Welche Gründe sprechen aus SEO-technischer Sicht für holistischen Content?

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Antworten:

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Antwort von Thomas Wusatiuk .
Agenturleitung Hellmonsödt

Das Thema "holistischer Content" wurde in den letzten Monaten und Jahren zu einem Buzzword in der SEO-Szene. Was dafür spricht, ist eigentlich ganz einfach erklärt. Google hat sich zum ziel gesetzt, die besten Ergebnisse ganz vorne anzuzeigen. Die besten Ergebnisse sind jene, die alle Fragen des Nutzers beantworten. Ein Nutzer hat ein Bedürfnis, in dem Moment in dem er die Suchmaschine bedient. Wenn Sie als Webseitenbetreiber in der Lage sind dieses Bedürfnis, egal ob informationsorientiert oder konversionsorientiert, den Nutzers zu befriedigen, haben Sie natürlich bessere Chancen weiter vorne zu stehen. 

Holister Content ist aus meiner ganz persönlichen Sicht nicht anderes, als der Ansatz ein Thema von mehreren Perspektiven (ganzheitlich) zu betrachten und entsprechend aufzuarbeiten. Wichtig ist dabei jedoch die Suchabsicht des Nutzers zu verstehen und diese zu befriedigen.

Beispiel: Schlüsseldienst München
Sucht jemand nach einem Schlüsseldienst in München, so benötigt der Nutzer lediglich die wichtigsten Informationen, wie Preis und Leistungsumfang, nicht aber eine holistische Aufarbeitung zum Thema: Wie wird welches Sicherheitsschloss und welche Sicherheitstüre in München geöffnet. 

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Antwort von Kai Spriestersbach .
Inhaber Collenberg

Holistischer Content, das heißt umfassende Informationen zu einem bestimmten Thema, kann potentiell viele unterschiedliche Fragestellungen des Besuchers beantworten und trägt damit zu einem positiven Nutzererlebnis bei. Zudem können Aspekte angesprochen werden, die dem Suchenden noch garnicht bewusst waren und damit die Customer Journey verkürzen und ihn schneller an eine Kaufentscheidung heran führen.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Thema nicht zu breit angelegt wird und die Orientierung und Navigation innerhalb des Dokuments nicht unter der schieren Länge des Textes leidet. Der Einsatz von Zwischenüberschriften und einem Inhaltsverzeichnis ist zu empfehlen.

Rein auf Suchalgorithmen bezogen, können umfangreiche, holistische Texte viele mögliche Long Tail Suchanfragen enthalten und nahezu sämtliche relevanten Terme, die mittels TF * IDF Analyse als statistisch wichtig für einen Inhalt erscheinen.

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Antwort von Dirk Buchhalla .
CDO gulden röttger | rechtsanwälte Mainz

Bis vor kurzem war es für die Suchmaschinen-Nutzer normal, nur wenige Suchbegriffe zu verwenden.
Durch die immer besser werdende Spracherkennung verändert sich diese Verhalten jedoch.
Die Suchenden benutzen Kombinationen die aus mehreren Begriffen bestehen, dies und die Einführung von RankBrain lassen nun auch Ergebnisse erscheinen, die auch komplexe Inhaltsseiten anzeigen.

Durch RankBrain kann man nun auch Inhalte auf einer Seite zusammenfassen und muss nicht mehr, wie früher, für jede Suchanfrage eine gesonderte Seite erstellen.
Dies stellt eigentlich den Hauptgrund für die Verwendung von holistischen Content dar.
Packe alles allumfassend zum Thema auf eine Seite.

Zumal bei holistischen Inhalt relativ sicher ist, dass sich der Nutzer auf jeden Fall auf einer Seite befindet die sich umfassend mit dem von ihm gesuchten Thema beschäftigt.

Er kann folglich davon ausgehen, dass er auch Antworten auf die Fragen, die er zuvor in die Suchmaschine eingegeben, auf der Seite mit dem „holistischen Inhalt“ bekommt.
 

Fazit:
Umfassende Inhalte werden durch den Algorithmus von Google insbesondere durch RankBrain auf den vordersten Ergebnissen auftauchen.
Da Hauptziel des SEO die Platzierung des Suchergebnisses ist, führt im Moment eigentlich nichts daran vorbei, holistischen Content zu schaffen.

Aber das hat uns Matt Cutts ja bereits vor einigen Jahren gesagt. Die Seitenbetreiber sollen einfach guten Inhalt machen „build great content“.
Nun kommen die ersten Experten auch auf die Idee und teilen den Menschen mit, dass es endlich mal an der Zeit ist Inhalte nicht mehr für eine Suchmaschine zu schreiben sondern für den User (Menschen).

Holistischer Inhalt ist folglich nur eine neue Bezeichnung einer eigentlich uralten Weisheit. Schreibt nicht für die Suchmaschine sondern für den Leser.

Es macht keinen Sinn für eine Suchmaschine zu schreiben ;-)

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Foto von Markus Mattscheck
Antwort von Markus Mattscheck .
Senior Online Marketing Manager Onlinemarketing-Praxis Asendorf, Nordheide

Antwort: Wenn der Nutzer es braucht / möchte!

Suchmaschinen wie Google haben sich als oberstes Ziel gesetzt, den Nutzer auf seine Suche optimale Ergebnisse zu liefern, die seinen Recherchebedarf befriedigen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist das Wissen darum, dass Suchmaschinen Inhalte semantisch immer besser verstehen können.

Noch vor einigen Jahren wurden zu den unterschiedlichen Suchen (z.B. lokale Suchmaschinenoptimierung, local SEO, SEO für lokale Unternehmen etc.) unterschiedliche Inhalte erstellt, damit ein Inhalt zu genau dieser Suche optimal rankt. Heute würde Google das fast schon als dublicate Content ansehen, denn das Thema ist identisch und die Intention eines Suchenden auch.

Und wie schon in anderen Antworten vermerkt, kommt es nicht darauf an, zu jedem Thema einen allumfassenden Inhalt zu bieten. Das ist dann wieder so, wie leider immer noch viele Suchmaschinenoptimierer ticken: "Google mag lange Texte... dann muss man jetzt lange Texte machen". Darum geht es in keinster Weise und diese Strategie ist sicherlich nicht nachhaltig.

Aber,

  • wenn die Suche sehr allgemein gehalten ist (z. B. "virenschutz"), 
  • ein Thema komplex ist und viele Facetten besitzt ("local seo") oder
  • so speziell, dass es nur seltenst gesucht wird ("gts 10 xc parallelanschlag justieren"),

dann bietet holistischer Inhalt dem Nutzer einen Mehrwert und ist aus heutiger Betrachtung auch sinnvoll für SEO.

Nun stellt man sich die Frage, warum ist es sinnvoll zu einer sehr speziellen Suche einen allgemeineren Text zu verfassen? Nehmen wir das o. g. Beispiel "gts 10 xc parallelanschlag justieren". Ein Nutzer will Informationen dazu recherchieren, wie ein Paralellanschlag einer speziellen Tischkreissäge justiert wird. Da das ein Thema ist, was eher selten gesucht wird, kann man dazu einen Inhalt erstellen und diesen mit weiteren Aspekten anreichern, die die Justierung und das Finetuning dieser speziellen Tischreissäge angehen (Winkel des Sägeblattes genau ausrichten, Schiebeschlitten justieren, Winkelanschlag einstellen etc.) Diese Inhalte, die der Nutzer zwar nicht gesucht hat, bieten ihm dennoch einen großen Mehrwert und es ist sehr wahrscheinlich, dass ihm diese zusätzlichen Informationen sehr interessieren.

Dabei sollte die Konsumierbarkeit der Inhalte bedacht werden. Lange Texte müssen übersichtlich und logisch gegliedert werden. Nicht jeder will alles lesen müssen, wenn ihm nur ein Aspekt interessiert. Die Artikel von Wikipedia sind hier gute Beispiele.

Tipps:

  • So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
  • Nicht für Suchmaschinen schreiben, sondern für Leser

Und hier noch ein Artikel-Tipp zum Thema: Texten fürs Web - gute Online-Texte schreiben

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Antwort von Rita Baltes .
Inhaber Blickpunkt Socialmedia Dipl. Bw. Rita Baltes Riegelsberg

Wenn ein Text oder eine Webseite einen bestimmten Themenbereich inhaltlich abdeckt hat das deutlich den SEO Vorteil: Google indiziert nicht mehr rein Keyword-bezogen, sondern bewertet auch immer mehr die Semantik von Inhalten. Dabei sollten auch  interne Links auf inhaltlich ergänzende bzw. weiterführende Seiten oder zum passenden Shop-Angebot nicht vergessen werden.

Gut gestaltete, strukturierte Texte - in einem spezifischen  thematischen Umfeld des Keywords oder der Suchphrase - bieten aber auch für den Besucher einen klaren Mehrwert! Damit findet er wahrscheinlicher das wonach er sucht und bleibt länger auf der Webseite. Eine geringe Bouncerate ist aus Google Sicht wieder ein Qualitätsmerkmal der Seite.

„Das perfekte Ganze“

Diese Doppelstrategie führt dazu, dass mehr eigener Content von Google zu Keywörtern und Suchphrasen bewertet wird und sich der Besucher auf der Webseite gut aufgehoben fühlt.

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