Was sollten Freelancer beim Start beachten?

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Antwort von Karl H. Jaquemot
Inhaber Betriebsberatung Jaquemot Aachen

Hallo,

ich verstehe die Frage nicht so recht. In weiten Teilen müssen Freelancer all das beachten, was alle GründerInnen auf dem Schirm haben sollten. Das sind insbesondere die wesentlichen Punkte eines schlüssigen Businessplans, wie z.B.

  • Definition von Vision und Mission
  • Angebotsprofilierung, Ausprägung von USP
  • Zielgruppenorientierung: Bedürfnisse- und Wunscherfüllung, Problemlöser sein
  • Unterschiede gegenüber Wettbewerbern profilieren
  • kluge Marktzugangsstrategie entwickeln
  • passende Kommunkationskanäle und Botschaften wählen
  • Kenntnis von Finanzbedarf und Finanzierungsquellen
  • Umsatz-, Herstellkosten, Betriebskosten kennen und planen
  • Gewinnvorschau entwickeln
  • Liquidität steuern und planen

Freelancer haben darüber hinaus einige wenige Punkte, die besonders relevant sind. Hier sind vor allem Aktive in der Werbewirtschaft (freie Grafiker/Programmierer), in der IT (Programmierung und Projektentwicklung als freie Dienstleistung) oder auch in der Sozialwirtschaft (freie Betreuer - zB von Flüchtlingen - für einen Träger) zu sehen. Gerade in diesen Branchen (sicher auch in einigen anderen) werden häufig projektabhängig Freelancer eingesetzt. Sofern dann weit und breit kein andere Auftraggeber zu sehen ist - was gerade beim Start in die Selbständigkeit oft der Fall ist - und auch der Beschäftigungsgrad durch das Projekt deutlich mehr als Teilzeit wird, besteht die Gefahr der Scheinselbständigkeit, was sowohl für den Auftraggeber, aber auch für den Freelancer mit Blick auf die dann mögliche Rentenversicherungspflicht erin teueres Vergnügen werden kann. Hier gilt es daher für Freelancer vor allem, konzeptionell mehrere Standbeine des Angebotes zu definieren, um entsprechend breit aufgestellt eine tatsächlich selbständig erbrachte und mit eigenem Risiko getragene Tätigkeit zu entwickeln (und diese dann auch nach außen zu präsentieren, z.B. auf einer Homepage).

Ich empfehle zudem einen Blick auf die Seiten des VGSD e.V. (Verband der Gründer und Selbständigen Deutschlands) https://www.vgsd.de/, der als Lobby für die vielen Solopreneure sich intensiv mit solchen Themen und den dafür zuständigen Behörden sehr erfolgreich auseinandersetzt.

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Servus

eigentlich ist die Frage zu pauschal, gerne versuche ich jedoch das Thema zu stutzen

1.) rechtliche Themen, Einzelunternehmen, GbR oder Partnerschaft bzw. GmbH, Freelancerstatus, Internetauftritt, Rechnungsvorlage, Schadenshaftpflicht, 

2.) steuerliche Themen, falls kein Freelancerstatus - Gewerbeanmeldung - ansonsten wie gehabt USt-ID Nr., Steuernummer etc.. Persönliche Anmerkung; sich darüber im klaren sein, das nach dem 2 Jahr - steuerliche Vorauszahlungen zu leisten sind

3.) finanzielle Themen, Fördergelder, Eigenkapital, ALG-Versicherung einbinden, eine gute Vorausschau für die nächsten 3 und/oder 5 Jahre, den Tages- und/oder Stundensatz kennen (Unter-/Obergrenze), bei All-in vorsichtig sein, nicht zu billig anbieten. Persönliche Anmerkung; am Anfang sollte man die Fixkosten in den ersten 3 Jahren so gering wie notwendig halten

4.) Marketing Blog; Internetauftritt, Visitenkarten, Recherche über Mitwerber usw. , den richtigen Job-Vermittler als Freelancer finden (bis 30% Aufschlag je nach Aufgabe/Laufzeit sind üblich, es gibt aber auch etliche die darüber haben wollen, somit sinkt dein Stundesatz den Du bekommst zum Teil erheblich), ein gutes Netzwerk erleichtert den Start ungemein (hat aber auch seine Tücken) 

5.) persönlicher Blog; auch mal Niederschläge verkraften können, Leerlaufzeiten evtl. mit Weiterbildungen verbinden, Geld zusammenhalten, auf Statussymbole am Anfang verzichten. Persönliche Anmerkung; wenn es mal monetär gut läuft - Rücklagen bilden - um auch mal schlechte Zeiten bis zu einem Jahr zu überbrücken, seine Stärken/Schwächen kennen,   

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