Was ist Leadership und wohin entwickelt sie sich heute?

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Antworten:

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Antwort von Lothar Seifert
, Naundorf

Leadership = Führung

Eine gute Führung von Mitarbeitern entwickelt sich aus leadership skills = Führungskompetenz und leadership training = Führungstraining

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Antwort von Sabine Hauswirth
Inhaberin Sabine Hauswirth Consulting, Rosenheim

Innovation, Leadership und Zukunfts-Denken

Wer den Zugang zu seinem Inneren erreicht hat, kann damit aus der Kraft der eigenen Stärke schöpfen. Die Kraft der eigenen Stärke erwächst ausschließlich aus dem Adaptiv Unbewussten. Aus dem Adaptiv-Unbewussten entstehen Leadership, Kreativität, Vision und Innovation. Sie erwächst nicht aus dem Verstand, weil der Verstand nachweislich begrenzt ist. Der Verstand ist das, was wir kognitiv erfasst und abgespeichert haben, der Verstand ist aber definitiv nicht unser Selbst. Im Verstand verwurzelt ist Management und Strategie, Präzision, Rechnen und Sachlichkeit. Doch hieraus wächst keine echte Leadership-Qualität. Dies wird nach wie vor insbesondere in patriarchalen Unternehmens-Strukturen verwechselt. Verstand ist daher nicht Grundlage von Leadership und genau aus diesem Missverständnis heraus entstehen oft Besetzung von Führungspositionen, die Empathie und Einfühlungsvermögen sowie Innovationsdenken und Kreativität vermissen lassen, weil ausschließlich der Verstand regiert. Leadership, so wie ich das sehe und viele andere kluge Leute auch, entsteht ausschließlich aus einem integrationsstarken Selbst, also aus der Verbindung von Adaptiv-Unbewussten in Zusammenarbeit mit dem Verstand, und zwar in einem Top-Down-Ansatz, also zuallererst das Adaptiv-Unbewusste, erst danach Zuschaltung der Logik. Leider habe ich in meiner eigenen beruflichen Laufbahn in vielen Jahrzehnten die Erfahrung in Deutschland gemacht, dass genau DAS nicht gewünscht ist in Führungspositionen. Doch das wird sich nachhaltig für Deutschland rächen. Denn dort wo Leadership entsteht, nämlich im adaptiv-Unbewussten, entsteht auch die Innovation und Vision. Und die brauchen wir wie nie zuvor. In einer Zeit, wo Change in einer überdimensional schnellen Zeitspanne passiert, kann Strategie alleine gar nicht mehr hinterherkommen. Sie braucht einfach zu lange Zeit, bis sie erst einmal ausgedacht und fertig konstruiert ist. Wenn dann außerdem Leadership falsch interpretiert wurde und ausschließlich über den Verstand besetzt wird, können zukünftige Führungsaufgaben erst recht nicht mehr bewältigt werden: denn es braucht zunehmend Visionäre, Innovatoren und Zukunfts-Denker als Lenker und Leader.

Auch viele Unternehmensberatungen werden daher in ihrer rein strategisch ausgerichteten Beratungsweise den Anforderungen im Zeitalter Industrie 4.0 nicht mehr gerecht werden können. Denn schneller und höchst-effizient ist das adaptiv-Unbewusste, und durch diese Reihenfolge wird sehr viel effizienter erst nachträglich der Verstand und damit die Strategie eingesetzt. Deshalb geht mein Ansatz auch in eine vollkommen andere Richtung: die Mitarbeiter auf Innovationsdenken, Flexibilität und Geschwindigkeit (IFG) hin zu trainineren, um beispielsweise einen eigenen Corporate Think Tank oder Ähnliches zu bilden, um dann die Innovation AUS DEM UNTERNEHMEN heraus zu bilden und schnell adaptiv-situativ auch Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen, Work Flows oder was auch immer Anpassungsbedarf hat, anzupassen. Das heißt also, vernetzes Denken (also adaptiv-Unbewusstes mit Logik und anderen Bereichen unseres Gehirnes) zu trainieren ist die Grundlage zukünftiger nachhaltiger Weiterbildungsmaßnahmen von Mitarbeitern.

Und der Verstand ist notwendig, um Dinge und Situationen zu analysieren, um zu rechnen, langfristig zu planen oder sicherzustellen, dass in manchen Bereichen Strategien erstellt werden. Auch ist er notwendig, um technische Errungenschaften weiterzuentwickeln, die allesamt auch der Innovation unterliegen. Unser Selbst jedoch ist unser Unbewusstes und deshalb sind wir Menschen auch einzigartig. Weil jeder Mensch ein eigenes Unbewusstes und ein eigenes Selbst hat. Aus unserem Unbewussten entstehen auch unsere Absichten, unsere Ziele für unser Leben, unsere Visionen. Absichten oder Intentionen sind deshalb wichtig, weil sie bestimmte Momente des Lebens verknüpfen und Handlungen des Jetzt mit Handlungen des unmittelbar nächsten Moments verbinden. Also aus einer Kurzfristigkeit JETZT) in eine Langfristigkeit(ZUKUNFT) münden. Intentionen sind somit eine fortgeschrittene Impulssteuerung und sind wichtig gegen vorschnelle Reaktionen. Das Entwickeln von Intention/Ziel/Vision kann aber nur aus unserem Selbst entstehen. Das heißt im Umkehrschluss, Leadership rein auf Vernunftebene basierend ohne Ausschöpfen des Adaptiv-Unbewussten, ist dann ausschließlich Management und es fehlen Vision und Innovation. Und genau deshalb setzt echtes Leadership NICHT ausschließlich im Management an, denn Management und Strategie sind nur dem sogenannten 'kalten System', dem Verstand, zugeordnet.

Deshalb ist Leadership aus einem integrationsstarken Selbst Führungsstärke, die weder aufoktroyiert, also von außen aufgestülpt, noch nachgeeifert oder kopiert werden kann. Aus diesem Prozess, aus dem Prozess des Adaptiv Unbewussten heraus entsteht dann auch Innovation. Es ist die Verbindung von Intention mit antizipiertem Denken, also Zukunfts-Denken und vorausschauendes Nach-Vorne-Blicken. Ich sage da gerne immer, weil ich Fußballfan bin und Mutter zweier erwachsener Fußballspieler - Futurethinking ist wie Fußball: Du überlegst, wo Dein Ball logischerweise landen musst. Und das überlegen heißt hier: zunächst adaptiv-situativ, dann die Logik. Um es ins Fußballerische bildhaft zu übertragen: kein Fußballspieler dieser Welt nutzt zuerst seinen Verstand - ohne adaptiv-Unbewusstes kann der gar kein Tor schießen.

Wer so sein Selbst also “angefeuert“ hat, wird automatisch zu den entsprechenden kognitiven Steuerungselementen geführt. Es sind diese vermeintlichen“ Zufälle“ des Lebens, die dann erscheinen, die aber letztendlich nichts anderes sind als das Erkennen der zu einem passenden Informationen im Außen. Auch das entsteht in einer Leadership-Qualität, die die Zukunft und Innovation des Unternehmens im Auge haben will. Und genau diese Zukunfts-Qualität braucht es, wenn Unternehmen überleben und den Herausforderungen im Zeitalter digitaler Transformation bestehen wollen. Denn viele haben die Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen durch die Künstliche Intelligenz noch nicht erkannt: hier werden viele bisherige Berufe, die rein analytisch-logisch sind, also auf den Verstand beruhen, ersetzt. Was bleibt und zunehmend erforderlich wird, jedoch sind Kreativität und Innovations'denken', weil das noch nicht durch Künstliche Intelligenz (AI) geleistet werden kann. Kreativität & Innovation in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz wird die Schlagkraft zukünftiger Unternehmens-Stärke und entsprechend Wachstum ausmachen.

Denn das ist Zukunftsdenken und somit auch Leadership im eigentlichen Sinne. Neuschöpfung (Re-Creation) und Innovation entstehen in einem achtsamen Moment. Fast spielerisch. Erholung (Re-Creation) entsteht nicht durch Funktionieren & Technik. Erholung entsteht durch Spiel, Humor, kreatives Sein. Dies alles entsteht in unserer rechten Hirnhälfte. Durch Pausen machen, Smart Work statt Hard Work, Zustand von Präsenz, Nicht-Urteilen(Fokusblick ist Enge). So entsteht Neuschöpfung. Neuschöpfung ist Innovation. Und Innovation ist Evolution.Und dies als Leader zu wissen, zu kennen und zu berücksichtigen als Rahmenbedingungen für New Work wird den Leader und somit Wachstum 4.0 ausmachen.

Wer also den Herausforderungen dieser Zeit, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, gewachsen sein möchte, benötigt Zugang zum Selbst und erhält dadurch

1.     Innovationsdenken

2.     kreative Ideen

3.     Empathie und soziales Handeln

4.     höchste Konzentration

5.     Effizienz im Gehirn

6.     die richtigen Entscheidungen

7.     Klarheit und Wesentlichkeit

8.     Wohlbefinden und Flow

9.     Integration von Körper Geist Seele

Und damit Leadership der Zukunft als Leadership 4.0

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Antwort von Astrid Göschel
Geschäftsführerin SprachINGENIEURIN, Hamburg

Guten Tag,

ist die Frage: "Wohin sich Leadership aus meiner Sicht entwickelt?" 

Oder möchten Sie wissen, was für mich Leadership ist?

Geht es Ihnen um weibliches oder männliches Leadership? Um Leadership der aktuellen Generation oder der 50 plus Generation?

Da lässt sich viel unterschiedliches berichten.

Mfg,

Astrid Göschel

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Foto von Ulrich Martin Drescher
Antwort von Ulrich Martin Drescher
Organisationsberater, Moderationsexperte moderation.de, Kirchzarten

"Leadership", oder wie ich lieber formuliere: "Führungskraft", zeichnet sich - empirisch belegt - generell durch vier Fähigkeiten aus:

  1. die erfolgreiche Führungskraft erkennt Talente anderer Personen
  2. sie verstärkt die Stärken einer Person (deren Talente sie ja erkannt hat), und will nicht deren Schwächen kurieren
  3. sie führt über gemeinsam formulierte Ziele, nicht über die Kontrolle des Weges zur Zielerreichung
  4. sie bringt die Personen an die richtigen Stellen im Unternehmen (an denen diese entsprechend ihren Talenten und Stärken gut zur Wirkung kommen).

Leadership/Führungskraft entwickelt sich wohl in folgende Richtungen:
Wer eine Organisation agil, innovativ und offen führen will, entwickelt am besten eine Kultur des Vertrauens, des sich Trauens, der Fehlerfreundlichkeit. Sie/Er gibt Orientierungen vor und formuliert klare Prinzipien und Spielregeln für alle. Er/Sie weiss um die systemischen Strukturen und Entwicklungsgetze einer Organisation, z.B. das die Verhältnisse das Verhalten bestimmen und kann mit losen und engen Kopplungen versiert umgehen. Eine der besten Verhaltensregeln, die ich aktuell in einem führenden Handelsunternehmen erlebe, lautet: "Mach mal !". Das funktioniert allerdings nur, wenn man um die stillen Regeln der Macht in Unternehmen weiss und auch loslassen kann.

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Antwort von Jürgen T. Knauf
Geschäftsführer SCOPAR GmbH, Würzburg

Leadership - gestern, heute und morgen? Es gibt da keine sich regelmäßig verändernde Entwicklung, denn Leadership bedeutet(e) immer schon:

Authentizität, Begeisterung und Feuer entfachen durch

  • visionäre Ideen
  • edle Ziele und edle Werte
  • Mut für neue Wege
  • Verantwortung übernehmen
  • die Bedürfnisse der Menschen wahr- und ernstnehmen
  • den eigenen Worten die passenden Taten folgen lassen
  • Vorangehen und mitmachen

 

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Antwort von Martin Beims
Inhaber, Geschäftsführer aretas GmbH, Aschaffenburg

Die Digitalisierung bedingt in allen Unternehmen nicht nur technische sondern oft auch große organisatorische Veränderungen. Um diese Veränderungen erfolgreich zu gestalten, sind klassische Managmeentwerkzeuge der hierarchischen Führung nicht mehr ausreichend. Ein Manager mit Leadership Skills ist in der Lage, ein ganzes Team mit Charisma zu begeistern, die aktuelle Situation genau zu kennen und als werte-stabiles Vorbild voranzuschreiten. Dazu gehört es ein klares Zielbild vor Augen zu haben, jederzeit auf Fragen und Unsicherheiten antworten zu können und als Stabilitätsanker trotz Veränderungen wahrgenommen zu werden. Für einen guten Leader ist es wichtiger zuzuhören und andere Meinungen einzuholen, als den einen und richtigen Weg zu predigen. Er fördert die Eigenmotivation der Mitarbeiter statt immer wieder Arbeit zu delegieren. Hohe Leadership Skills schaffen Freiräume für die Mitarbeiter und geben einen Vertrauensvorsprung.

Zusammengefasst entsteht dies durch:

1.      eine gute Vorbereitung mit dem Blick für die nächsten Schritte

2.      die Fähigkeit zuzuhören

3.      stets zu wissen was passiert

4.      lösungsorientiertes Denken und Handeln

5.      die Bereitschaft aus Fehlern zu lernen.

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Antwort von Prof. Dr. Friederike Müller-Friemauth
Ökonomische Zukunftsforschung / Beratung, GF kühn Denken auf Vorrat, Odenthal bei Köln

Guten Tag,

aus Zukunftsforscher-Sicht:

New Leadership (oder Führung 4.0) bedeutet, sich langsam und kontrolliert von der Vorstellung einer Führung von Mitarbeitern zu lösen und sich systematisch auf eine Führung von (Organisations-) Systemen einzustellen. Das wird viele Jahre dauern und ist kein singulärer Schnitt.

Künftige Führungskräfte werden Bereiche führen: Teams, Abteilungen, kollaborierende Sektoren (Modewort 'Netzwerke'). Mit einer steten Zufuhr an Impulsen, Inspirationen (wohin will das Unternehmen, was ist unser Unternehmenszweck, für welche Art, die Dinge zu tun, stehen wir?), dies immer wieder in Erinnerung zu rufen, die Mitarbeiter kollektiv auf die Auseinandersetzung zu verpflichten, andauernd die Frage zu beantworten: Machen wir es richtig? Was könnten wir verbessern? Welche neuen Optionen bieten uns technologische Entwicklungen?, usw. Die Führungskraft "nudged" (amerik., "schubsen"): Sie stößt die Mitarbeiter kontinuierlich an zum Anders-Denken, zum Umdenken oder Neudenken. Das ist ihre zentrale Aufgabe. Sie sorgt dafür, dass der ganze Laden einer für jeden Einzelen klaren und deutlichen Linie folgt.

Was die Mitarbeiter genau zu tun haben, wie sie es tun sollen und sogar, wie sie sich motivieren, ist nicht mehr der Job von Führung: Das wissen die Mitarbeiter nämlich selbst, und zwar in aller Regel besser als Sie. Wenn Sie als Unternehmen einen resonanzfähigen Unternehmenszweck haben, hinter den sie alle versammeln können, brauchrn sie keine Motivationstools. Die saubere und betriebswirtschaftlich vernünftige Definition dieses Purpose und die Organisation dieser 'Versammlung' allerdings sind ihr Job.

Vorbilder: Morning Star, Googles Calico (Unternehmenszweck "Krebs besiegen"), Amazon - trotz vordergründig fast verrückt erscheinender Dauerumstellung der Geschäftsbereiche (Kindle fordert Buchverkauf heraus, Web Services wurden Neben- und dann schnell Hauptgeschäfte, jetzt Lebensmittel-Handel...: Die Identität dieses Unternehmens ist die potenziell allumfassende Maximierung von digital operationalisiertem Kundenkomfort.

Klitzekleines Problem bei der Sache: Mit der derzeitigen ökonomischen Ausbildungssituation hat all das nichts zu tun. So zu denken lernt hierzulande niemand.

Good luck.

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Referatsleiter Wirtschaftsförderung Dr. Michel Knieß, Berlin

Leadership. Übersetzt „Führung“, ist mehr als managen. Unter einem Leader wird im Zusammengang mit Unternehmen heute der „moderne, wahren Manager“ verstanden.

Während Manager eher Begriffe wie Verwalter, Organisierer bzw. Controller kennzeichnen, geben Leader die Zukunftsrichtung vor, motivieren bzw. inspirieren.

Da der Erfolg von Unternehmen neben visionärem und innovativem Denken auch durch geordnete Abläufe bestimmt ist, wird die starke begriffliche Trennung zwischen „Managern“ und „Leadern“ in der neusten Betrachtung durchaus neu diskutiert, ohne allerdings die Bedeutung von visionärem Denken zu verneinen.

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Antwort von Prof. Dr. Horst Muschol
Gutachter Westsächsische Hochschule Zwickau (FH), Zwickau

Bei einer Tendenz zur Modularisierung der Wertschöpfungsprozesse ist neben der Sachkompetenz insbesondere die generelle Vorbildwirkung und die Fähigkeit zur "langen Leine" wichtig.

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Antwort von Raimund Milz
Geschäftsführer, Hannover

Ein Blick ins Wörterbuch gibt auf den ersten Teil der Frage folgende Antwortoptionen:

  • Führung (Leitung, Menschenführung)
  • Leitung
  • Führungsetage
  • Menschenführung
  • Herrschaft

Abgesehen von der letztgenannten “Herrschaft” beschreibt ein moderner Leadership-Begriff die Weiterentwicklung von Management auf eine neue Ebene. Gilt es als Manager “die Dinge richtig zu tun”, soll der Leader “die richtigen Dinge tun”. Dies führt zu einer weitergehenden Betrachtung in der Unterscheidung der Begrifflichkeiten. In seinem sehr lesenswerten Buch “What brought you here won’t bring you there” beschreibt Dr. Marshall Goldsmith eindringlich die Notwendigkeit zur Entwicklung (völlig) neuer Fertigkeiten und Fähigkeiten, wenn man in eine Leadership Position kommt. Ist man als Manager eher “Achiever”, also jemand der direkte Ergebnisse produziert, geht es als Leader seiner Meinung eher darum, ein “Enabler” zu sein, also andere dazu in die Lage zu versetzen und angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen. Leadership erfordert daher einen weiteren Horizont in der Betrachtung unterehmerischer Heruasforderungen, die Fähigkeit schnelle und pragmatische Entscheidungen zu treffen und diese in alle Richtungen verständlich zu kommunizieren. Führung erfordert, dass andere folgen. Menschen folgen aber anderen nur dann, wenn Sie

  • verstehen, wohin die Reise gehen soll,  
  • am Prozess beteiligt sind und
  • (auch) ihre persönliche Zukunft positiv beeinflussen können.

Dazu müssen die Menschen im Unternehmen Vertrauen in Ihre Führungskräfte entwickeln, um sich in unserer heutigen komplexen Welt voller Unsicherheit, Volatilität und Zweideutigkeit (VUCA = Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) einigermaßen sicher zu fühlen.

Unternehmen werden also zukünftig viel stärker auf Führungskräfte mit entsprechender Führungspersönlichkeit setzen müssen und eine Beförderung nicht mehr als Belohnung für in der Vergangenheit Erreichtes einsetzen können. 

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Antwort von Günter Polhede
, Stemwede

Leadership kann mit Führung übersetzt werden.

Im Extremfall würde der Führende dem Geführten für dessen Aufgabenerledigung alle Einzelheiten vorgeben, das Verhalten betreffend und fachlich.

Teamarbeit kann man als Gegenpart zu Führung betrachten. Dabei wird von weitgehender Selbstorientierung der Geführten ausgegangen.

In der Realität bildet sich logischerweise eine Mischung aus Führung und Teamarbeit heraus. Diese ist abhängig von:

- den Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Führen und zum Kooperieren durch den Führenden

- der Verhaltens- und Fachkompetenz des Geführten

Die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Führungsebene betreffen eventuell eingeschaltete Headhunter oder externe Personalberater, Personalchefs und die Fachvorgesetzten. Sie alle müssen bei Bedarf aufeinander abgestimmt sein, wenn sie Mitarbeiter suchen, einstellen oder betreuen.

Die    erforderlichen Verhaltens- und Fachkompetenzen des Geführten ergeben sich aus den Anforderungen, mit denen sein Tätigkeitsfeld beschrieben ist. Bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz sollte er seine Potenziale genau kennen, um sich nicht einer Überforderung preiszugeben. Er sollte darauf achten, ob eine erforderliche Einarbeitung gewährleistet wird.

Die Zusammenarbeit zwischen Führendem und Geführtem ist traditionell eher durch folgende Möglichkeiten oder auch Alternativen geprägt:

- hierarchisch orientiert

- teamorientiert

- an der Bezahlung ausgerichtet

- an vorgegebenen Zeitbudgets ausgerichtet

- durch die Kompetenz von begehrten Spezialisten bestimmt

- von der ökonomischen Situation abhängig, speziell vom Wachstum

- von der Situation auf dem Arbeitsmarkt mitbestimmt

Die Führungssituation wird zukünftig schwerpunktmäßig eher durch die ökonomische und technologische Entwicklung beeinflusst.

Eine schwächelnde und sich ökonomisch sowie gesellschaftlich polarisierende Ökonomie kann die Stabilität der Führungssituation beeinflussen.

Hier kann die technologische Entwicklung kompensatorisch wirken. Diese ist unter anderem durch folgende Stationen beschreibbar: Mechanik, Elektrik, Elektromechanik, Elektronik, Informationstechnik, Digitalisierung.

Die Digitalisierung ist durch die Zahlen Null und Eins charakterisiert. Sie bilden die kleinste Einheit zur Darstellung von Informationen und Ermöglichung von Entscheidungen. Komplexe Informationen und technische Systeme im Bereich der Steuerung und Regelung können in viele dieser kleinsten Einheiten zerlegt werden, um sie zwecks Lösung technischer, organisatorischer oder ökonomischer Themenstellungen neu zusammenzufügen. Dadurch können Informationen, Kommunikation, Unterhaltung, Marktstrategien, Produktion, Dienstleistungen, Marketing und Kundenbetreuung unter technischen und ökonomischen Gesichtspunkten global dargestellt und koordiniert werden.

Vor diesem Hintergrund findet die Führung von Mitarbeitern in drei wesentlichen Kategorien statt:

1.      Durch die Programmierung komplexer Systeme bleiben technisch oder ökonomisch bedingte Restfunktionen übrig, die von Menschen auszuführen sind.

2.      In Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen und denen Projektpreise als Sachzwang vorgegeben sind, muss das Management die zugehörigen Termine und Budgets im Zusammenwirken mit den Ausführenden realisieren.

3.      Unternehmen, die eher im informationstechnologischen Bereich angesiedelt sind und hauptsächlich auf der Basis von Bildung und Finanzkraft betrieben werden, sind oft nicht vom Wettbewerb Getriebene, sondern Treiber im internationalen Wettbewerb. Primär hier gibt es entsprechende Freiheiten zur Gestaltung der Führungssituation.

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