Wie können unangenehme Botschaften/Führungsaufgaben souverän kommuniziert werden?

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Foto von Monika Maria Thiel
Antwort von Monika Maria Thiel
Geschäftsinhaberin Creative Dialogue e.K. München

Mit Respekt, Wertschätzung und klarer, möglichst transparenter Kommunikation.

Häufig wird bei unangenehmen Themen auf die sog. Sandwich-Technik zurückgegriffen.  Das kann die Akzeptanz erhöhen. Als Standardstrategie ist sie jedoch - wie alles - wenig sinnvoll und kann leicht als unklar, unaufrichtig und Beschönigung der Situation aufgefasst werden.

Authentischer und direkter geht es mit konstruktivem Feedback.  Letztlich sollte sich die Ansprache am verfolgten Ziel, am Adressaten, am Kontext (Relevanz des Themas, Organisationskultur) und der Dringlichkeit orientieren, um nur einige Aspekte zu nennen.  Hilfreich ist außerdem eine konkrete Perspektive in Richtung von Lösungen aufzuzeigen.

Monika Maria Thiel

www.creativedialogue.de

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1 passende Publikation von Monika Maria Thiel

Cover zu Die Wirkmacht der Sprache im Konflikt und in der Mediation
Foto von Dr. Laurenz Andrzejewski
Antwort von Dr. Laurenz Andrzejewski
Berater, Gründer und Leiter management1x1 - Management- & Karriereberatung Schliersee

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine wichtige aber auch komplexe Fragestellung.

Ich beziehe mich mit einigen Impulsen auf eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Führungskräfte: Die Übermittlung der Trennungsbotschaft (Kündigung oder Aufhebung des Arbeitsvertrages) - Quelle: Handbuch "Trennungs-Kultur und Mitarbeiterbindung, Kündigungne, Aufhebungen, Versetzungen fair und effitient gestalten".

1. Souveränität: Entscheidend ist, als Übermittler der Botschaft "sicher" zu stehen. Dazu ist es erforderlich, sich mit sich selbst und den eigenen Befindlichkeiten zu einer solchen Entscheidung zu befassen. Dadurch sind Sie vorbereitet auf einen souveränen Umgang mit den emotionalen Reaktionen der Betroffenen. Sprechen Sie mit einem vertrauten HR-Manager Ihre Rollen und Vorgehensweise ab.

2. Professionelle Vorbereitung der Gespräche:  Dazu gehören u.a.
- Erste fünf Sätze mit Trennungs-Botschaft
- Verständliche Trennungs-Begründung
- Sicherheitsaspekte bei "Nebel" im Kopf
- "Package", d.h. Konditionen und Support
- Weiteres Vorgehen und Termine
- Informaionspolitik nach innen und außen 

3. Klartext im Gespräch: Üben Sie vorab die Formulierungen und Kernbotschaften. Kommen Sie in den ersten Sätzen gleich zum Punkt. Machen Sie nach der Trennungs-Botschaft eine Sprechpause, warten Sie die Reakitonen und Fragen ab. Planen Sie Pufferzeit für die Beantwortung von Fragen und emotionale Reaktionen ein. 

4. Respekt und Fairness: Wie würden Sie selber in einer solchen Situation behandelt werden wollen? Ihr gesamtes verhalten, also die Art und Weise im Umgang mit dem betroffenen Menschen sollte fair, repsktvoll und Gesichts-wahrend sein, auf dass dieser hoch erhobenen Hauptes das Unternehmen verlassen kann. Je besser geführt, desto größer die Chance auf eine einverenhmliche Lösung.

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1 passende Publikation von Dr. Laurenz Andrzejewski

Cover zu Trennungs-Kultur und Mitarbeiterbindung
Foto von Beate M. Reisinger
Antwort von Beate M. Reisinger
Inhaberin BMR Management Solutions München

Sehr geehrte/r FragestellerIn,

 

Mitarbeiter wollen ernst genommen werden. Daher soll eine unangenehme Botschaft offen und ehrlich, ohne unglaubwürdige Entschuldigungen, ohne Verallgemeinerungen (z.B. der Markt bricht überall ein) ohne Druck und auch ohne Gefühlsduselei kommuniziert werden. In der Kürze liegt die Würze, also klare Botschaften, umfassende Information und soviel Zeit einplanen, die es braucht, um die Inhalte, die weitere Vorgehensweise und die unmittelbaren nächsten Schritte zu transportieren.

Es soll auch gut überlegt werden, wann eine derartige Botschaft kommuniziert wird. Zum Beispiel an einem Donnerstag, dann kann man am Freitag noch Fragen beantworten, die aufkommen und dann hat der Mitarbeiter das Wochenende, um sich auch mit der Familie zu besprechen, bzw. sich damit auseinander zu setzen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Gespräch.

 

Viele Grüße, Beate Reisinger

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2 passende Publikationen von Beate M. Reisinger

Cover zu Aufbruch!
Cover zu Wenn die Luft ganz dick wird und nichts mehr geht...
Foto von Prof. Dr. Dieter Müller
Antwort von Prof. Dr. Dieter Müller
Hochschullehrer Verein zur Förderung der Verkehrsprävention e. V. Bautzen

Unangenehme Botschaften müssen nicht souverän kommuniziert werden, sondern mit der notwendigen Portion Empathie hinsichtlich der anzusprechenden Person und Ehrlichkeit hinsichtlich der zu übermittelnden Botschaft.

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