Wie können Mitarbeiter innovativ ans Unternehmen gebunden werden?

2 Expertenantworten: Foto von Sabine Hauswirth Foto von Manfred Eichtinger

Antworten:

Foto von Sabine Hauswirth
Antwort von Sabine Hauswirth
Inhaberin Sabine Hauswirth Consulting, Rosenheim

Jeder redet von Mitarbeiter-Bindung. Und diese ist auch wichtig. Doch für welche Firmen sind welche Mittel hilfreich? Es gibt kleine Firmen, die genauso interessiert sind, ihre Mitarbeiter zu motivieren und sie dadurch ans Unternehmen zu binden und es gibt große Unternehmen, die eigene HR-Abteilungen für diese Aufgabe haben.

Motivation hängt mit vielen Komponenten zusammen. Neben der intrinsischen und der extrinsischen Motivation gehören viele kleine Komponenten, die einen Mitarbeiter sich mit „seinem“  Unternehmen identifizieren lassen.

Mein Programm zur Mitarbeiterbindung ist zugleich ein Programm, das auch Einzelpersonen zum Selbstcoaching nutzen können. Als Unternehmensprogramm ist es ein Rahmen, das je nach Unternehmensgröße ans Unternehmen anpassbar und ausgestaltbar ist. Ich nenne es „Design on Frame“ – das Unternehmen gestaltet Struktur und Inhalt und Methodik selbst. Ich gebe lediglich den Rahmen (Frame) als Grundlage einer Strategieberatung. Warum? Jedes Unternehmen ist individuell und kennt seine Stellschrauben. Es braucht niemanden von Außen, der alles vorgibt oder installiert – warum auch. Jedes Unternehmen hat eine eigenen Unternehmenskultur und Intelligenz.

Die Grundlage meiner bisher entwickelten Konzepte, die einen 'Design on Frame', also einen individuell vom jeweiligen Unternehmen zu füllenden Rahmen anbieten, gehen davon aus, dass zukünftig der Mensch (in Verbindung mit künstlicher Intelligenz) im Mittelpunkt stehen wird, um nachhaltiges Wachstum aus Innovation im Unternehmen zu erzeugen. Folgende Herausforderungen gilt es dabei allerdings zu bewältigen:

  1. Stress und Dauer-Funktionieren beim Menschen führen zu Knock-out, zumindest aber zu Fehl-Konzentration und Fehlerhäufigkeit. Stichwort: Reduktionsintelligenz-Training(RIT), „Stress-Diät“
  2. die digitale Transformation führt zu einer ständigen und immer schnelleren Veränderungen von Geschäftsmodellen – aber auch gesellschaftliche Veränderungen kommen durch die Globalisierung immer schneller und massiver – Stichwort: Flexibilität, Veränderungsbereitschaft, Geschwindigkeit
  3. die erhöhte Veränderung und damit einhergehende Geschwindigkeit erfordert von Unternehmen erhöhte Innovationsfähigkeit – Innovation ist hier längst nicht mehr technisch zu verstehen, sondern insbesondere Einfallsreichtum generell und Ideen-Umsetzung in Schnellst-Zeit – Stichwort: speed of implementation, Innovationstraining
  4. jeder Mensch ist einzigartig und nutzt nur einen Teil seines Potenzials und seiner Talente – durch persönliche Weiterentwicklung und der ihm noch unentdeckten Seiten (Schattenprinzip, Joharis-Fenster) werden diese Potenziale aber erst zur Entfaltung gebracht. Ohne Weiterentwicklung bleiben diese brach, da unerkannt. Wachstum im Unternehmen wird zukünftig, so wie ich das sehe, aber vor allem durch Geschwindigkeit und der schnellen Umsetzung von Innovation entstehen. Und dieses Wachstum entsteht durch aktive Förderung der Mitarbeiter in ihrer persönlichen Weiterentwicklung (Potenzial, Talent, Einzigartigkeit), um diese an der richtigen Stelle im Unternehmen einzusetzen. Zugleich dient diese Förderung dem Wohlbefinden des Mitarbeiters. Stichwort: Talentismus, Vision, Ideen
  5. die Finanz- und Schuldenkrise, die EZB-Politik der Niedrigzinsen haben die Teile der herkömmlichen Altersvorsorgen einem Paradigmenwechsel unterworfen. Zugleich entstanden dadurch neue und höhere Versorgungslücken bei vielen Menschen zur Erhaltung des Lebensstandards im Alter. Versorgungslücken waren ohnehin schon bei sehr vielen Menschen vorhanden, nun ist die Lage aber verschärfter. Was niemand wirklich auszusprechen wagt, insbesondere die Politik, wird aber leider zunehmende Realität werden: lebenslanges Arbeiten, zumindest aber zusätzliches Arbeiten im Rentenalter, wird ein Szenario für sehr viel mehr Menschen als bisher. Um dies positiv zu gestalten und ohne Angst-Szenario bedarf es besonderer Strategien, auch Finanz-Knowhow für Alle, sowie Gesundheit, die bereits im Unternehmen gefördert wird. Stichwort: Reduktionsmanagement, Reduktionsintelligenz-Training(RIT), Gesundheit, Pausen, Entschleunigung, Stress-Diät, Reduktion, Zukunfts-Ökonomie
  6. der Demographie-Faktor PLUS die digitale Transformation bringen herkömmliche Mitarbeiterbindungs-Programme ins Schwanken. So wie ich das sehe, werden Mitarbeiterbindung genauso schnellen Veränderungen und Anpassungsbedarfen unterliegen werden wie alle anderen Programme auch. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass immer mehr ein RAHMEN eines Programmes „installiert“ wird und die Struktur, Methoden und Tools immer wieder vom Unternehmen entsprechend des Veränderungsbedarfs angepasst werden. Stichwort: Design on Frame.
  7. Jedes Unternehmen hat Gestaltungs-(„Design“)-Möglichkeiten, Mitarbeiter zu motivieren und zu binden. Und dies kann in  Unternehmen auch alltagstauglich, ja sogar teilweise kostengünstig, integriert werden. Stichwort: Reduktionsmanagement, Zukunfts-Ökonomie
  8. Mitarbeiter sind der „Schatz“ des Unternehmens. Und zugleich ein großer Faktor für Wohlbefinden und Wachstum zugleich. Stichwort: Estimee/Wertschätzung anstatt Value, Treasure oder Treasury als die zu hebende Schatzkammer = Treasue Value
  9. Die einfachen Möglichkeiten, auch schon ohne integriertes Mitarbeiterbindungs-Programm können sein: Pausen, Natur und Grünflächen ins Unternehmen integriert (besser: rausgehen ermöglichen), Bewegungspausen, Gehirnjogging für Entspannung: Synchronisationsübungen für linke und rechte Gehirnhälfte, kreative Ecke einrichten als Ausgleich zu rein analytischer oder einseitiger Tätigkeit (Pausen der Rekreation, Entspannung) – Stichwort: Vereinfachung von Mitarbeiterbindung
  10. Reduktionsmanagement ist nicht nur „Stress-Diät“, sondern wird auch ökonomische Anpassung der Lebensverhältnisse und -standards an Realitäten erforderlich machen. Dies sollte immer in Verbindung mit positiver Haltung geschehen und in einer realistisch-wertschätzenden Art und Weise erfolgen. Hier hat ein Arbeitgeber Möglichkeiten, Benefits in Form von NACHHALTIGER betrieblicher Altersvorsorge einzurichten. Eine zusätzliche Möglichkeit wäre, Mitarbeitern Economy-Knowhow in Form von Schulungen anzubieten. In Zeiten immer schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen und Verhältnisse fast ein Muss, um auch den Problemen von German Angst, zunehmender Angst vor (Geld-)Verlust eine positive Lösung und damit Motivation und damit Bindung ans Unternehmen zu bieten.

Sicherlich gibt es vollkommen unterschiedliche Herangehensweise an das Thema Mitarbeiterbindung und sehr viele unterschiedliche Konzepte und Programme, die auch schon bewährt angewandt werden. Dies ist hier meine Vorstellung eines Rahmens. Wie das einzelne Unternehmen den Rahmen füllt, kann ganz individuell nach Größe, Struktur, Branche, Entscheider-Flexibilität und Finanzmitteln unterschiedlich ausfallen.

 

Passende Publikationen von Sabine Hauswirth

Cover zu Satellite-Core-Modell
1
Foto von Manfred Eichtinger
Antwort von Manfred Eichtinger
W.I.N.2 BeratungsGmbH, Bielefeld

Mitarbeiter sollen sich im Unternehmen wiederfinden, in ihren Ideen und Vorschlägen und in ihren gelebten Veränderungen am eigenen Arbeitsplatz sowie bereichsübergreifend im gesamten Unternehmen. Es ist geradezu ein Muss, eine Lernkultur zu beleben, in der Fragen gerne gehört und aufgenommen und nicht als Störfaktor empfunden werden. In dieser Lern- und Entwicklungskultur wird nicht in erster Linie an Fehlern, sondern an Erfahrungen und an Ergebnissen gedacht - und gearbeitet, durch diese persönlich und im Team gelernt wird. Aus positiven Erfahrungen wird ebenso gelernt wie aus negativen. Gemeinsam werden Wege der Weiterentwicklung beschritten, gestaltet und zielführend verfolgt.

Und dadurch reifen wettbewerbsfähige Innovationen, die zugleich die Bindung der Mitarbeiter ans eigene Unternehmen bedeuten. Identifizierend und sinnstiftend. Denn jeder Mitarbeiter will sein "Baby" weiter entwickeln, betreuen und auch pflegen.

Somit sprechen wir vom klassischen CHANGE-MANAGEMENT, das von Führungskräften immer wieder neu in den Teams angestoßen, begleitet, getestet, evaluiert und controllt werden sollte.

Ein höchst spannender und erfolgreicher Weg, wie ich ihn persönlich in KMU-Unternehmen immer wieder mit großer Freude und Dankbarkeit mitgestalten und erleben darf. Für Mitarbeiter, für Unternehmen und ebenfalls für mich - identifizierend und sinnstiftend!

     



Weitere Fragen zum Thema Innovation