Welche Versicherungen brauche ich unbedingt bei Gründung und was gibt es zu beachten (z.B. Sperrfristen)?

4 Expertenantworten: Foto von Sabine Hauswirth Foto von Frank Dietrich Foto von Thomas Pochadt Foto von Oliver Velleman

Antworten:

Foto von Sabine Hauswirth
Antwort von Sabine Hauswirth
Inhaberin Sabine Hauswirth Consulting, Rosenheim

Ich arbeite zwar schon viele Jahre nicht mehr im Finanz- und Versicherungsbereich, will hier aber einfach ein paar ganz praktische Tipps nicht nur aus meiner eigenen Unternehmerinnen-Erfahrung, sondern als ehemalige Versicherungsmaklerin & Finanzberaterin machen:

  • generell würde ich mich zunächst immer an eine neutrale Stelle wenden, die interessenunabhängig arbeitet, also keine Versicherungen vermitteln will. Zumindest eine Checkliste finden Sie hier beim BMWI, um einen Überblick zu bekommen
  • eine Krankenversicherung benötigt man immer und ist auch mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung: von einer privaten Krankenversicherung würde ich unbedingt abraten. Die Preise sind unkalkulierbar, die Preise der gesetzlichen zwar auch, aber die Versicherungstarife im privaten KV-Bereich sind oft 'geschlossene' Tarife und überaltern, was meistens überdimensionale Erhöhung der Preise langfristig bedeutet. Aber ein weiterer wesentlicher Grund spricht gegen die private KV: Sie kommen nicht mehr wirklich heraus. Anders als in den Niederlanden oder vielen anderen Staaten lässt Deutschland hier ein ganz enges Tor zu, um aus der privaten Krankenversicherung herauszukommen. Lieber eine hervorragende private Krankenversicherung zusätzlich abschließen, die Zahnersatz und Heilpraktiker sowie Ärzte mit Naturheilverfahren in hohem Umfang abdeckt. Eine Krankentagegeldversicherung ist aber wichtig für den Fall, falls man krank ist und nicht mehr arbeiten kann.
  • eine Berufshaftpflicht, die Private Haftpflicht integriert, ist ein MUSS
  • eine Rechtsschutzversicherung finde ich auch ein MUSS, weil man nie weiß, was mal auf einen zukommt
  • eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, je nachdem, was man für einen Beruf ausübt, ist auch fast ein Muss. Aber hier kommt es wirklich auf den Bedarf an und hier geht es fast nicht ohne Beratung. Suchen Sie sich wirklich gute Versicherungsmakler, die im Netz auch gut bewertet wurden, ggfs. holen Sie sich noch eine Zweitmeinung. Ich habe schon in früherer Zeit meinen Kunden gesagt: egal wie sympathisch oder kompetent man seine Beraterin oder seinen Berater findet, blindes Vertrauen darf man nie haben, insbesondere nicht in finanziellen Fragen. Und Versicherungen haben indirekt immer mit Ihren Finanzen zu tun. Denn wer nicht genügend abgesichert ist, hat dann entsprechende Kosten zu zahlen.
  • es gibt noch einige Versicherungen, die durchaus Sinn machen würden für ein Startup. Aber hier sollte man sich die Checkliste anschauen.
  • sofern ich hier etwas vergessen habe: das könnte durchaus sein. Deshalb: Rat vom Experten - in dem Fall Verbraucherzentrale oder Versicherungsmakler
Foto von Frank Dietrich
Antwort von Frank Dietrich
Inhaber 10minutes AG, Berlin

bezogen auf meine Fachbereiche benötigen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Bitte wählen Sie diese sehr sorgfältig, am besten bis Jahresende, denn danach wird es teurer werden. Das meiste am Markt ist Mist. Bei der Krankenversicherung wäre ich vorsichtig. Warten Sie erst einmal ab, wie sich ihr Geschäft entwickelt und überlegen Sie  frühestens nach einem Jahr, welches der beiden Systeme für Sie das richtige ist. Eine Pflegezusatzversicherung macht immer Sinn, gerade wenn zur Gründung des Unternehmens auch die Gründung einer Familie zählt. Bitte das Produkt aus der Krankenversicherung wählen, nicht die Rente. Warum?  Die Produkte der Krankenversicherung haben ein Kontrahierungszwang für noch nicht geborene Kinder.

Passende Publikationen von Frank Dietrich

Cover zu Fritz und die Berufsunfähigkeitsversicherung
Cover zu Achtung Kammerberufe
Cover zu Willkommen in der Solidarität
3
Foto von Thomas Pochadt
Antwort von Thomas Pochadt
Key Account Manager, Hamburg

Diese Frage ist ohne genauere Angaben, z.B. in welchem Wirtschaftszweig gegründet wird, nicht kompetent zu beantwarten. Gibt es Maschinen, Gebäude, techn. Geräte etc, die abzusichern sind? Muss eine Pflichtversicherung abgeschlossen werden?

 

Eine persönliche Beratung mit einem Fachmann vor Ort empfehle ich hier!

Foto von Oliver Velleman
Antwort von Oliver Velleman
TÜV-SÜD zertifizierter Berater für die betriebliche Altersversorgung A.S. Assekuranz Service GmbH, Grünwald

Das Beratungsfeld der bAVProfis beinhaltet keine Sachversicherung. aus diesem Grund kann ich zum Thema Sachversicherung (z.B. Betriebshaftpflicht, Vermögesnschadensversicherung, usw) nichts sagen.

Mit dieser pauschalen Frage, wird ein Profi im Bereich "Versicherung" jeden Kunden, um weitere Auskünfte bitten müssen.

Beispiele:

Um welche Rechtsform der Firma handelt es sich (UG, AG, GmbH,usw)?

Welche Absicherung sind aufgrund der gesetzlichen Vorschrift bereits vorhanden (z.B. Arzt, Anwalt, Steuerberater, usw) => Versorgungswerk für ... => ähnlich einer gesetzlichen Rentenversicherung!

Aus diesem Grund können keine pauschalen Aussagen getroffen werden. Das ist nicht wie bei einer privaten Person (z.B. frisch aus dem IT-Studium, wohn nicht mehr zu Hause, usw => von der privaten Haftpflicht, Berufsunfähigkeit bis zur Rechtsschutzversicherung inkl. Arbeitsrecht)

Jeder Berater, der zur Frage sofort Empfehlungen ausspricht, ohne Details zu kennen bitte meiden. Das kann nur zum bösen Ende im Leistungsfall führen.

Passende Publikationen von Oliver Velleman

Cover zu bAVProfis - Urteil  - Betriebliche Altersversorgung und Datenschutz
Cover zu bAVProfis - Die Kundeninfo von den bAVProfis
Cover zu bAVProfis - Digitale Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung
3


Weitere Fragen zum Thema Versicherungsrecht