Welche Erfahrungen liegen vor, wie mit Banken in Krisensituationen zu verhandeln ist. Was muss ich als Betroffener dabei beachten?

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Antworten:

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Antwort von Wolfgang Bönisch .
Verhandlungsexperte + Redner Erfurt

Wenn Sie Unternehmer/Inhaberin sind: gezielte Vorbereitung sowohl sachlich, als auch mental.

Stellen Sie sich selbst folgende Fragen, denn die wird Ihnen der Banker auch stellen:

  • Warum sind Sie in diese Situation gekommen?
  • Wann haben Sie erste Anzeichen erkannt?
  • Was haben Sie dann unternommen?
  • Weshalb haben Ihre Rettungsschritte nicht zum Erfolg geführt?
  • Was spricht dafür, dass Sie einen Turn-Around schaffen?
  • Was genau erwarten Sie von der Bank?
  • Was können Sie noch als Sicherheiten bieten?
  • Wie stellen Sie Transparenz beim Turn-Around sicher?

Weiterhin: Was ist Ihr Interesse in der anstehenden Verhandlung? Also, worum geht es eigentlich? Rettung, Abwicklung, Neuausrichtung,...

Daraus leiten Sie Gesprächsziele für jede neue Verhandlungsrunde ab.

Gehen Sie mit Offenheit in die Verhandlung und halten Sie keine wichtigen Informationen zurück.

Bereiten Sie sich mental vor: "Ich bin. Ich kann. Ich werde." Machen Sie sich groß, halten Sie sich möglichst aufrecht, stimmen Sie sich ein.

Besprechen Sie sich im Vorfeld mit Steuerberater, Anwalt, Coach, Mentor.

Holen Sie sich Unterstützung für die Verhandlung.

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Antwort von Ulli Engelmann .
Verhandlungsexperte Mediator Engelmann GbR Chemnitz

Banken muss man auf Augenhöhe begegnen können

87 % aller Gläubigerforderungen kommen von Banken. Mit ihnen erfolgreich zu verhandeln, stellt Betroffene vor die größte Hürde. Da ist professioneller Rat gefragt. Warum?

Weil es in der Praxis immer genau anders gemacht werden muss, als man es gerne selbst machen würde. Bauch oder Kopf – wer ist hier der Sieger?

Wenn es um die eigene Existenz geht, um das hart erarbeitete Vermögen der Familie, um drohende Zwangsmaßnahmen oder gar Insolvenzandrohung, da sollten Betroffene nicht experimentieren, ob und wie sie das allein regeln könnten.

Was Sie persönlich erfahren:

Ihr netter Bankberater ist nicht mehr für Sie zuständig. Die Kollegen des Risikomanagements melden sich. Da gibt es nur noch zwei Alternativen: Sanieren oder Abwickeln. Der Ton wird entsprechend rauer und existenzgefährdende Drohungen flattern permanent auf Ihren Tisch. Ihr Gegenüber wird alles, was er bekommen kann, einfordern, egal, wie es bei Ihnen weitergeht und egal, ob anderswo dadurch Vermögen vernichtet wird. Sie empfinden das Vorgehen der Bank als rücksichtslos.

Wie Sie damit umgehen:

Ohnmacht, ein tiefes Ungerechtigkeitsgefühl, aber vor allem Existenzangst beherrschen Ihre Denk- und Gefühlswelt. Da prallen unvereinbare Sach- und Beziehungsthemen und eine unterschiedliche Wahrnehmung der Eskalation unversöhnlich aufeinander. Sie fühlen sich und Ihre Situation nicht verstanden. Obwohl Sie ein rechtschaffender Mensch sind.

Was Sie wissen sollten:

Zahlreiche restriktive Vorschriften der Bank verhindern die Sicht auf die einzelfallbezogene Interessenlage des Kunden. Hierarchien, Kompetenzregeln, vorrangig rechtliche Sichtweisen und mangelndes ganzheitliches Handeln verhindern nachhaltige Lösungen. Ethisches Verhalten gegenüber dem notleidenden redlichen Kunden ist keine Selbstverständlichkeit unter den Gläubigern.

Ihre Situation scheint ausweglos – ist sie aber nicht!  Holen Sie sich Profis an Ihre Seite.

 

 

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Antwort von Andreas Brinker .
Senior Manager Finance Advisory KPMG AG Großpösna

hier ist eine ausgeklügelte Gesprächstaktik vonnöten, die keinen einzigen Fehltritt erlaubt. Es muss alles passen: Aussagen, parallel Finanzverhalten, Glaubwürdigkeit und Transparenz. Begleiten muss diesen Prozess ein außenstehender Berater aus den Gründen : siehe oben. Die Gespräche führen kann nur der Unternehmer.

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