Was sind die größten Hürden bei der Digitalisierung von Arbeitsabläufen?

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Antwort von Ive-Marko Harjes
Geschäftsführer Xpuls business solutions gmbh, Bremen
Das ist eine spannende Frage und ich beantworte sie mal aus der Sicht eines Prozessberaters, der auch für Industrie 4.0 und Digitalisierung Unternehmen berät und Projekte durchführt. Ein schlechter Prozess wird durch I4.0 oder Digitalisierung nicht besser. Er wird eher noch schlechter und erst recht teurer. Unser Ansatz ist: Erst der Prozess, dann die Technologie. Wenn ein Prozess von der Prozessidee, den Treibern, den Verantwortlichkeiten und dem Workflow sauber definiert ist und auch ggf. Ersatzprozesse eingerichtet sind (Vertreterregelungen, Sonderabläufe im Krisenfall, etc.), erst dann kann (sollte) man darüber nachdenken, ihn intelligenter, effizienter oder digitaler zu gestalten. Man macht einen Technologie-Research und bewertet die Möglichkeiten (Invest zu Effekt) ... Und dann kann man entscheiden. Eine wesentliche Hürde ist dabei die Technologie - jedoch von der Anwenderseite. Für die Technologie gilt der alte Spruch "...Shi** in, shi** out"... Also, wenn Mist reinkommt, kommt auch Mist raus. Der Anwender muss sich aber am Ende doch wohlfühlen, weil es seinen Prozessbaustein erleichtert!! Und da haben wir bereits ganz interessante Erfahrungen in Projekten sammeln dürfen.
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Antwort von Stephan Mallmann
10minutes AG, Emmelshausen

Zögern stellt die größte Hürde dar. Nur wer entschlossen und zielgerichtet agiert, wird erfolgreich seine Unternehmensabläufe digitalisieren. Im Jahr 2014 (2015) stellt sich nicht mehr die Frage nach der Notwendigkeit der Digitalisierung, sondern nur noch die Frage nach dem »Wann?«. Ist das eigene Unternehmen Vorreiter oder Nachzügler? Wenn die Kunden ein höheres Level an Fortschritt erreicht haben als die eigenen Mitarbeiter, ist die Chance, sich als Innovator zu profilieren, bereits vertan. Kommt ein Außendienstmitarbeiter mit Katalog und Block zum Kunden, der sein Tablet nutzt, ist er schon abgehangen worden. Hinausschieben von Veränderungen beinhaltet das Risiko, falsche Entscheidungen aufgrund veralteter Informationen zu treffen, Entwicklungen zu verschleppen und Zeit und Geld in den Betrieb und die Erhaltung nicht mehr zukunftssicherer Maschinen zu investieren. Inzwischen sind in vielen Bereichen die Werkzeuge für die erfolgreiche Umsetzung ausgereift. Jetzt ist Handeln gefragt. Und Kreativität. Digitalisierung ist Fortschritt! Aber nicht auf ausgetretenen Pfaden. Es gilt eigene Wege zu gehen, die neuen Möglichkeiten auf neue Art und Weise zu nutzen und eigenständig einzusetzen. So kann sich ein Unternehmen als innovativ und zukunftssicher präsentieren und sich vom Mitbewerber absetzen. Nur zu kopieren, was andere schon gemacht haben, reicht nicht aus. Es gilt, sich zwar von anderen Branchen inspirieren zu lassen und dann einen eigenen erfolgreichen Weg zu beschreiten. Digitalisierung muss immer einzigartig sein, um sich weiter zu entwickeln und aus der Masse herauszuragen. Diese Einzigartigkeit ist wichtig, damit das Unternehmen nicht seine Identität verliert. Die Digitalisierungsstrategie muss zur bestehenden Unternehmensstrategie passen. Die Definition der angestrebten Ziele ist daher einer der ersten Schritte. Daraufhin können die Prioritäten gesetzt werden. Welcher Arbeitsschritt wird als erstes modernisiert? Welches Ziel soll erreicht werden? Welches Digitalisierungswerkzeug soll verwendet werden? Und wann? Für jeden dieser Bereiche gibt es Fachleute. Deshalb ist die Auswahl der richtigen Experten eine weitere Klippe, die umschifft werden muss. Es ist unerlässlich sich, das benötigte Wissen extern zu beschaffen. So kann die Erfahrung der Fachleute aus anderen Bereichen in die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens einfließen.

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Antwort von Ruediger Vogel
Experte für Gewinn bringenderes Projektgeschäft vogel&kollegen Unternehmensberater gmbh, Stuttgart

Die größten Hürden bei der Digitalisierung von Arbeitsabläufen sind -insbesondere in der Wissensarbeit- u.a. 1. die Klarheit über den Arbeitsablauf, 2. die für den Ablauf relevanten Bedingungen und Abhängigkeiten, 3. im Ablauf ggfs. unklare Entscheidungsnotwendigkeiten, 4. den Beitrag des Arbeitsablaufs zum Kundenwert

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Antwort von Harold Treysse
Inhaber Treysse, Berlin

Die größten Hürden bei der Digitalisierung sind die Mitarbeiter, die nicht mit "ins Boot geholt wurden".

Wie bei allen anstehenden Änderungen sollten auch die auf die Digitalisierung abzustellenden Arbeitsabläufe mit den Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet werden, um Widerstände bei der Anwendung zu vermeiden.

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