Wie erstelle ich einen Finanzplan?

6 Expertenantworten: Foto von Karl H. Jaquemot Foto von Jo Vorstadt Foto von Michael D. G. Wandt Foto von Martina Wirth Foto von Dr. Sabine Hahn Foto von Walter Binder

Antworten:

Foto von Karl H. Jaquemot
Antwort von Karl H. Jaquemot .
Inhaber Betriebsberatung Jaquemot Aachen

Ich halte generell nichts von Kollegenschelte, möchte aber gerade deshalb darauf hinweisen, dass jeder fachkundige Mensch sich hier mit bestem Wissen und Gewissen und in der Absicht zu helfen betätigt. Dass dabei das eine oder andere nicht in der akademisch gebotenen Exaktheit geschieht, kann man angesichts der Vielfalt der Antworten in der Regel gut verschmerzen.

Der Finanzplan umfasst drei verschiedene Betrachtungswinkel der unternehmerischen Aktivitäten und ihren Niederschlag in kaufmännisch relevanten Kennzahlen. Diese drei Ansichten sind:

  1. Investition und Finanzierung
  2. Rentabilitätsplan
  3. Liquiditätsplan

Zu 1: Zunächst also ist zu ermitteln, welches sachliche Equipment dem Unternehmen zur Verfügung stehen soll. Das sind kurz gesagt: Anlagevermögen, Umlaufvermögen und Betriebsmittel (Deckung von Anlaufkosten, die nicht aus Umsätzen gedeckt werden können). Die sich daraus ergebende Summe muss finanziert werden, zum einen aus Eigenmitteln, und soweit diese nicht ausreichen durch Fremdmittel (i.d.R. Kredite, aber auch Beteiligungen).

Zu 2: Die Rentabilität meint die Gewinnvorschau. Hier sind Umsätz, Herstellkosten (Waren- und Materialeinsatz, evtl. Femdleistungen) und schließlich laufende Betriebskosten gegenüber zu stellen, um den jeweiligen Jahresgewinn zu ermitteln, i.d.R. für mindestens 3 Jahre. Hier schlagen sich z.B. Überlegungen zur Markterschließung im Umsatz nieder, aber auch in den Kosten (z.B. Werbeaufwand). Im Ergebnis lassen sich daraus Aussagen zur Tragfähigkeit des Vorhabens ableiten.

Zu 3: Die Liquiditätsplanung schließlich ist eine Abbildung aller Zahlungsströme in einer monatlichen Auflösung. Damit wird sichergestellt, dass jederzeitige Zahlungsfähigkeit besteht. Hier gehen dann nicht nur die betrieblichen Einnahmen und Ausgaben ein (die sind weitgehend aus der Rentabilitätsvorschau zu entnehmen und um den wahrscheinlichen Zahlungszu- und -abflusszeitpunkt zu korrigieren), sondern sämtliche Zahlungsströme, also auch Kreditaufnahmen, Privatentnahmen, Steuerzahlungen etc..

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

3 passende Publikationen von Karl H. Jaquemot

Cover zu Fördergelder (E-Book)
Cover zu Fördergelder
Cover zu Existenzgründung
Foto von Jo Vorstadt
Antwort von Jo Vorstadt .
AktivCoach und Strategie-Experte AktivCoach und Strategie-Experte Auenheim

1. Feststellung des Kapitalbedarfs gemäß Liquiditätsplanung
2. Auswahl der Finanzierungsquellen:

  • Eigenkapital (Beteiligungen, Crowdinvest, Subventionen etc.)
  • ​Fremdkapital (Darlehen, Lieferantenkredit etc.)

3. Erstellung eines Zins-/Tilgungsplans 

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Michael D. G. Wandt
Antwort von Michael D. G. Wandt .
Direktor Fördermittelberatung (unter der Marke WABECO Subventionslotse) WABECO Fördermittelberatung BDU Reiskirchen

Wenn Sie eine Software suchen, die Ihnen hilft, schauen Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft nach (www.existenzgruender.de)

Ein Finanzplan ist das Ergebnis der Unternehmensplanung inklusive der Analyse aller Zahlungsströme. Dazu gehört die Finanzierung erst einmal nicht!

Der Finanzierungsplan stellt die Finanzierung des Kapitalbedarfes dar. Der einfachste Finanzierungsplan ist gemacht, wenn man weniger ausgibt als man einnimmt. Das nennt man Eigenfinanzierung.

Wer Finanzplan von Finanzierungsplan nicht auseinanderhalten kann fällt an der Hochschule durch meine Prüfung durch. Sorry Kollegen, aber Wissen hilft.

Wenn Sie wissen wollen, wie man eine Finanzierung macht, dann stellen sie die passende Frage oder kommen Sie zu einem kostenlosen Seminar.

Beispielsweise hier: https://www.xing.com/events/fordermittel-zinsen-tilgung-sicherheiten-1777494?came_from=11 (Seminar der Akademie des Technologie- und Gründerzentrums Gießen)

 

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

3 passende Publikationen von Michael D. G. Wandt

Cover zu Förderung der Kapitalbindung in Umlaufmitteln
Cover zu Förderung von Kapitalbindung im Warenlager
Cover zu Online-Hilfe zur Prüfung der Machbarkeit einer Finanzierung
Foto von Martina Wirth
Antwort von Martina Wirth .
Executive Coach + Wirtschaftstrainerin coach4success Augsburg

Die meisten seriösen Banken bieten eine Gründungsberatung und haben elektronische Tool für die Erstellung eines Finanzplans bzw. des Business Plans.

Im Prinzip ist es ein erweiteres Haushaltsbuch, in dem alle Einnahmen und alle Ausgaben für die nächsten 5 - 7 Jahre eingeschätzt und geplant werden; es empfiehlt sich immer eine Best Case und Worst Case Planung zu erstellen.

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Dr. Sabine Hahn
Antwort von Dr. Sabine Hahn .
Geschäftsführer Beratung & Coaching Dr. Sabine Hahn Köln

Ich würde generell einen externen Berater empfehlen.

Ansonsten geht es um folgende Posten: geplante Einnahmen / Umsatz, geschätzte Betriebsausgaben, notwendige Investitionen und darauf aufbauend errechnen sich Rentabilität und Liqudität.

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.

Foto von Walter Binder
Antwort von Walter Binder .
Berlin

Investitionen + Erstausstattung an Waren lassen sich relativ einfach ermitteln. Tilgungen für Kredite stehen auch fest. Schwieriger ist es mit der Ermittlung der Betriebsmittel, also vermutlicher Bestand an Forderungen nach den vermutlichen Zahlungsgewohnheiten der Kunden, Reserven für Wareneinkauf für den Fall größerer Aufträge.

Ich habe mir eine eigene Software entwickelt, die aus dem Ertrags- und Investitionsplan den Liquiditätsplan entwickelt.

Loggen Sie sich ein um diese Antwort als hilfreich zu markieren.



Weitere Fragen zum Thema Existenzgründung