Was steckt wirklich Neues hinter der Anforderung an Agilität?

62 Expertenantworten: Foto von Dr. Bernd Thurat Foto von Prof. Dr. Heinz Siebenbrock Foto von Silka Strauss Foto von Verena Weihbrecht Foto von Dr. Albrecht Müllerschön Foto von Frank Dietrich Foto von Wolfgang Schlaak Foto von Andreas Mollet Foto von Jo Vorstadt Foto von Prof. Dr. Horst Muschol Foto von Rainer Ulrich Foto von Rainer Peraus Foto von Dr. Jörg Hahn Foto von Peter Baumgartner Foto von Eva Janich-Zitzmann Foto von Armin Rütten Foto von Roland Heini Foto von Prof. Dr. Alfred Gebert Foto von Dr. Zarmina Penner Foto von Rita Baltes Foto von Maria Lang Foto von Claudia C. Pest Foto von Ulrich Hambuch Foto von Andreas Barthel Foto von Dr. Nikolaus Rauch Foto von Niko Bayer Foto von Andreas Slogar Foto von Diethelm Dahms Foto von Thomas Pochadt Foto von Wolfgang Aigner Foto von Dietrich von Riesen Foto von Marc A. Langner Foto von Martin R. Mayer Foto von Michael G. Richter Foto von Dr. Hans-Heinrich Reinhardt Foto von Dr. Frank Buckler Foto von Fridolin Dietrich Foto von Dr. Werner T. Fuchs Foto von Wolfgang M. Voigt Foto von Michael Steffens Foto von Helmut König Foto von Dr. Klaus Kuenen Foto von Thorsten Reichert Foto von Dr. Axel Härtl Foto von Dr. Otto Eggert Foto von Michael Domsalla Foto von Cüneyt Tural Foto von Elisabeth Schiefer-Paris Foto von Frank Eckhoff Foto von Dr. Mario Buchinger Foto von Erich R. Unkrig Foto von Hans Habegger Foto von Dr. Frank Lugert Foto von Hans-Gunnar Elias Foto von Carmen Pérez Pies Foto von Christof Schürmann Foto von Iris Hohmann Foto von Dr. Michael Knieß Foto von Prof. Dr. Klaus Eckrich Foto von Beat Schlumpf Foto von Judith Farwick Foto von Dipl.oec. Klaus Köhler

Antworten:

Foto von Dr. Bernd Thurat
Antwort von Dr. Bernd Thurat
Interim Manager und Interim Executive Dr. Thurat Unternehmensberatung, Aachen

Das ist der Führungsstil, die Organisationsform, die den Mitarbeiter voll einbindet und fordert, er arbeitet für Ziele und nicht weil der "Chef" es vorgegeben hat.

Das setzt jedoch voraus, dass eine ausgeprägte Diskussions-Kultur (nicht schwätzen) im Unternehmen verankert ist bzw. installiert werden muß und das Unternehmen (der Chef, sie Unternehmensleitung) muß das zulassen.

Aus meiner Sicht die zukünftige Führungsphilosophie die zugelassen werden muß.

Foto von Prof. Dr. Heinz Siebenbrock
Antwort von Prof. Dr. Heinz Siebenbrock
Hochschullehrer, Drensteinfurt

Agilität gehört nicht zu den klassischen Managementkonzepten (Prozess-Management, Qualitätsmanagement, Business Reengineering), die letztlich auf Unterdrückung angelegt sind. Vielmehr gehört es zu den generativen Managementkonzepten, wie zum Beispiel Innovations- und Wissensmanagement. Agilität ist eine modern(isiert)e Variante der Lernenden Organisation. Neu daran ist, dass die Voraussetzung dieses Konzeptes klar erkannt wird: Faires Management. Während die klassischen Managementkonzepte sogar mit einem dunklen Management (Misstrauen, Kurzfristdenke, Geringschätzung) vereinbar sind, sind generative Managementkonzepte allein in einem von Fairness geprägten Miteiander vorstellbar.

Foto von Silka Strauss
Antwort von Silka Strauss
Eigner STRAUSS MEDIATION, München

Hallo,

es ist ein relativ neuer Begriff in der Mediation, bei dem ein Schwerpunkt  die Selbstverantwortung ist.  In der Kommunikation bedeutet es eine schnelle Reaktion auf neue oder andere Wünsche, um die gemeinsame Beziehung zu verbessern.

Es ist auch das "Aufweichen" von Positionen. Keiner rückt von seiner Meinung ab. Wenn sich zwei Positionen gegenüberstehen ein Ja zu einem Nein, ist das Gespräch beendet.

Es kann auch sein, dass sich die Zielformulierung oder die Arbeitsweise ändern darf. Darauf ist als Vermittler schnell zu reagieren. Denn die Wünsche der Medianten stehen im Mittelpunkt. 

Foto von Verena Weihbrecht
Antwort von Verena Weihbrecht
Inhaberin 3V Marketing, Waakirchen

Das finde ich selbst eine gute Frage. Ich wundere mich immer wieder über neue Begriffe nach dem Motto "alter Wein in neuen Schläuchen".

Meine Antwort auf Ihre Frage sind diese Anforderungen an Unternehmen:

  • Verantwortung an die Mitarbeiter übergeben
  • Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen agiles Arbeiten möglich wird
  • Eine Unternehmenskultur unterstützen, die Fehler erlaubt
  • Die Ergebnisse, nicht den Prozess in den Mittelpunkt stellen
  • Stärken der Mitarbeiter richtig einschätzen und gezielt fördern
  • Vertrauen aufbauen

Herzliche Grüße,

Verena Weihbrecht

Foto von Dr. Albrecht Müllerschön
Antwort von Dr. Albrecht Müllerschön
Inhaber, Starzeln

Schnelligkeit, ohne (viele) Hierchien, Verantwortung liegt dort, wo die sachliche Kompetenz liegt.
Nutzung des Mitarbeiterpotenziales. Letzlich geht es darum, dass sich ein System auf die veränderten Bedingungen selbst einstellen kann.

 

 

Foto von Frank Dietrich
Antwort von Frank Dietrich
Inhaber 10minutes AG, Berlin

Dem Grunde nach nur die immer wiederkehrenden Mechanismen von Analyse und Synthese. Neues gibt es nicht wirklich, man redet nur "schlau" darüber. Es ist meiner Meinung nach wie mit den Fintchs. Alle reden, prognostizieren und schieben den Hyp an, bringen aber keine Ergebnisse werden die aufgeblasenen Firmen an dumme Investoren verkaufen. Wetten?

 

Foto von Wolfgang Schlaak
Antwort von Wolfgang Schlaak
Inhaber Geschäftsführer WADS Consulting, Hamburg

Na, dass man als Kunde nicht genau wissen muss, wo es hin gehen soll und man dann auch später noch ganz spontan schnelle Anpassungen machen kann... der Weg liefert sozusagen weitere Informationen!

Foto von Andreas Mollet
Antwort von Andreas Mollet
Geschäftsleiter INOLUTION, Muttenz

Im Gegenzug zu anderen ähnlichen Anforderungen (wie Veränderungsbereitschaft, Flexibilität, etc.) ist die Anforderung an Agilität vor allem von sich wandelnden Kunden- und Marktbedürfnissen geprägt. Es ist also weniger die Antwort oder Bereitschaft auf interne Veränderungen und Umstrukturierungen, sondern getrieben durch neue Mitbewerber, neue Technologien, etc. der sich das gesamte Unternehmen anpassen muss.

Entscheidend ist dabei aber auch die notwendige Geschwindigkeit. Es geht also nicht nur darum, sich anzupassen bzw. zu verändern, sondern dies mit einer hohen Geschwindigkeit oder in kurzer Zeit zu tun. Dort kommen klassische prozessorientiere Change-Management-Methoden an Ihre Grenzen. 

Deshalb ist Agilität keine Methode oder Kompetenz, sondern viel mehr ein Wert / eine Unternehmenskultur / die DNA eines Unternehmens. Natürlich geprägt durch die entsprechenden MItarbeitenden.

Foto von Jo Vorstadt
Antwort von Jo Vorstadt
Inhaber AktivCoach und Strategie-Experte, Auenheim

Agilität in einem Unternehmen fängt bei der Unternehmens-Strategie an.

Auf Grund dieser epochalen Herausforderungen unserer Zeit wie Digitalisierung, Automatisierung, Globalisierung etc. als auch der Schnelllebigkeit und Komplexibilität durch das Internet müssen die Unternehmen - und damit ist die oberste Führungsspitze gemeint - flexibel und darüber hinaus proaktiv, antizipativ und initiativ agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen.

Dieser (r)evolutionäre Wandel, in dem wir uns befinden erfordert, diese Agilität. Das wirklich Neue ist, dass die Innovations- und Reaktionszeiten sich rasend schnell verkürzen und noch weiter verkürzen werden.

Kam früher z.B. ein SW-Update alle 2 Jahre, so kommt es bereits heute schon alle 2 Wochen und noch schneller.

Mit der Künstlichen Intelligenz (KI) werden diese Zeiten noch weiter verkürzt werden - praktisch von Realtime zu Präventivtime.

Und gerade um diesen grossen Unternehmens-Herausforderungen gerecht zu werden, wird es immer wichtiger - und gerade für kleinere KMU's - sich strategisch eindeutig zu positionieren. Genau dafür habe ich aus den Erfolgskonzepten unserer 1500 Hidden Champions eine AktivStrategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickelt.

 

Foto von Prof. Dr. Horst Muschol
Antwort von Prof. Dr. Horst Muschol
Gutachter Westsächsische Hochschule Zwickau (FH), Zwickau

Langfristig erfolgreiche Unternehmen orientieren auf eine optimal eigenständige und somit reaktionsfähige Mtarbeiterschaft, und dies auf allen Ebenen und in allen Bereichen.

Foto von Rainer Ulrich
Antwort von Rainer Ulrich
geschäftsführender Gesellschafter SEViX GmbH, Bremen

Im Business Transformation Management ist die Agilität neben Kommiunikation und transformationale Führung eine essentieller Bestandteil. Organisationen von Wirtschaftsunternehmen müssen im Wandelprozess initiativ, flexibel, pro-aktiv und antizipativ im integrativen Strategiefindungsprozess agieren. Die Richtung bestimmt die Strategieschleife mit den Elementen Strategie-, Werte und Risiko-Management. Die Aktivierung erfolgt über Feedback-Schleifen unter Einbezug des Programm-/Projekt-Managements, Geschäftsprozess-M., Transformationales IT-M., Organisational Change M. und Personalentwicklungs-M. 

Foto von Rainer Peraus
Antwort von Rainer Peraus
GF, Senior Consultant youtopia consulting group og, Maria Enzersdorf

Agilität ist mehr als eine Moderations und Prozesstechnik oder die Schulung von Zielwerten und Prinzipien, obwohl diese Schritte allein bereits eine große Anforderung darstellen.

Agilität ist ein Sammelbegriff für den Versuch eines neuen angemessen Umgang mit der Unsicherheit die sich aufgrund des epochalen Wandels stellt. Eine Transformation die unser Weltbild massiv verändern wird und dessen wir uns kaum bewusst sind.

Agil bedeutet für mich die Offenheit sich in dieses Neuland aufzumachen, den Versuch zu begreifen, dass es nur mit dem Loslassen verständlicher aber wenig hilfreicher Verhaltensweisen geht die in Kontrolle, starre Strukturen, dem mechanistischen und gut geübten Diktat der Planung und Vorhersehbarkeit münden.

Foto von Dr. Jörg Hahn
Antwort von Dr. Jörg Hahn
Geschäftsführer, Berlin

Die Anforderung an Agilität an sich ist - außer dem immer stärker prägenden Begriff selbst - sicher nicht neu. Jeder Kunde wünscht sich einen flexiblen und auf ihn fokussierten Dienstleister. Und so ist der Wunsch der IT-Anwender und -Kunden nach entsprechend flexiblen Anpassungen von Programmieraufträgen jeweils während der Projektentwicklung und bei Vorliegen neuer Erkenntnisse (egal aus welchem Grund) verständlich und kaum als neu zu bezeichnen.

Das Thema Agilität im aktuellen Verständnis der IT definiert nun Prozesse und Vorgehensmodelle mit deren Anwendung trotz veränderlicher Anforderungen ein technisch ingenieurmäßiges, strukturiertes Bearbeiten eines Projektes möglich wird.

Insgesamt erfordert agile Entwicklung in jedem Fall und von jedem Teammitglied gegenüber traditionellen Entwicklungsvorgehen: hohe Eigenverantwortlichkeit, hohe Team- und Kommunikationsfähigkeit, klare Kundenfokussierung sowie Flexibilität sich an den Kunden bzw. neue Fragestellungen jederzeit anzupassen.

Foto von Peter Baumgartner
Antwort von Peter Baumgartner
::: LEADERSHIP, Altmünster

Agilität ein Zeitgeist-Merkmal. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir können unter "agil" Formen und Mischformen von proaktiv, agieren, antizipativ und initiativ zusammenfassen.

Warum agil sein und warum heute agil sein?

Im Endeffekt sind es die Geschwindigkeit der Veränderungen und die immer kleiner werdenden Zeitfenster des Handelns, die agil sein erfordern. Gute Unternehmen waren schon immer agil. Heute schreiben sich viele "Agilität" auf Ihre Fahnen. Man kann aber auch agil im Hinterherlaufen sein.

Foto von Eva Janich-Zitzmann
Antwort von Eva Janich-Zitzmann
Geschäftsführerin 4moreE GmbH, Biel/Bienne

Verzweiflung? Zeitgeist? Bewunderung für Google & Co?

Nein, Spass beiseite, Agilität ist der Ausbruch aus der Gewohnheit, dem Sattsein, der Routine.
Veränderung ist das neue Normal, und das schreckt viele Mitarbeiter und verunsichert viele Manager. 

10 Tipps, wie Sie Ihre Organisation, insbesondere Vertrieb oder Marketing, agil machen:

  1. Beginnen Sie selbst agil zu arbeiten, damit Sie selbst die Vor- und Nachteile kennen. 
  2. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, was genau sich auf Ihrem Markt verändert und warum und wie Ihr Unternehmen darauf reagieren möchte
  3. Richten Sie auch den agilen Prozess vollständig auf Kunden und Markt aus (agile Methoden helfen nicht über unzeitgemässe Organisationsformen hinweg)
  4. Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter im Methodenwissen - nicht einmal, nicht zweimal, sondern regelmässig über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten
  5. Beziehen Sie auch die Schnittstellen der Abteilungen ein, die agil arbeiten sollen
  6. Sorgen Sie für absolute Transparenz im agilen Prozess und managen Sie diese Transparenz - Agilität ersetzt nicht Führung
  7. Richten Sie Ihr Vergütungssystem auf die agilen Prozesse aus, zumindest teilweise, damit klar ist, dass Sie es ernst meinen
  8. Geben Sie Ihrem Team die Chance, wirklich mitzugestalten - zuviele Ideen landen dann doch im "Black Hole" des Unternehmens
  9. Managen Sie Ihr Change Management langfristig, integrieren Sie Digital Natives aktiv in den Teams
  10. Verändern Sie Ihre Kultur, nicht nur Ihre Methoden

Viel Erfolg!

Foto von Armin Rütten
Antwort von Armin Rütten
Partner, Wiehl

Genaugenommen nichts.

Je nach Vortragendem soll Agilität mal Entscheidungsfreudigkeit, mal Flexibilität, mal Interne Kommunikationsbeschleunigung etc. pp. heißen.

Es ist ein reines Modewort, das zum Gemüterbeschäftigen gut sein soll und teils auch ist, schaut man sich an wieviele Workshops und Vorträge dazu herumgeistern.

Ähnlich wie Wissensmanagement oder andere Lückenfüller, beschreibt der Begriff, dass Viele Vieles dazu zu sagen haben wie Organisationen aufgebaut sein sollten, Komminikationen zu laufen hätten und das die Vortragenden es besser wüssten, als ihre Hörer.

Jedes gut laufende, ertragbringende Unternehmen hat bereits meist die genau richtige Agilität, die es braucht und schlecht laufende haben sie nicht oder versagen dabei sich wandelnden Marktanforderungen zu stellen.

Dabei wird von den Rezepteformuliereren und ihren Hörern oft nicht verstanden, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen Agilität brauchen, denn manche gut etablierten brauchen entgegen dem eher Stabilität in ihren Abläufen, nehmen wir etwa den Quasimonopolisten Post und seine aufgekauften Zusätze.

Hinter der Aufforderung zur Agilität steht so wenig Neues, wie an den Anforderungen, die an ihre Verwirklichung in Unternehmen gestellt wird.

 

Armin Rütten

Foto von Roland Heini
Antwort von Roland Heini
Mitglied der Geschäftsleitung, Steinhausen

Grundsätzlich gibt es nicht "die Agilität". Die meisten unserer Kunden verfolgen damit Ziele wie Verbesserung der Time to Market, bessere Einbindung der Kunden, die Möglichkeit Anforderungen während der Projektlaufzeit "einfach" ändern zu können oder eine bessere Qualität zu erreichen. Für eine Kurzeinführung der Thematik kann ich auf das folgende Video von mir verweisen: https://youtu.be/vKJ6jewIscw (allerdings in CH-Deutsch; sollte aber einfach verständlich sein).

Foto von Prof. Dr. Alfred Gebert
Antwort von Prof. Dr. Alfred Gebert
Inhaber Trainer und Coach Prof. Dr. Alfred Gebert, Münster

Produkte müssen heute viel schneller den Wünschen der Kunden angepasst werden. Agilität ist die Fähigkeit des Managements, auf veränderte Kundenwünsche flexibel zu reagieren.

Foto von Dr. Zarmina Penner
Antwort von Dr. Zarmina Penner
Inhaber, Wiesbaden

Ich verstehe unter Agilität "Flexibilität im Handeln". Im Bereich Softwareentwicklung gibt es bereits gute Methoden das flexible Handeln handhabbarer zu machen. Das ist eine gute Entwicklung und wenn die Methode optimal eingesetzt ist, dann höre ich zufriedene Stimmen. "Agile" Unternehmen habe ich auch erlebt, aber da gehört "Flexibilität im Handeln" zur Unternehmenskultur und hat wenig mit neuen Methoden oder Anforderungen zu tun. Ich bin keine Expertin in Agilität per se. Ich denke ganzheitlich. Für mich sind Unternehmen organische Wesen. Als Business Coach und Ärztin ziehe ich meine Inspiration von der Natur. Der menschliche Körper ist auch ein organisches Wesen. Wenn "Gefahr in Verzug" ist, dann reagiert der Körper natürlicherweise agil und handelt flexibel entlang vorgegebenen Bahnen, um Balance erneut herzustellen. Insofern ist der Begriff Agilität nichts wirklich Neues, aber als Schlagwort, besser als eine Intention, kann er durchaus einen positiven, belebenden und verjüngenden Effekt auf ein Unternehmen haben.

Foto von Rita Baltes
Antwort von Rita Baltes
Inhaber Blickpunkt Socialmedia Dipl. Bw. Rita Baltes, Riegelsberg

Wirklich neu sind die Überlegungen zu Agilität im Marketing ja nicht. Aber es gibt inzwischen immer mehr Firmen, die aufgrund ihrer Struktur und Kultur Agilität erst möglich machen.

Agilität heißt ja  sich schnell und flexibel auf etwas einstellen. Und so wird es auch als Marketing Taktik verstanden: Kleine gut vernetzte (agile) Teams reagieren direkt auf Feedback (z.B. von Social Media Posts) dadurch, dass sie in einfachen Prozessen recht schnell die entsprechende Lösung/Antwort erarbeiten.

Für diese Art der schnellen und kreativ auf den Absender eingehenden Reaktion kann es dann aber kein striktes Hierarchie- und Abteilungsdenken geben.Das Vorgehen macht moderne, eher flache Strukturen und eine offene und flexible Unternehmenskultur erforderlich. Also genau das Gegenteil einer starren Hierarchie mit streng festgelegten und oft zeitraubenden Freigabeprozessen. Dem Team muss zugetraut werden, dass es kompetent und verantwortlich im Sinne des Unternehmens agiert.

Damit braucht Agiles Marketing meist ein starkes Umdenken im Unternehmen, ist aber oft notwendig, um in der digitalen (Social Media) Welt direkt und authentisch im Dialog zu bleiben.

Auf jeden Fall benötigt es

  • sehr gute Zielgruppen-Kenntnisse
  • hohe Kommunikationserfahrung aller Teammitglieder
  • Guidelines über welche Themen wie aus Unternehmenssicht gesprochen wird
  • umfassendes Community Management
  • ausführliches Monitoring

Agiles Marketing bleibt aber ganz bestimmt auch künftig nur ein Bestandteil im Marketing-Mix. Grundsätzliche Strategien und Konzepte bezüglich Zielgruppen und Zielsetzungen und das verzahnen der klassischen und Online Marketingaktivitäten werden durch dieses Vorgehen nur unterstützt – nicht ersetzt.

Foto von Maria Lang
Antwort von Maria Lang
Geschäftsführerin knallrot. GmbH, Frankfurt (Main)

Es ist sicher erst die Frage zu stellen:

Was soll mit Agilität besser erreicht werden, als durch andere Herangehensweisen? Was ist das Ziel und können alle Beteiligten sich auf diese Umgehensweise miteinander einigen? Welche Phasen, Budgets und Personen-Ressourcen können dafür gebunden werden?

Agilität heisst im Projektverlauf offener Strukturen zu schaffen und schneller Ergebnisse und Zwischenschritte abfragen und beeinflussen zu können. Das Porjektziel bestimmt die Planung und gibt die Möglichkeit über vorhandene Teamstrukturen hinaus Ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Neu für die Arbeitsweise in agilen Strukturen ist der offene Umgang mit Fragestellungen während des Projektverlaufs und die Möglichkeit aktiv und offen den Verlauf hinsichtlich des Ziels zu veärndern. 

Andere Arbeitsweisen könnten sein: - Führen von der Zukunft aus 

- Effectuation

 

Foto von Claudia C. Pest
Antwort von Claudia C. Pest
Inhaberin, Aschaffenburg

Der Begriff ist so umfassend zu verstehen, dass ich an dieser Stelle nicht den Versuch unternehmen möchte, ihn zu erläutern. Eine sehr gute Homepage ist hierfür: www.haufe.de, wie ich finde.

Beste Grüße,

Claudia C. Pest

Foto von Ulrich Hambuch
Antwort von Ulrich Hambuch
Principal Consultant / Freelancer, Troisdorf

Fragen sie denjenigen, der die Anforderung gestellt hat. Der Ursprung liegt im Agilen Manifest und bezieht sich auf Entwicklungsprozesse im Bereich Softwareentwicklung mit direkter Schnittstelle zum Endnutzer (z.B. Web). Hierbei war es oft nötig schnell und agil auf wechselnde und unklare Anforderungen reagieren zu können. Dieses Konzept lässt sich nicht 1:1 auf andere Themenbereiche übertragen.

Insgesamt ist das Thema „Agilität“ mittlerweile sehr vielfältig und oft unklar definiert oder wird missverständlich oder schlichtweg falsch gelebt.

BG

Ulrich Hambuch

www.infogenesis.de

 

Foto von Andreas Barthel
Antwort von Andreas Barthel
Director Barthel&Partner, Frankfurt am Main

Gute Frage, Agile Vorgehensweisen sind aus den Softwareentwicklungsabteilungen hervorgegangen. Grund hierfür war das die Vorgehensweise nach der "Wasserfall-Methode" nicht mehr so wie früher funktionierte, da die Anforderungen oft am Beginn de Projektes unbekannt waren und sich erst im laufe des Projektes entwickelten. Ein weiterer Grund lieferte die zunehmende Unzufriedenheit der Kunden (Anwender). Agile Methoden binden die Stakeholder ein, Sie verlangen nach einen Product-Owner der für den Erfolg bei den Anwendern "garantiert" und der Scru-Master stellt sicher, dass die Projectbeteiligten alles zur Verfügung haben was sie benötigen. Gerade in IOT-Projekten ist eine herkömmliche Vorgehensweise gar nicht mehr möglich. Allerdings benötigen agile Projekte auch ein agiles Management und da gibt es oft nicht - aber nur dann funktioniert Agilität richtig. Agile Vorgehensweisen gab es auch schon bevor dieser Begriff geprägt wurde in der Softwareentwicklung - allerdings ohne Regeln. Scrum, Kanban etc. haben daraus eine Methode bzw. eine Vorgehensweise gemacht.

Foto von Dr. Nikolaus Rauch
Antwort von Dr. Nikolaus Rauch
Geschaftsführer Business Integrations Services GmbH, München
  • Flexibilität (Fähigkeit und Bereitsschaft zum Rollenwechsel)
  • Inter- und intradisziplinäre Kommunikation (Berühungsbereitschaft und Offenheit)
  • fachlich wechselde Führung (leadership without authority but leadership)
  • Effizienz- und Effektivitätssteigerung (Ballance zwischen wirtschaftlichen und sozialen Zielen)
  • agile leadership ungleich Führung! (Priceps inter pares wie ein scrummaster)
  • Disziplin (das Motto: "ohne Fleiss kein Preis" gilt für ALLE)
  • Vertrauen (ein großes Wort sorgt für ernsthafte Gespräche auf allen Ebenen)

 

 

 

Foto von Niko Bayer
Antwort von Niko Bayer
Inhaber, Nieder-Olm

Einen regelrechten Neuigkeitswert sehe ich nicht. Die flexible und proaktive Einstellung auf Veränderungen war immer wichtig. Manch einer versucht es mit dem Argument zu verkaufen, dass man jetzt systematischer und konsequenter daran arbeiten sollte. 

 

 

Foto von Andreas Slogar
Antwort von Andreas Slogar
, Bad Homburg

Ja und nein. Die Grundlagen agiler Organisationen und die Definition dessen, was ein anpassungsfähiges und somit agiles (komplexes) System ausmacht, ist seit den 1950 Jahren erforscht und bekannt. Aus dieser Perspektive ist es ein alter Hut, der aber leider bis heute missverstanden ist und falsch getragen wird.

Außerdem erschient die aktuelle Nutzung des Begriffes der Agilität inflationär und sich noch in einer Phase der allgemeinen Definition zu befinden. 

Vergleicht man hierarchische Organisationsstrukturen, die im heutigen Wirtschaftsgefüge aus den Zeiten des Taylorismus stammen, mit den Prinzipien einer agilen Unternehmensstruktur, so sprechen wir hier von zwei diametral entgegengesetzten Modellen. In diesem Falle ist es tatsächlich etwas Neues.

Beobachtet man hier wie problembehaftet und aufwändig der Umbau etablierter Unternehmen aus hierarchischen Strukturen in heterarchische Netzwerke selbstorgansierter Teams ist, so ist dies ebenfalls ein Indiz dafür, dass es sich um etwas Nues handelt.
Managern und Mitarbeitern fehlen gleichermaßen vertraute Verhaltensmuster und Vorgehensmodelle und finden sich in agilen Arbeitsformen nur sehr schwer zurecht. Es fehlen schlichtweg die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen.
Hier müssen völlig neue Fertigkeiten erlernt und verinnerlicht werden. So wie das bei allen neuen Anforderungen der Fall ist. Wir kennen das alle noch vom Fahrradfahren, Schwimmen, Lesen etc.

Foto von Diethelm Dahms
Antwort von Diethelm Dahms
Geschäftsführer Speech & Phone GmbH, Berlin

Agilität ist aus dem Bereich der Informationsverarbeitung in die Betriebswirtschaftslehre übernommen worden.

Agile Methoden bedeuten im Bereich der Softwareentwicklung zum einen, dass Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Das erfolgt durch Transparenz, Überprüfung und Anpassung. Zum anderen werden die Akteure beschrieben. Hier gibt es zum einen den Scrum Master, das Entwicklungsteam und den Product Owner. Zum anderen gibt es die Stakeholder, nämlich Kunden, Anwender und Management. Alle diese Beteiligten haben bestimmte Aufgaben in diesem Prozess. Die Stakeholder definieren Anforderungen, der Product Owner verwaltet diese Anforderungen. Das Entwicklungsteam beschreibt selbst, welche Anforderungen in welchem Zeitrahmen umgesetzt werden.

Der Zeitrahmen ist meist auf 4-6 Wochen beschränkt. Es gibt zusätzlich eine Definition davon, was als fertig bezeichnet wird.

Auf dieser Ebene fällt es in der Tat schwer, etwas Neues zu entdecken. Anforderungen gab es zuvor und wird es weiter geben. Ideen gab es und wird es weiter geben. Fertigungsteams gab es und wird es weiter geben.

Das Neue an Agilität ist aus meiner Sicht die Selbstorganisation der Teams. Das erzeugt im Idealfall eine höhere Identifikation mit dem Produkt und dessen Fertigungsprozess.

Ein anderer neuer Aspekt ist die Konzentration auf einen kürzeren Fertigungszeitraum. Durch die Beschränkung auf 4-6 Wochen fällt die Planung zum einen leichter und zum anderen kann der Prozess an sich rascher angepasst werden und zum weiteren sehen Anwender, Kunden und Management schneller das Ergebnis der Arbeit.

In der Organisation eines Unternehmens wiederum sorgt Agilität für Autonomie von Teams, was anderseits … aber dazu stellen Sie vielleicht eine neue Frage.

Foto von Thomas Pochadt
Antwort von Thomas Pochadt
Key Account Manager, Hamburg

Es tut mir leid, aber ich kann diese Frage nicht beantworten, da ich mich thematisch mit dieser Form der Beratung nicht beschäftige. Bei Fragen zu meinem Gebiet stehe ich gerne zur Verfügung.

Foto von Wolfgang Aigner
Antwort von Wolfgang Aigner
Inhaber Laboratorium für Möglichkeitsdenken, Schörfling am Attersee

A: Neu am Konzeptbegriff "Agilität" ist der Unterschied zu simplifizierenden (oder isolierenden) Konzepten und (Reiz-Reaktions-) Interventionen wie sie zB der Begriff wie „Leistungssteigerung“ impliziert. Das Konzept "Agilität" zielt auf einen gesunden, dauerhaften Erfolg ab. Bedeutet also nicht (nur) ein: schneller, höher, weiter, ...

Freundlichst Wolfgang Aigner

Foto von Dietrich von Riesen
Antwort von Dietrich von Riesen
Inhaber, Berlin

Gegenfrage: Gibt es neue Anforderungen an Agilität? Diese gibt es schon lange, wie Führung durch Vorbild, Delegieren v Aufgaben, gute Kommunikation, klare Visionen und Strategien etc. etc. die Liste ist lang .. vor allem: Vertrauensbildung.

Foto von Marc A. Langner
Antwort von Marc A. Langner
Partner, München

Gesunder Menschenverstand in neuen Schläuchen. 

Flexibles und proaktives Denkeln wie Handeln war, ist und bleibt die Grundlage für eine erfolgsversprechende Gestaltung. Wer "nur" steuert, wird unweigerlich die Endlichkeit seiner Fortbewegung erleben, durch "regeln" vermögen wir auf der Fahrbahn zu bleiben. Erweiterbar bleibt dies um die regelmäßige Frage der angemessenen Fahrbahn, Fahrtrichtung sowie der zielführenden Abfahrt. 

Was neu ist, ist Agilität als leere Worthülse, einstreubar in beliebig austauschbare Statements. 

 

Foto von Martin R. Mayer
Antwort von Martin R. Mayer
, Kempten

Ich kann dass nicht beantworten. Wer fordert von wem mehr zu agieren? Ich fordere jedenfalls von niemandem etwas.

damit es die Mindesanzahl von Buchsteben erfüllt:

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Foto von Michael G. Richter
Antwort von Michael G. Richter
Internationale Marketing- und Vertriebsberatung Internationale Marketing- und Vertriebsberatung, Seekirch

Guten Tag, liebe/r Fragende/r,

eigentlich bedeuted das ja nur beweglich, wendig, und so.

Eine klarere Anforderungsprofil um 'Neues' zu erfahren/zu beschreiben wäre schon wichtig, es sei denn die Forderung ist schon bekannt und irgendwie 'unterlegt' !!

Das Thema wäre ansonsten eine 'Abhandlung' wert, für die mir leider die Zeit fehlt, aber jedenfalls kann ein 'agiles' Unternehmen schlicht nicht erfolglos bleiben !!

Freundliche Grüße

Michael Richter

Foto von Dr. Hans-Heinrich Reinhardt
Antwort von Dr. Hans-Heinrich Reinhardt
Inhaber Moderation-Unternehmerberatung-Training, Bad Hersfeld

Sorry, meiner Meinung nach garnichts Neues. Ich habe für die Raiffeisengenossenschaft Leese Agil etwa 1997, also vor 20 Jahren bereits Seminare gemacht, die "Agil" als Thema und späteres Unternehmensleitbild hatten. Die Begeisterung für die Unternehmensziele und das Mitarbeiterverhalten war so groß, dass man dort den Begriff in den Firmennamen hat eintragen lassen und heute, wie sicher auch in Zukunft geistig und körperlich beweglich bleiben wird. Wer nachschauen will; hier ist der Link

https://www.rwg-leese.de/

 

Foto von Dr. Frank Buckler
Antwort von Dr. Frank Buckler
Inhaber, Köln

Dahinter steckt die Verfügbarkeit neuer agiler Vorgehens- und Organisations-Methoden, die ein Vorgehen ermöglichen, dass schneller und kostengünstiger Veränderungen und Projekte ermöglicht. Im Zuge dessen wird es im Wettbewerb daher notwendig diese Methoden zu adoptieren

Frank Buckler

Foto von Fridolin Dietrich
Antwort von Fridolin Dietrich
Geschäftsführer, München

Nicht erst seit den Innovationstreibern aus dem Silicon Valley wissen wir, dass man ständig neu denken muss, neu beleben, reagieren oder sich gar gleich neu erfinden sollte, um heute erfolgreich zu bleiben. Bei Softwareherstellern, Start-ups oder auch Unternehmen wie der Bahn, Haufe oder Hilti beobachten wir agiles Arbeiten mit kleinen Gruppen in flachen Hierarchien.

Agilität ist auch eine Philosophiefrage. Extreme Kundennähe, Betaversionen, Führung und Fehlerkultur, Weiterentwicklung der Mitarbeiter, Feedback-Schleifen und nicht zuletzt neue Arbeitstechniken zeigen ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit an neue Megatrends, wie Globalisierung, Digitalisierung oder den demografischen Wandel. Studien zeigen es schon: Je agiler ein Unternehmen im Ganzen, desto größer ist sein wirtschaftlicher Erfolg. Die agilsten Unternehmen einer Branche sind demnach durchschnittlich 2,7 Mal erfolgreicher als die Konkurrenz mit starren Strukturen.

Was sind die bekanntesten Techniken?

  • Beim Scrum werden Arbeitsschritte in Phasen von zwei bis vier Wochen zerlegt und von einem kleinen Team bearbeitet. Der Scrum Master sorgt dafür, dass Regeln eingehalten werden. Ein Product Owner behält die Wünsche des Auftraggebers im Blick.
  • Ziel der Design Thinking Methode ist die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle oder Produkte. Die Methode orientiert sich an der Arbeit von Designern. Basis ist die These, dass Probleme besser gelöst werden, wenn Menschen aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten.
  • Bei der Holokratie werden selbstständige Einheiten aus Mitarbeitern, sogenannte Holons genannt mit anderen Holons zu einer Struktur zusammengeschlossen – der Holacracy. Statt einer Hierarchie gibt es Regeln in einer „Verfassung“, die Mitarbeiter versammeln Gleichgesinnte in „Zirkeln“, um „Spannungen“ zu klären, und besprechen den Fortschritt in „taktischen Sitzungen“. Weltweit verwenden die Philosophie aktuell über 50 Organisationen.
  • Kanban ist eine agile Methode für evolutionäres Change Management. Das bedeutet, dass der bestehende Prozess in kleinen Schritten (evolutionär) verbessert wird. Indem viele kleine Änderungen durchgeführt werden (anstatt einer großen), wird das Risiko für jede einzelne Maßnahme reduziert. Darüber hinaus führt der eher sanfte Stil von Kanban in der Regel zu weniger Widerständen bei den Beteiligten.

Die Höhe der Agilität macht nur in komplexen Situationen mit unsicheren Ursachen-Wirkungs-Zusammenhängen Sinn. Ein Bäcker muss nicht agil arbeiten, ein Software-Entwickler schon.

Aber Achtung, mit den neuen Arbeitstechniken oder den Methoden zur Prozessoptimierung, was Scrum und Kanban letztlich sind, lässt sich Software programmieren oder Projekte planen, Wachstum und Mitarbeiter managen lässt sich damit nicht.

#agil, #identität entdecken, #dietrichidentity, 

Fridolin Dietrich Markenberater bei Dietrich Identity

Der Diplom Kaufmann und Organisationspsychologe ist Günder von Dietrich Identity und verfügt über zwei Jahrzehnte internationale Praxiserfahrung in Industrie und Beratung. Sein Motto: "Wir verkaufen ein Produkt, dass jedes Unternehmen braucht, aber wenige haben. Echte Werte."

Foto von Dr. Werner T. Fuchs
Antwort von Dr. Werner T. Fuchs
Inhaber, Hünenberg

Da kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen. In meinem Umfeld heisst es, der Begriff werde vor allem in der Software-Entwicklung gebraucht. Und da bin ich Laie. Im Marketing und der Werbung ist dieses "neue" Wort jedenfalls noch nicht eingedrungen. Sorry.

Foto von Wolfgang M. Voigt
Antwort von Wolfgang M. Voigt
Geschäftsführer, München

Eigentlich gar nichts. Wer wettbewerbsfähig sein bzw. bleiben wollte, musste schon immer agil, d. h. beweglich und aufgeweckt sein. In unserer immer schnellerlebig werdenden Zeit sind allerdings auch die Anforderungen an die Geschwindikgeit und das Beschleunigungsvermögen der Beweglichkeit gestiegen.

Foto von Michael Steffens
Antwort von Michael Steffens
Inhaber MSP Michael Steffens Personalentwicklung, Koblenz

Wenn der Begriff Aktivität ins Deutsche übersetzt wird, Meint er damit Beweglichkeit, Wendigkeit.

Agility wird seit einiger Zeit im Projektmanagement, der Softwareentwicklung und mittlerweile auch im Coaching verwendet. Nach meinen Verständnis bezeichnet in diesen Bereichen der Begriff der Agilität die flexible Gestaltung des Prozesses gemeinsam mit dem Kunden/Auftraggeber auf allen Ebenen der Entwicklung.

Dies kann in manchen Fällen sinnvoll sein, jedoch ist meines Erachtens die Etikettierung "Agility" zu häufig ein Geschäftsmodell und ein "me too Zug", der zur hip ist. Seriöse Berater und Prozess- Begleiter haben immer darauf geachtet, den Kunden bei den wesentlichen Meilensteinen seiner Produktentwicklung mit einzubinden.

Foto von Helmut König
Antwort von Helmut König
Inhaber KÖNIGSKONZEPT, Münzenberg

Um eine solche Frage beantworten zu können, stellt sich die Gegenfrage nach dem Wissensstand um Agilität. Für wen ist was wirklich neu. https://de.wikipedia.org/wiki/Agilit%C3%A4t_(Management)

Foto von Dr. Klaus Kuenen
Antwort von Dr. Klaus Kuenen
Marktentwicklung digitalisierte Produkte, Köln

Wenn sie Glück haben: nur die Geschwindigkeit, mit der Veränderung umgesetzt werden soll.

Oder aber: die Wahrnehmnung /das Wissen um die Komplexität von Digitalsierung und die Wahrnehmung, dass Wettbewerb irgendwie schneller /besser ist.Das ist im übrigen wirklich nur eine Wahrnehmung, insbesondere die sog. disruptiven Innovationen sind ausschließlich auf kulturelle Aspekte zurück zu führen, wie schon C. M. Christensen ausgeführt hat.

Foto von Thorsten Reichert
Antwort von Thorsten Reichert
Projekt- und Prozessmanagement-Berater und -Trainer, Rheinberg

Das Wesentliche hinter der Forderung nach Agilität ist der massive Wunsch, schneller das gewünschte Produkt zu bekommen - also Qualität hoch, Zeit (und Kosten) runter. Dabei steht der Zeitaspekt jedoch klar im Vordergrund. Dieser Wunsch ist keineswegs neu - neu ist jedoch die Hoffnung, die erfolgreichen Ansätze aus der IT Branche (Scrum) auch auf andere Projektarten, Produkte, Unternehmen, Kulturen usw. übetragen zu können.

Aus dem zentralen Wunsch nach "Zeit runter" leiten sich methodische Aspekte ab, wie z.B.

  • direkte Möglichkeit, auf Änderungen und Anpassungen zu reagieren bzw. diese sofort in die Anforderungen bzw. die Produktkonfiguration und somit in die Planung und Umsetzung zu integrieren
  • enge und kontinuierliche Einbindung der Interessengruppen in die Produktentstehung, um das Produkt begleitend zu begutachten und ggf. Anpassungen vorzunehmen
  • die Möglichkeit, Zwischenprodukte direkt verwenden zu können und das Projekt ggf. unterbrechen oder gar stoppen zu können und dennoch einen Wert erzielt zu haben und ein Ergebnis nutzen zu können

Dass Agilität jedoch auch Voraussetzungen fordert, wird oft vergessen oder verdrängt - also "haben wollen ohne zu geben". Und deshalb bleibt Agilität oft eine Vision.

Als Voraussetzungen dabei sind vor allem zu nennen:

  • ein motiviertes Projektteam, das sich ausschließlich um dieses Projekt kümmern kann und mit allen erforderlichen Ressourcen ausgestattet ist. Viele Projektteams entstehen sogar auf Basis der Freiwilligkeit der entsprechenden Teammitglieder, an diesem Projekt zu arbeiten!
  • klare Anforderungen, die durch eine definierte Funktion gebündelt werden
  • ein Mindset, der - jenseits von Fachdogmen und Führungsanspruch - ausschließlich an effizienter Wertschöpfung orientiert ist
Foto von Dr. Axel Härtl
Antwort von Dr. Axel Härtl
Inhaber Optimierungspartner Dr.-Ing. Axel Härtl, Feldhorst

Nach meiner Meinung steckt hinter der Anforderung nach Agilität ein neues Bewusstsein. Wenn Agilität wirklich Erfolg haben soll, dann ist die Unterstützung der Führung notwendig, da der Kommunikation und Selbststeuerung z.B. in Teams eine größere Rolle eingeräumt wird. Hierzu ist in vielen Fällen ein Umdenken sowie Vertrauen Voraussetzung.

Ansonsten ist Agilität nichts Neues - so wie Industrie 4.0 auch nichts Neues ist. Von allem ein bischen mehr ist nichts wirklich weltbewegendes.

Foto von Dr. Otto Eggert
Antwort von Dr. Otto Eggert
Geschäftsführer, München

Eine Person kann agil sein, ebenso eine Organisation. In beiden Fällen bedeutet es, sich schnell an veränderte Bedingungen anpassen zu können, fortlaufend zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Diese Eigenschaften waren beim Überlebenskampf in der Steinzeit genauso wichtig, wie sie es heute immer noch sind. Insofern ist höchstens neu, daß dieser Begriff heute nicht nur auf Individuen angewendet wird, sondern auch auf Organisationen.

Foto von Michael Domsalla
Antwort von Michael Domsalla
Inhaber KMTO, Bad Zwischenahn

Das hängt zunächst davon ab, wo Sie mit Ihrer Organsationsentwicklung, Unternehmenskultur oder ihrem Projektmanagent stehen. Für Unternehmen, die in den letzten Jahren moderne Entwicklungen mitgemacht haben, ist Agilität ein nächster Schritt. Das Ziel ist eine weitere Flexibilisierung der Unternehmensstrukturen. Unternehmen, die noch streng fomal und hierarchisch arbeiten, hätten eine kleine Revolution vor sich. Das betrifft große Teile im Mittelstand. 

Ein Beispiel: Scrum ist eine Technik für agile Produktentwicklung. Der Scrum-Prozess ist komplett auf Kundennutzen ausgerichtet. Dabei wird viel Entscheidungsfreiheit für einzelne Mitarbeiter gefordert. Bisher typisch ist eine Produktentwicklung anhand vorhandener Kompetenzen im Unternehmen mit anschließenden "Kunden-Überzeugungs-Maßnahmen". Dabei hat der Leiter zumeist alle Entscheidungskompetenz.  

Kurz gesagt, kann Agilität ihr Unternehmen in Bewegung bringen - aber nur wenn der Wandel der Unternehmenskultur gewollt und auch über lange Zeiträume unterstützt wird. 

Agilität ist nicht für jedes Unternehmen sinnvoll. Das hängt von der Branche und der Positionierung innnerhalb der Branche ab. 

Foto von Elisabeth Schiefer-Paris
Antwort von Elisabeth Schiefer-Paris
Managerial Director, Reichenau (Insel)

Zunächst müssen wir uns bewusst machen, dass wir in einem neuen Zeitalter leben, welches u.a. gekennzeichnet ist durch die zusätzliche digitale Führung der Menschen. Dieses hat zur Folge, dass das Neue hinter der Anforderung an Agilität maßgeblich von der exakten Erfassung aller Menschdaten abhängt.  Eine große Volatilität der Big Data Erfassung wird durch neue weiche Faktoren bestimmt, welche minütlich für die Erfassung von Daten neue Realitäten bereitstellen können. Dies erfordert oftmals schnelle Anpassungsprozesse für die verwendeten Programme. Da das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile ergibt sich inzwischen eine fast nicht mehr kontrollierbare Komplexität, welche übergeordnet gesteuert werden muss. Vergl. den Einführungstext im Grundgesetz, Ausgabe 15. 11. 2013 von Prof. Dr. Di Fabio, früherer Verwaltungsrichter.

Hinzukommt, dass unsere Millennials "Opfer einer sozialen Wertschätzungsschleife wurden", welches von der übergeordneten Einheit mitberücksichtigt werden muss.Vergl. Pressemitteilung vom 18. November 2017, Prof. Dr. Opaschowski, Zukunftsforscher und angeblicher - ich zitiere: EntrinnenForscher. Wie er es darstellt, werden die Millinnials minütliche geführt und beeinflusst.

Daher halte ich die Planung und den Einsatz sozialer Medien für eine Vereinnahmung von Seelen - und Menschpotentialen. Diese werden genutzt ohne zu zahlen. Vielmehr zahlen die Millennials mit ihrem aktuellen Leben, dass sich diese Programmierer der sozialen Medien bereichern konnten bis hin zu Milliardären.

Hinzukommt, dass es dazu führt, dass die Kinder und Jugendlichen den Eltern entfremdet wurden und sie teilweise nicht mehr wertschätzen können. Wie der o.g. Prof. ausführt, sei die Uhr im digitalen Zeitalter nicht mehr zurückzustellen.

Wie kommt er darauf? Ich versuche, stellvertretend für ihn, eine Antwort zu geben. Seit dem massiven Einsatz digitaler Medien und sozialer Netzwerke, wurden die Seelen- und Energieteile der Menschen verteilt. Diese erhalten Sie nur zurück, wenn sie konsumieren. D.h. die digitalen Medien haben ein Leben danach auf die materielle Ebene gerückt. Wer noch an den übergeordneten Gott glaubt, möge selbst die Schlussfolgerung aus deren Benutzen von Menschpotentialen ziehen. Ich halte es für eine anscheinende Blasphemie, Menschen benutzen zu dürfen, ohne dass sie ihnen gerhören. Mein Rat: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von alldem fernhalten.

Der Staat hätte dieses Benutzen zum Wohle der neuen Zivilgesellschaft nicht zulassen dürfen. Wie kommt es dass US-amerikanische Firmen, deutsche und europäische Seelen beherrschen und benutzen dürfen?  Vergl. Mein Buch Ego, Macht & Liebe, oder Exzellenz durch Weisheit.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen, die Anforderungen an eine neue Menschenführung können die Programmstrukturen - welche auch immer - nicht mehr ohne die neue übergeordnete Führung leisten.

Da ich seit ca. 10 Jahren alles prä-investiert habe, um diese ausgleichende und lebenserhaltende Gleichgewichtstätigkeit mit dem übergeordneten Gott zu ermöglichen, bat ich um eine Finanzierung, welche bis heute nicht gegeben wurde.

D.h. mit anderen Worten, dass keiner für das Misslingen der digitalen Führung Verantwortung übernehmen will. Die Volatilitätsfaktoren sind teilweise sogar weltgeschichtlicher Natur, die in jedem Moment die Agilität beeinflussen.

Die nominatio dei, die Verantwortung vor Gott, ist das neue Leitbild einer menschliebenden Gegebenheit. In der Bibel könnte man auf den Namen Adonai stoßen. Ich übe mich in Demut und bleibe dabei, dass u.a. Namen im Moment bei der Agilität eine varianzerzeugende Eigenschaft haben.

Vielen Dank für Ihre wertgeschätzte Aufmerksamkeit.

 

 

Foto von Frank Eckhoff
Antwort von Frank Eckhoff
Firmenkundenbetreuer, Berlin

In der IT-Branche gibt es agile Arbeitsmethoden schon seit mehr als 20 Jahren. Das wirklich Neue liegt in der tiefgreifenden Verbreitung dieser Methoden in der modernen Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Digitalisierung.

Agile Organisationen leben von der Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Eigeninitiative ihrer Mitarbeiter. Die Beherrschung agiler Methoden, d.h. Scrum, Design Thinking, disruptives Denken, wird zum kritischen Wettbewerbsfaktor.

Einerseits wird das hierarchische Wasserfallmodell durch iterative und inkrementelle Prozessabläufe ersetzt. Andererseits entwickelt sich ein neues Verständnis von Führung. Die Führungskraft als Coach, der wertschätzend mit Mitarbeitern umgeht. Dahinter steht überdies eine Haltung des Nicht-Wissen-der-Lösung, Allparteilichkeit, Vertrauen und Transparenz. Die Etablierung einer solchen Führungsrolle erfordert Ausdauer und Methodenkompetenz. 

Gelingt der Wandel entsteht eine gesunde Arbeitsorganisation: weg von der plangetriebenen, hierarchischen Bürokratie; hin zu einer wertgetriebenen, humanen Arbeitswelt. Der digitale Wandel, der demografiebedingte Fachkräftemangel und die komplexeren Marktbedingungen erzwingen eine Auseinandersetzung mit Agilität - übrigens auch mit Empowerment.   

Foto von Dr. Mario Buchinger
Antwort von Dr. Mario Buchinger
Inhaber, Achenkirch

Nichts. Es geht dabei um eine innere Haltung, die in den Bereich des gesunden Menschenverstands fällt. Die Idee der kontinuierlichen Verbesserung ist schon viel älter und in vielen Kulturen dieser Welt sehr lebendig. Zum Beispiel beinhaltet der Begriff  “Kaizen”, der aus dem Japanischen kommt und schon viele Jahrhunderte alt ist, die Gedanken, die man heute unter dem Begriff “Agilität” versucht zu vermarkten: Hinterfrage Dich selbst und verbessere Dich in kleinen Schritten. Lerne aus dem, was Du tust und aus Deinen Fehlern und verwende das Gelernte in den nächsten Schritten.

Es geht dabei immer um eine innere Haltung und eine Kultur und nie um eine Methode. Jedoch lassen sich Methoden mit klingenden Namen einfach besser verkaufen.

Foto von Erich R. Unkrig
Antwort von Erich R. Unkrig
Inhaber ILOS® Institut für lernfähige Organisationen und Systeme, Krefeld

Agilität als Managementanforderung (vor allem in Bezug auf produzierende Unternehmen) entstand vor rd. 30 Jahren als Reaktion auf langsame, eher bürokratisch agierende Unternehmen, um veränderten Marktbedingungen effektiver zu begegnen. Das Konzept wurde ab Mitte der 80er von Tom Peters (In Search of Excellence), Rosabeth Moss Kanter (When Giants Learn To Dance: The Definitive Guide to Corporate Success) und Richard Pascale (Changing the way we change) als eine wesentliche Quelle für Vorteile im Wettbewerb genannt. Danach wurde es ein wenig still um das Thema bzw. die grundsätzlichen Konzeptinhalte wurden unter anderen Überschriften „vermarket“.

Insoweit steckt zwar viel Relevantes, aber nicht wirklich Neues hinter dem Begriff Agilität. Kurz gesagt ist damit die Fähigkeit einer Organisation gemeint, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative in Zeiten des Wandels und Unsicherheit zu agieren. Dies kennen wir bspw. aus dem Changemanagement (Kotter, Leading Change), der „Lernenden Organisation“ (Senge, Die fünfte Disziplin: Kunst und Praxis der lernenden Organisation) oder der organisationalen Resilienz (Sutcliffe/Weick, Managing the Unexpected oder McCann/Selsky, Mastering Turbulence).

Meine Einschätzung ist, dass Agilität nur eine Facette von dem repräsentiert, was Unternehmen und Institutionen in in einer sogenannten "VUCA-Welt" brauchen. Und das wird eine Überschrift a la "Organisationale Resilienz" sein. Schaun wir mal!

Foto von Hans Habegger
Antwort von Hans Habegger
mc² mittelstand consult, Krombach, Unterfranken

Die Anforderung an Unternehmen, schnell auf Marktveränderungen und damit auch schnell auf Kundenwünsche zu reagieren ist nicht neu. Vor 25 Jahren sagte bereits jemand: "Es wird nur noch zwei Arten von Unternehmen geben: Die scnellen und die toten."

Diese Anforderung wird durch die Schnelligkeit und Dynamik der Veränderungen in letzter Zeit besonders sichtbar. 

So wurde der ursprünglich aus der Entwicklung von Software stammende Begriff der "Agilität" populär. Mit dem Begriff verbunden werden heute neue Organisationstrukturen, neue Methoden, die geegnet erscheinen, dem dynamischen Umfeld gerechter zu werden.

Damit wird auch verbunden die Forderung nach mehr Freiraum für die Mitarbeiter, bis hin zur Forderung nach Abschaffung von Führung.

Neu ist die Idee von mehr Freiraum und Selbststeuerung für Mitarbeiter allerdings auch nicht. 

Mehr Freiraum wurde als Führungsstil bereits vor über 70 Jahren im Führungsstil-Konzept von Kurt Lewin beschrieben, er nannte diesen Führungsstil "Laisser-faire", was leider als "sich nicht um die Mitarbeiter kümmern" missverstanden wurde. 

Auch die heutige Führungstechnik "Führen mit Zielen" (MbO) von Peter Drucker beinhaltete die Idee des Freiraums für die Mitarbeiter, die eigenständig und selbstgesteuert einen Weg zur Erreichung der vereinbarten Ziele suchen dürfen und sollen.

In der Praxis ist daraus ein bürokratisches System entstanden, dass durch eine Vielzahl von Kontrollen, ob der Mitarbeiter auch tatsächlich auf dem richtigen Weg ist, die Idee Selbststeuerung konterkarierte. 

Dazu auch unser Blogbeitrag "Epilog auf eine Managementlehre" 

http://www.mittelstand-consult.de/blog/epilog-auf-eine-management-lehre

 

Fazit: Die Anforderung nach mehr Agilität und mehr Freiraum für die Mitarbeiter ist keineswegs neu. Es wird spannend sein zu sehen, ob und wie schnell die neuen Organisationsformen und Methoden auch wieder zu bürokratischen Hemmschuhen werden.

 

 

Foto von Dr. Frank Lugert
Antwort von Dr. Frank Lugert
Selbstständiger Unternehmensberater, Projekt-/ Interimsmanager und Berater Dr. Frank Lugert Management & Consulting, München

Agilität ist gefordert um entweder den in immer kürzeren Zyklen geänderten Rahmenbedingungen zu begegnen um ein gesetztes Ziel zu erreichen oder aber wenn festzustellen ist, dass bisher eingeschlagene Wege nicht zu eben diesem Ziel führen, weil erfolglos. Agilität ist keinesfalls mit Flexibilität, gleichzustellen was das Abändern der Ziele bedeuten oder ebendiese grundsätzlich in Frage stellen würde. Die Kunst der Agilität ist es frühzeitig zu erkennen, dass sich Rahmenbedingungen und dementsprechend Situationen geändert haben und entsprechende Korrekturen frühzeitig einzuleiten. Agilität ist somit die Notwendigkeit Eigenschaft der einzig Konstanten im Leben, der Veränderung, (erfolgreich) umzugehen.

Nebenbei, vielen Dank für diese wertvolle Frage: Ein gute Inspiration für meinen neuen Blog: http://franklugert.ch/blog/

Foto von Hans-Gunnar Elias
Antwort von Hans-Gunnar Elias
Eberlein, Grebisz & Partner, Detmold

... das Neue ist eigentlich für mich nur, dass vielen bewußt wird, welchen Stellenwert Agilität einnimmt und dass man sie operativ einplanen und sich auch strategisch auf das Thema einstellen muß. - somit erhält Agilität im Gegensatz zu Flexibilität einen nach vorne gerichteten Charakter.

Foto von Carmen Pérez Pies
Antwort von Carmen Pérez Pies
Management Assistentin, Düsseldorf

ganz ehrlich? Ich glaube, das ist ein neues Gewand für eine alte Sache. Früher hieß es Multitasking, Schnelligkeit bei Markteinführung und jetzt eben Agilität. Mit der Anforderung an Agilität wollen die Leute / Arbeitgeber gerne Mitarbeitern signalisieren, dass die Zeiten des "Ich mache den Job seit 30 Jahren / das haben wir immer schon gemacht" vorbei sind. D. h. machen Sie sich bitte klar, dass Sie flexibel auf Änderungen reagieren sollten, Änderungen sind wichtig, Veränderungen sind Leben, alles ist möglich und das ganze Konzept hat ein schönes neues Aufkleberchen, die Agilität. Flexibilität ist schon abgedroschen. Dennoch denke ich, dass es ganz normal ist, veränderungswillig zu sein, ohne gleich "burnout-gefährdet" dem nächsten Trend / dem nächsten Herzinfarkt hinterherzujagen, es gilt also die gute Balance zwischen Veränderung und einer gewissen Stabilität zu finden, damit es einen nicht vor lauter Agilität aus der Kurve trägt.

Foto von Christof Schürmann
Antwort von Christof Schürmann
stv. Ressortleiter WirtschaftsWoche, Düsseldorf

Neu daran ist nur die Formulierung. Sollte man früher "flexibel" sein, wird dies neuerdings als "agil" bezeichnet. In beiden Fällen handelt es sich allerdings um Worthülsen, das heißt, eine nähere Definition, was damit gemeint sein könnte, ist unbedingt geboten.

Foto von Iris Hohmann
Antwort von Iris Hohmann
General Manager Sales System & Support, Troisdorf

Agilität=Flexibilität und Transparenz

Vision und Mission eines Unternehmens, Wissen weitergeben, Fehler offen beprechen, Entscheidungsfreiheit für Mitarbeiter, Lösungen in Teilen anwenden, Kundenorientierte Organisationsstruktur

 

Foto von Dr. Michael Knieß
Antwort von Dr. Michael Knieß
Referatsleiter Wirtschaftsförderung Dr. Michel Knieß, Berlin

Agilität als Ausgangspunkt für einen Vorteil im Wettbewerb  wird oft der Flexibilität gleichgesetzt. Das Neue beim Begriff der Agilität ist die Fähigkeit einer Organisation proaktiv, Zukünftiges vorwegnehmend zu agieren und nicht nur zu reagieren.

Foto von Prof. Dr. Klaus Eckrich
Antwort von Prof. Dr. Klaus Eckrich
Coach + Berater / Dozent CHANGE HOUSE -Führen. Verändern. Wachsen., Erftstadt-Köttingen

Es steckt NICHTS Neues hinter der Anforderung Agilität. Aber das Wort erscheint "sexy", weil es erst seit wenigen Jahren Eingang in die Management-Sprache findet - und von daher als etwas Neues verkauft werden kann.

Der Begriff Agilität bleibt in Publikationen und im beruflichen Sprachgebrauch häufig unscharf und wird plakaktiv verwendet, wenn es um allseits bekanntere (und daher weniger attraktiv erscheindende) Begriffe wie pro-aktiv, flexibel oder engagiert geht. 

Der Begriff reiht sich ein in die Riege von Zauberbegriffen wie "Dezentralisierung" (70er Jahre), "strategisch" (80er)," Kundenorientierung" und  "lean" (90er),  "Wissensmanagement" (00er Jahre) und "scrum" (10er).

Ich sehe derzeit schon den Ablösungsprozess des Magischen von "agil" hin zu "Digitalisierung" und "XY 4.0".

Wer sein Geschäft mit den Begriffen machen und verkaufen will, dem sei dies unbenommen. Wer jedoch kein Geld verlieren will, weil er sich etwas verkaufen lässt, was er nicht wirklich braucht, sollte die Begriffe und die Verwender der Begriffe eingehend auf Substanz hinterfragen.

Foto von Beat Schlumpf
Antwort von Beat Schlumpf
Inhaber GSL Consulting GmbH, Biberist

Die Anforderungen an Agilität sind nicht neu, sondern bereits 2001 wurde von agiler Supply Chain gesprochen. Agilität basiert auf verschiedenen Ebenen (z.B.Markt, Netzwerk, Prozesse, Integration),. Dabei geht es es letztlich meiner Meinung nach um das optimale Zusammenspiel. Daten am Point of Sales zu sammeln ist nichts neues. Diese aber intelligent innerhalb der Supply Chain zu verarbeiten schon. Der Fokus liegt auf "intelligent". Einfacher ausgedrückt: Einen Industrieroboter zu programmieren ist keine Hexerei. Den Gesamtprozess so zu entwicklen, dass unterschiedliche Maschinen (auch unterschiedliche Hersteller, Software), Schnittstellen, Fertigungsverfahren u.s.w. gemeinsam innert kürzester Zeit und in absoluter Qualität  harmonieren und das Optimum generieren,  das ist die grosse Herausforderung und hier fehlen heute auch entsprechend ausgebildete Fachkräfte.

Agilität bedeutet auch, schnell auf veränderte Bedingungen z.B. innerhalb der Supply Chain reagieren zu können. Beispiel wenn ein Rohstoffkunde nicht mehr liefern kann, dann kann ein Ersatzlieferant innert Stunden oder weniger Tage einspringen.

Foto von Judith Farwick
Antwort von Judith Farwick
, Düsseldorf

Agilität ist so alt wie die Evolution, aber ab und zu braucht das Kind offenbar einen neuen Namen. Alter Wein in neuen Schläuchen, werden dazu Einige sagen - dabei wird leider meistens übersehen, dass das Originalzitat genau andersherum lautet: "Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten." Mt 9,17

Ob alter Wein aus neuen Schläuchen besser schmeckt, muss jedeR für sich beurteilen; auf jeden Fall verkauft er sich besser!

 

Foto von Dipl.oec. Klaus Köhler
Antwort von Dipl.oec. Klaus Köhler
, Frechen

Agilität gewinnt Bedeutung in der Organisation von Projekten, in denen verschiedene Unternehmen in einem Gemeinschaftsprojekt zusammenarbeiten (müssen). Eine Synchronisierung von Abläufen, Dokumenten, Policies und Verantwortungen ist meist zu zeitaufwnedig. Es wäre sachlich gesehen extrem unökonomisch, da es sich eben um "einmalige" Joint Ventures handelt. Die agilen Zwischensprints ermöglichen es so, die Anforderungen der Organisationen des Projektes auf der jeweiligen Seite zu erfüllen, aber in dem gemeinsamen Projekt den Fortschritt nicht zu behindern. Die Zwischensprints sind eingebettet in einen Projektplan mit Milestones, targets und Aktivitäten. Allerdings kann man in den Agilen Zeiten relativ informell und kreativ Teams und Arbeitsmethoden festlegen.