Welche Vorteile bzw. Nachteile haben ETFs gegenüber traditionellen Fonds?

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Antwort von Uwe Falkenberg
Inhaber Falkenberg Solutions Kleinmachnow

ETF stehtr für Exchange Traded Fund. Es handelt sich um eine im Markt handelbares Paket von "Sicherheiten", das können Bonds, Commodities (z.B. Öl, Weizen, Edelmetalle) o.ä. sein, die in einem Index zusammengefasst werden. Sie werden wie Aktien gehandelt und haben i.d.R. eine höheren Liquiditätsgrad als übliche Funds.

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Antwort von Stefan Serret
Inhaber Die GeldSchule. Wiesbaden

Hauptvorteil der ETFs sind die im Vergleich zu den traditionellen Fonds niedrigeren Kosten. Dadurch, dass bei den ETFs in aller Regel kein aktives Management notwendig ist, fallen niedrigere Kosten an. Diesen Kostenvorteil erhält der Anleger durch die niedrigeren Verwaltungsvergütungen, die pro Jahr berechnet werden. Der Fondsmanager laufend die Geldzuflüsse und Geldabflüsse aus dem Fondsvermögen. Analog zu diesen Veränderungen werden Wertpapiere gekauft. Die gekauften Wertpapiere entsprechen prozentual einem dem ETF zu Grunde liegenden Index. Somit ist sichergestellt, dass (abgesehen von der Liquidität) die Struktur des Fondsvermögens der Struktur des Indexes entspricht. Dieses sogenannte passive Management ist kostengünstiger.

Dieser Kostenvorteil macht sich besonders bei einem regelmäßigen und systematischen ansparen von Vermögen über ETFs deutlich. Die niedrigeren Kosten bedeuten ein stark ansteigendes Vermögen und eine größere Partizipation an den langfristig positiven Marktaussichten, beispielsweise an den Aktienmärkten.

Zusätzlich hat der Anleger die Sicherheit, dass in dem Fonds das enthalten ist, was der zugrundeliegende Index beinhaltet. Bei einem aktiv gemanagten Fonds kann zum Beispiel durch das aktive Steuern der Liquidität lediglich 90 % der Mittel analog der geplanten Struktur investiert sein.

Der Hauptnachteil ist die Konsequenz aus den oben dargestellten Vorteil: da die Mittel nahezu zu 100 % beispielsweise am Aktienmarkt investiert sind, kann es beispielsweise bei Rückgängen zu deutlich höheren Abschlägen bei ETFs aktiv gemanagten Fonds kommen. Das fehlende aktive Management kann der Anleger selbst erledigen, wenn er das möchte und dass seine Strategie entspricht.

Die Investition in ETFs setzt ein etwas größeres Wissen voraus als bei aktiv gemanagten Fonds. Als Anleger muss ich mir sehr genau anschauen, in was der ETFs investiert und was nicht. Nur so kann ich sicherstellen, dass der ETF die Investitionen tätigt, die ich möchte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Investieren in ETFs sehr vorteilhaft ist. Das fehlende aktive Management durch einen Fondsmanager verlangt von dem Anleger mehr Aktivität und Recherche.

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Antwort von Prof. Dr. Thomas Zacher
Partner, Gründer Zacher & Partner Köln

Die wichtigsten Vorteile von ETFs liegen in den geringeren Kosten, der regelmäßig besonders breiten Risikostreuung und der Transparenz.

Beim Erwerb klassischer gemanagter Investmentfonds fallen oft bis zu 5 % Aufgabeaufschlag an, die ggf. im Einzelfall verhandelt werden können/müssen. Darüber hinaus wird eine jährliche Verwaltungsgebühr von in der Regel 1,5 bis 2 % des Fondsvermögens erhoben.

Bei ETFs fällt neben dem täglichen Börsenkurswerts kein Aufgabeaufschlag an. Auch die laufenden Gebühren entfallen oft ganz oder liegen bei maximal 0,8 % jährlich. Da diese Kosten nicht zusätzlich erwirtschaftet werden müssen, ist damit strukturell die Renditeerwartung für den Anleger deutlich höher.

Der Vorteil der Risikostreuung liegt darin, dass regelmäßig gesamte Indizes oder andere vorab definierte Gruppen von Wertpapieren erworben werden. Damit erhält der Anleger ein Bündel von Wertpapieren, dass im Vergleich zu einem Investment in nur in eines oder wenige Wertpapiere eine weitaus höhere Risikostreuung und damit tendenziell ein zusätzlichen Sicherheitsfaktor bietet.

Damit korrespondiert der weitere Vorteil der Transparenz. Da der zugrundeliegende Index oder die andere Auswahl von Wertpapieren vorab definiert wird, ist für den Anleger immer eindeutig nachzuvollziehen, welche Wertpapiere in welcher Gewichtung in seinem Fonds liegen. Dies ist bei anderen, insbesondere gemanagten Investmentfonds oft nicht der Fall.

Dies führt zu den indifferenten Faktoren und Risiken. Aufgrund der mit dieser Transparenz verbundenen „Starrheit“ der Zielinvestments eines ETFs kann dieser nicht individuell auf Einzelentwicklungen reagieren. Dies beschreiben gerade gemanagte Fonds als einen wesentlichen Vorteil gegenüber ETFs, da hierdurch besondere Chancen wahrgenommen werden könnten oder auch entsprechende Risiken durch gezielte Eingriffe vorab vermieden werden könnten. Allerdings hängt dies von der Kompetenz der jeweiligen Fondsmanager und letztendlich auch manchmal etwas vom Zufall bzw. vom Glück ab. So gibt es verschiedene Erhebungen, die nahelegen, dass oftmals die „starren“ ETFs unter Berücksichtigung der mit ihm verbundenen Kosten im Ergebnis für den Anleger langfristig besser abschneiden als der Durchschnitt der gemanagten Fonds. Natürlich gibt es auch gemanagten Fonds mit besonders hohe Rendite, manchmal jedoch nur in einer bestimmten Marktphase oder in einem bestimmten Zeitabschnitt.

Ein weiterer signifikanter Nachteil kann in der Solvenz der Vertragspartner eines ETF liegen. In aller Regel kaufen und verkaufen die ETFs die entsprechenden Wertpapiere nicht tatsächlich selbst, sondern sie schließen wiederum mit anderen Partnern (Banken) Verträge, die die in Rede stehende Wertentwicklung virtuell abbilden. Fällt dieser Partner aus, kommt es ggf. darauf an, ob und wie gut der ETF seine Forderungen besichert hat. Dies ist im Einzelfall unterschiedlich. Es gibt auch sogenannte physisch replizierende ETFs. Diese erwerben zwar die Wertpapiere tatsächlich, leihen sie aber wiederum an Dritte aus. Auch hierdurch können Risiken in Abhängigkeit von den Vertragspartnern der ETFs bestehen.

Natürlich gibt es noch weitere Aspekte zur Beurteilung von ETFs. Im Internet finden Sie verschiedene Darstellungen der Vor- und Nachteile, wobei man hier natürlich stets auch auf die Quelle der Darstellung achten sollte.

Es freut mich, wenn diese ersten Hinweise für Sie hilfreich sein konnten.

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Antwort von Dr. André Ufer
Lead Redakteur Explorado Garmisch Partenkirchen

ETFs bieten zunächst einmal den Vorteil, dass sich der Anleger einen bestimmten Index heraussuchen kann, in den er aus bestimmten Gründen investieren möchte. Der betreffenden ETF bildet dann die gesamte Stärke des Index nach, für den sich der Anleger entschieden hat, ohne dass sich letzterer auf bestimmte Aktien beschränken muss. -> Vorteil No1: Volle Bandbreite des Index wird wiedergespiegelt.

Da ein ETF einem Index folgt, benötigt er auch kein komplexes Fondmanagement. Da per detailliertem Regelwerk die Funktionsweise des ETFs festgelegt ist, sind keine ad-hoc Eingriffe nötig. Dies spart also Kosten, auch für den Anleger. -> Vorteil No.2 Günstige Kosten

Dem gegenüber steht zumindest der Nachteil, dass ein ETF keine bessere Leistung als der zugrunde liegende Index liefern kann. Außerdem kann man natürlich auch keine einzelnen Papiere austauschen, auch wenn diese evtl. den Index bzw. ETF insgesamt nach unten ziehen.

Die erwähnten Vor- und Nachteile gelten auch für Gold ETFs, die eine alternative Möglichkeit zu Investitionen in Gold sind, ohne Goldmünzen, bzw. -barren oder Aktien einzelner Goldminen zu kaufen, und stattdessen Goldindizes zu folgen. Dies erspart dem Anleger sicherlich das mühevolle Auseinandersetzen mit einzelnen Werten. Solange der Goldpreis in eine positive, bzw. zumindest nicht negative Richtung startet, können Gold ETFs somit eine gute und beruhigende Anlageklasse sein.  

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Antwort von Gerald Glasauer
Geschäftsführer Obersulm

ETF´s bilden aus einem Anlageuniversum eine mathematisch definiertes Portfolio und macht dieses Portfolio investierbar für Investoren.

Z.B. enthält ein ETF, dessen Ziel es ist, in die 50 dividendenstärksten chinesischen Emittenten zu investieren, eben dann die 50 dividenenstärksten Unternehmen Chinas. Sobald sich diese Liste der top 50 dividendenstärksten chinesischen Unternehmen verändert, investiert dieser ETF in die dann aktuell neuen 50 dividendenstärksten Unternehmen.

Solche Strategien können mit ETF´s einfach und kostengünstig abgebildet werden.
Da es tausende von ETF´s gibt, muss man die einzelnen Strategien dieser Instrumente auswählen.

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Antwort von Andreas Tietz
Angestellter Freiberg

Wenn ein aktives Management innerhalb des Fonds-Sondervermögens gewünscht wird oder für den Anleger eine untergeordnete Rolle spielt, ist ein ETF als passiv gemanagtes Anlagevehikel auch gerade unter Kostenaspekten und Preissicherheit beim Kauf-und Vekauf sicherlich eine geeignete Anlagealternative oder in Teilbereichen als Ergänzung zur bisherigen Anlagestruktur ( Stichwort: Core-Satelite-Strategie ) .

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