Welche Chancen und Risiken bergen Fonds?

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Antworten:

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Antwort von Gerald Glasauer
Geschäftsführer, Obersulm

Chancen ergeben sich aus dem breiten Anlage-Universum und der Diversifikation innerhalb eines Fonds.

Risiken ergeben sich in der Kostenstruktur, dem TER, der Total Expence Rate. Ein aktiv gemanagter Fonds hat in der Regel eine höhere TER als ein passiv gemanagter ETF, ein Exchange Traded Fond.

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Antwort von Guy Jean Foglino
Geschäftsführer GFI - Gesellschaft für intelligente Finanzkonzepte mbH, München

Investmentfonds bieten viele Chancen:

  • durch die Streuung, die in der Definition des Fondskonzepts beinhaltet wird. Die gezielte Verteilung der Gesamtinvestition des Fonds über verschiedene Branchen und geographische Gebiete (sogar weltweit Verteilung) sowie über verschiedene Assetklassen (Renten, Aktien, Anleihen etc...) ermöglicht eine optimale Abschöpfung der Wachstumspotentiale.
  • Investmentsfonds können/müssen tagtäglich auf die Änderungen des Märkte reagieren. Sie sind flexibel und als solche können neue Chancen aufgreifen.
  • sie enthalten Sachwerte (z:B. Aktien, Anleihen), die als solche ein direktes Verhältnis zu einem Unternehmen beinhalten. Mit der richtigen Auswahl der Unternehmen kann man die Chancen maximieren.

Investmentsfonds bergen Risiken, die aber kontrolliert werden können:

  • Die Risiken, die in Sachwerten enthalten sind, kann man nicht voll ausschließen.Unternehmen können wirtschaftlich schlechter erwirtschaften oder sogar pleite gehen.
  • die Streuung bzw. die Auswahl der verschiedenen Assetklassen und die Verteilung des Portfolios auf ein große Zahl von einzelnen Werten ermöglicht eine Steuerung des Gesamtrisikos bzw. eine Anpassung an die Marktsituation.
  • das Gesamtrisiko bzw. das Risiko einzelner Positionen kann durch Absicherungsmaßnahmen extra reduziert werden.
  • Je höhe das Risiko, desto höher sind die Renditemöglichkeiten aber auch das Verlustrisiko. 
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Antwort von Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge
Lehrstuhlinhaber, Dresden

Investmentfonds sind Wertpapiersammelvermögen (in Deutschland nach dem Kapitalanlagegesetzbuch - KAGB geregelt), in denen das Risiko auf mehrere verschiedene Anlagen (Assets) verteilt wird. Da man durch einen Fonds in viele verschiedene Assets investiert ist, ist das Risiko meist geringer als bei Einzelinvestments. Dennoch muss man auch bei Investmentfonds aufpassen, welche Fonds man kauft.

Man unterscheidet in absteigendem Risiko: Aktienfonds, Rentenfonds (enthalten Anleihen), Immobilienfonds und Geldmarktfonds. Das alles gibt es für Anlagen in verschiedenen Märkten (Deutschland, Auropa, Asien, USA oder weltweit). Das größte Risiko ist das Kursrisiko der im Fonds enthaltenen Wertapiere, aber jede Fondskategorie hat auch spezifische Risiken wie Wirtschaftsentwicklung bei Aktien, Inflation bei Anleihen, Leerstand bei Immobilien und Zinsen oder Insolvenz- und Währungsrisiko beim Geldmarktfonds.

Größeres Risiko bei Aktienfonds bedeutet aber auch oft größere Chancen. Die erwartete Rendite liegt bei Aktienfonds meist über derjenigen von anderen Fondstypen. Die Reduzierung von Risiko sollte also durch Mischung verschiedener Anlagen (z.B. Aktienfonds weltweit oder verschiedener Regionen) und Fondstypen erfolgen und nicht durch Auswahl besonders risikoarmer Fonds, die dann jeweils kaum Rendite bringen. Bei langfristiger Anlage sind die Risiken auch eher geringer, weil sich dann kurzfristige (monatliche, jährliche) Wertschwankungen ausgleichen.

Sogenannte "Echange Traded Funds" (ETF) orientieren ihren Wert and einem Börsenindex wie dem DAX oder S&P500-Index oder auch dem MSCI World Index. Sie sind sehr breit gestreut und werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Neben der Risikoreduzierung durch die breite Streuung sind sie auch vergleichsweise kostengünstig. Sie haben aber keinen aktiven Fondsmanager, der versucht, eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen.

Siehe:

H. Locarek-Junge, M. Straßberger (2003): Risikoklassenkonzept für das Investmentsparen. in: Achleitner, A. K.; Everling, O. (2003):  Fondsrating – Qualitätsmessung auf dem Prüfstand – Verfahren, Kriterien und Nutzen, Gabler Verlag, Wiesbaden 

 

 

 

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Antwort von Yan C. Steinschen
Inhaber Yan C. Steinschen Finanzsachverständiger, Bielefeld

Im Prinzip dieselben, wie die zugrundeliegenden Anlageinstrumente; bei einem Aktienfonds also das Aktienrisiko, bei einem Rentenfonds das Rentenrisiko etc. pp..

Das war die akademisch korrekte Antwort. Jetzt praktisch: auf lange Sicht ist die Wahrscheinlichkeit eines echten Kapitalverlusts bei (guten, breit streuenden )Aktienfonds sehr gering: auf 10 Jahre gibt es im DAX nur wenige Verlustphasen, auf 25 gar keine. Analog Fonds.

Chancen: auf lange Sicht eine realistische Rendite von 7%; in der aktuellen Zeit eher weniger, da die Märkte recht teuer sind. Gut ist nach dem nächsten Crash...

Noch besser sieht das Verhältnis von Chance zu Risiko bei guten VermögensVerwalterFonds aus.

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Antwort von Anton Schäfer
Gerichtssachverständiger, wiss. Mitarbeiter, Dornbirn

Sehr geehrter Interessent. Ein Fonds ist ein komplexes Konstrukt mit vielen verschieden Parametern, die Einfluss auf die Chancen und Risiken haben. Ohne Kenntnis des Fonds, der Veranlagungsstrategie und der Veranlagung lässt sich eine solche Frage nicht seriös beantworten.

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Antwort von Klaus Lockemann
Inhaber Klaus Lockemann, Bad Aibling

Ein Investmentfond, umgangssprachlich auch nur Fond genannt, ist ein Vermögen einer Investmentfirma. Die Investmentfirma gibt gegen Einzahlung (Geld) Anteile, so genannte Anteilsscheine, aus. Das Vermögen wird von der Investmentfirma für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger bzw. Einleger im eigenen Namen nach dem Grundsatz der Risikomischung in verschiedenen Werten, zum Beispiele Wertpapiere, Immobilien (geschlossen / offene Immobilienfonds), Waren, Schiffe, Container, u.v.m.  angelegt. Dabei soll eine entsprechende Rendite (Zins) erwirtschaftet werden. Allerdings gibt es bei verschiedenen Fonds auch ein entsprechendes Risiko, wie zum Beispiel bei den Schiffsfonds, bis hin zum Totalverlust.



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