kann Regen als etwas betrachten, das den Sonnenschein verhindert, schlechte Laune macht und Menschen zu unbequemer Regenkleidung zwingt.

ODER man kann die Aufmerksamkeit auf die Vorteile des Regens richten: Er lässt Blumen, Bäume, Obst und Gemüse, Getreide und Wälder wachsen und gedeihen. Er tränkt Tiere und Menschen. 

Wenn wir negative Gefühle verändern wollen, dann hilft es, den Aspekt zu finden, bei dem sich die Gefühle merklich positiv verändern. Ich  nenne das in meinen Seminaren "selbstschonendes bewerten bzw. interpretieren". 

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Antwort von Erich R. Unkrig
Inhaber ILOS® Institut für lernfähige Organisationen und Systeme Krefeld

Viele der Angebote, die Ihre negativen Gedanken in positive Überzeugungen „umprogrammieren“ wollen, funktionieren nach meiner Erfahrung nicht wirklich. Das „Warum?“ braucht ein Verständnis von dem, wie unsere Überzeugungen entstehen. Deren Entwicklungsprozess ist vor allem durch die Antwort auf die alltägliche Frage „Was bedeutet das?“ gekennzeichnet. Beispiele:

-          Ist etwas gut oder schlecht für mich?

-          Ist etwas förderlich für meine Ziele und Zukunft oder gefährdet es beides?

Wenn Sie zu einer negativen Antwort kommen, dann sollten Sie sich klar werden, dass diese nur auf einer möglichen Interpretation beruht. Werden Sie sich dann bewusst, dass es auch andere mögliche Interpretationen gibt. Interpretationen, die Ihnen zu dem Zeitpunkt, als sich Ihre Antwort (= Ihre Überzeugung) bildete, nicht in den Sinn kamen. Und die Ihre Erlebnisse und Erfahrungen sowie die zugrundeliegenden Ereignisse genauso gut erklären können. Durch diesen Reflektionsprozess werden Sie häufig feststellen, dass Ihre Überzeugung nur „eine Wahrheit“, aber nicht „die Wahrheit“ ist. Die Bedeutung dieser Erlebnisse, Ereignisse und Erfahrungen – also die Überzeugungen, die Sie sich dazu geschaffen haben – existierten immer nur in Ihrem Kopf.

Gehen Sie nun für sich auf eine Meta-Ebene und vergleichen Sie diese Überzeugungen mit dem, was Sie real erlebt (gehört, gesehen, gefühlt etc.) haben. Wenn dieser Denkprozess Ihnen zeigt, dass es nicht wirklich real war, sondern dass es nur in Ihren Gedanken existierte, dann sind Sie auf dem besten Weg, diese für Sie negative Überzeugung hinter sich zu lassen.

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Antwort von Markus Frey
Köln

Dass die Vögel der Sorge und des Kummers (bzw. der negativen Gedanken) über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen.

Asiatisches Sprichwort

 

Jeder von uns hat mal negative Gedanken. Aber genau das ist die Aufgabe: zu verhindern, dass sie „Nester“ in unserem Oberstübchen bauen, d.h. dass aus dem einzelnen negativen Gedanken die Gewohnheit eines grundsätzlichen negativen Denkens wird.

Eine meiner Lieblingstechniken in diesem Aufgabenfeld ist der so genannte „Gedankenstopp“. Er hat den Vorteil, dass er sehr schnell erlernbar und auch schnell wirksam ist. Ich setze ihn vor allem bei Situationen ein, die immer wiederkehren, und bei denen es mir oder einem Klienten schwer fällt, aus dem sich schon oft wiederholten Muster auszubrechen.

Der Gedankenstopp selbst besteht aus vier Schritten:

1.   In einem ersten Schritt überlege ich mir, wie ich am liebsten auf die mich so „stressende“ Situation, also im absoluten Idealfall, reagieren würde und schreibe dies auf in einigen Sätzen auf. Das muss mit der aktuellen Realität rein gar nichts zu tun haben, es geht wirklich nur um die Beschreibung des absoluten Idealfalls.
 

2.   Aus dieser Beschreibung kreiere ich eine Headline, eine Art „Bild-Schlagzeile“. Diese besteht aus einem einzigen Satz, ausnahmsweise vielleicht mal aus zwei (kurzen!) Sätzen. Wichtig ist, dass diese „Bild-Schlagzeile“ kurz und knackig ist, weil sie sehr schnell zur Verfügung stehen muss. Beispiel: „Souverän: brillanter Auftritt von Kerstin Schulze im Abteilungsleitermeeting!“
 

3.   Wenn nun die Situation kommt, die immer wieder negative Gedanken in Ihnen auslöst, dann sagen Sie zu sich selbst „Stopp“ (=Gedankenstopp) und vollziehen gleichzeitig eine Muskelkontraktion, z.B. indem Sie die Faust ballen. Diese Muskelkontraktion bewirkt eine Verstärkung im Gehirn.
 

4.   Danach „schieben“ Sie sofort Ihre vorformulierte „Bild-Schlagzeile“ über den negativen Gedanken. Wenn andere Leute um Sie rum sind, können Sie das in Gedanken bzw. im Verborgenen machen, wenn Sie allein sind, können Sie die Wirkung noch verstärken, indem Sie es laut und mit einer gewissen Emotionalität machen.

Dies ist eine von vielen Techniken, mit der wir unser Gedankenwelt umstrukturieren können (einige weitere finden Sie auch in meinem Buch „Den Stress im Griff“). Wenn Sie sie konsequent einüben, wird es auch Ihnen nach und nach besser gelingen, Ihre Ressourcen zur Bewältigung „stressiger“ Situationen viel besser abzurufen. Viel Erfolg dabei!

Herzlichst,
Markus Frey

Blog: Negative Gedanken verändern

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Antwort von Prof. Dr. Alfred Gebert
Inhaber Trainer und Coach Prof. Dr. Alfred Gebert Münster

Negative Gedanken blockieren uns. Aber wir können den positiven Aspekt finden. Wer ungeduldig ist, hat eine schnelle Auffassungsgabe. Und wer Entscheidungen heraus schiebt, sucht die beste Lösung!

Wer diplomatisch reagiert, kann seine Gesprächspartner positiv beeinflussen.

Wer selber negativ denkt, sollte den Gedanken in positive Gedanken umwandeln.

Z.B.: Ich bin nervös.  Besser: Ich werde schon ruhiger!

Oder: Ich bin zurückhaltend. Positiv: Ich werde aktiver und mutiger.

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