Wie stark dominiert die Digitalisierung die Unternehmensstrategie?

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Antworten:

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Antwort von Dieter Renner
Senior Fellow DRC Advisors to Board, Jesenwang

Die Unternehmensstrategien werden sehr stark von der Digitalisierung dominiert. Dabei stehen nicht die technologischen Herausforderungen im Vordergrund sondern die Veränderungen der Geschäftsmodelle, die neu auftauchenden Unternehmen eine Angriffsstrategie und Monopolisierungsansätze im Rahmen von Plattformstrategien ermöglichen.

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Antwort von Wolfram Müller
Geschäftsführer Speed4Projects.Net, Heppenheim

Heute kann man davon ausgehen, dass alles digitalisierbar ist und irgend jemand auf der Welt dies auch tut! Daher wäre die Antwort "sehr stark!"

Es gilt aber auch der Satz "wenn sie schlecht Prozess digitalsieren - haben sie hinterher schlechte digitale Prozesse"

Daher muss man eigentlich zurückfragen: "Ist ihr Unternehmen überhaupt in der Lage Projekte zuverlässig und schnell zu liefern?", denn das ist die Voraussetzung für Digitalisierung (respektive Innovation).

Wenn ich als Unternehmen immer noch mit meinen Projekten (Initiativen) kämpfe sollte das die Unternehmensstrategie dominieren.

Unsere Erfahrung ist, dass die Digiatlisierung der zweite Schritt ist - dann aber dominant.

Schöne Grüße
Wolfram Müller

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Antwort von Ulf D. Posé
Inhaber POSÉTRAINING, Mönchengladbach

Die Unternehmensstrateghie wird nicht von der Digitalisierung dominiert, sondern die Möglichkeiten, die durch Digitalisierung geboten werden, können die Unternehmensstrategie unterstützen.

Unternehmensstrategie bedeutet, wollen wir Marktführer sein, Imgaeführer, Umsatzführer, Quzalitätsführer etc. Unternehmensstrategie bedeutet, eine bech Mark in irgendeinem Bereich zu setzen. Da liegt die Dominanz. Digitalisierung ist ein Hilfsmittel, die Strategie zu unterstrützen, wobei Digiotalisierung nur die IT meint, die in verschiedenen Automaten/Robotern eingesetzt wird. Es wäre recht albern, wenn die Dominanz umgtekehrt wäre, da Digitalisierung keine Strategie darstellt.    

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Antwort von Jo Vorstadt
Inhaber AktivCoach und Strategie-Experte, Auenheim

Das ist eine sehr gute Frage. Die grundsätzliche Unternehmens-Strategie (z.B. Lösungen für sportliches Fahren, die Zielgruppe usw.) wird kaum von der Digitalisierung berührt.

Was allerdings epochal herausgefordert wird, sind die Prozesse, die zur Umsetzung dieser Strategie notwendig sind. Auch die abgeleiteten Einzelstrategien, wie z.B. Beschaffungs-, Bekanntmachungs-, Werbe-, Marketingstrategien - solche werden sehr stark beeinflusst. Neue Wettbewerber treten über Nacht auf - Beispiel: Amazon + Buchhandel oder im Übernachtungs- oder Taxigewerbe.

Auch ist die Form des eigentlichen Geschäftsfeldes gründlich zu überdenken. Laut BITKOM fallen in den nächsten Jahren 50 % aller Geschäftsfelder weg.

Karl Heinz Lang hat so ein schönes Beispiel vom Autoschlüssel, an dem heutzutage so viele Unternehmen wie Kunststoffgiesser, Metallbearbeiter, Elektroniker, Logistiker usw usw beschäftigt sind. Dieser wird mit der Digitalisierung einfach ersetzt durch eine Software auf dem Handy.

Wenn man nun die Unternehmensstrategie hat, Lösungen für das Öffnen von Autotüren anzubieten, dann muss man schleunigst den digitalen Wandel von der Hardware zur Software vollziehen. Die Digitalisierung entmaterialisiert - und wer da nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Doch es gibt Lösungen.

Alle Hersteller von irgendetwas müssen sich überlegen, wie sie die Produktion aus der Maschinenhalle in die dezentralen 3D-Drucker verlagern.

Die Digitalisierung verändert also epochal die Umsetzung der Unternehmens-Strategie.

Zukunftsforscher prognostizieren, dass es in ca. 15 Jahren alle Dienstleistungen durch Künstliche Intelligenz und Roboter und alle Produktionen durch 3D-Druck ersetzt sein werden.

Das wirft die Frage auf, in welcher Gesellschaftsform werden wir uns befinden und werden dann Unternehmensstrukturen überhaupt noch eine Berechtigung haben?

So eine Grundsatzfrage kann man nicht in einem Artikel wegen der vielen Facetten erschöpfend beantworten. Bei Interesse diskutiere ich diese Frage gerne auch persönlich.

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Antwort von Peter Metzinger
Inhaber und Geschäftsführer business campaigning GmbH, Zürich

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sie sehr unspezifisch ist. Allgemein kann man lediglich antworten, dass die Anzahl der Branchen, in denen komplette Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung verändert bis obsolet gemacht werden, ständig wächst und man sich auf jedes Szenario vorbereiten muss. Künstliche Intelligenz lernt mit rasantem Tempo dazu und die möglichen Anwendungen folgen danach. Wer dies in seiner Strategie vernachlässigt, handelt grob fahrlässig. Scheinbar paradox, aber dennoch wahr: die Digitalisierung führt zu einer zunehmenden Bedeutsamkeit des Zwischen-Menschlichen. Empathie wird immer wichtiger, denn darin sind wir noch etwas länger gefeit vor den Maschinen.  

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Foto von Hans Herrmann
Antwort von Hans Herrmann
Geschäftsführer HMC Market Consulting, Michelstadt

Die Unternehmensstrategie wird nicht durch die Digitalisierung getrieben. Generell sollte sich die Unternehmensstrategie nach der jeweiligen Branche, dem vorhandenen Produktportfolio sowie den entsprechenden Trends der Zielgruppen richten. Ergeben sich daraus die Anforderungen an die notwendige Digitalisierung der Produkte, der Dienstleistungen sowie der eigenen Organisation sind daraus die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Schließlich sind die elementaren Veränderungen durch die Digitalisierung nicht von heute auf morgen im Unternehmen umfassend umzusetzbar.

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Antwort von Manfred Sieg
Unternehmer VERUN Ges. für Vertrieb und Unternehmensführung mbH, Schwerte

Mit der Formulierung dieser Frage wird der Digitalisierung bereits höchster Stellenwert in Bezug auf die Unternehmensstrategie attestiert. Das halte ich für tendenziell richtig.

Allerdings wird eine Strategie aus dem idealen Zukunftsbild des Unternehmens (der Vision) und den strategischen Zielen abgeleitet. 

Auf jedes Unternehmen wirken mehr oder weniger starke Kräfte, z.B. Wettbewerbsdruck, Preis- und Kostendruck, Kundenanforderungen, neue Geschäftsmodelle und Lebensentwürfe usw. usf.

In diesem Wirkgefüge von Kräften sind meines Erachtens drei Faktoren für das Überleben maßgeblich:

1.       Lern- und Veränderungsbereitschaft (z.B. Verbesserung, neue Wege, neues Denken)

2.       Geschwindigkeit (z.B. Umsetzung, Produktivität, Aktion und Reaktion)

3.       Information und Kommunikation (z.B. Vernetzung, Analyse und Steuerung)

Die technische Basis für die Digitalisierung ist die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Ohne ausreichende IKT sind die Punkte 2. und 3. in unserer heutigen Lebens- und Arbeitswelt kaum sinnvoll zu erreichen.

Längst ist nachgewiesen, dass Unternehmen, die die IKT bewusst zur Entwicklung ihres Geschäftes und nicht nur zur besseren Verwaltung Ihres Unternehmens einsetzen, finanziell erfolgreicher sind.

Gleiches lässt sich inzwischen über Unternehmen sagen, in denen die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Transformation bewusst durchdacht und realisiert werden.

Die Digitalisierung ist für mich eine unaufhaltbare Entwicklung. Und es macht sehr viel Sinn, sich mit den damit einhergehenden Veränderungen vorausschauend auseinanderzusetzen, um rechtzeitig vernünftige Lösungen zu finden.

Da bekanntlich der Himmel für alle gleich ist, nur der Horizont verschieden, ist auch zu erwarten, dass die einen der Digitalisierung einen höheren Stellenwert einräumen als andere.

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Foto von Stefan Hünig
Antwort von Stefan Hünig
Mitglied des Führungsteams/Senior Consultant SAQ-QUALICON AG, Olten

Die Digitalisierung wird Auswirkung bei der Defeinition der strategischen Ausrichtung sowhl in der Unternehmensaussen- wie auch Innenperspektive haben.

a) Aussenperspektive: Zusammenarbeit mit Lieferatnen, Kunden, Stakeholders; aber auch die Verhaltensweisen bztw. gesellschaftlichen Trends und Werte verändern sich in neuer Dynamik!

b) Innenperspektive: Formen der Führung, insbesondere Information und Kommunikation aber auch die Gestaltung von Prozessen und Dokumenten werden sich eine Richtung ändern die stark auf Technologie / IT etc. ausgerichtet sind. Hier besteht meines Erachtens die grösste gefahr, dass immer mehr die ganze persönliche sprich emotionale Ebene - das zusammen Reflektieren .... - auf das 'Digitale' reduziert wird.

=> es wird eine 'Gegenbewegung' nötig sein, die der emotionalen Emergenz ein weit grösseres Gewicht geben muss, als bisher angenommen.

=> Verhalten, Werte und Wertschätzung sind nicht 'digitalisierbar' und schon gar nicht ersetzbar!

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