Was muss bei der Einführung eines Produktkonfigurators im online-Shop beachtet werden?

2 Expertenantworten: Foto von Tobias Hauser Foto von Judith Farwick

Antworten:

Foto von Tobias Hauser
Antwort von Tobias Hauser
Geschäftsführer Arrabiata Solutions GmbH, München

Für die Einführung eines Produktkonfigurators gibt es aus meiner Sicht verschiedene Perspektiven, aus denen das Thema betrachtet werden sollte:

1) Geschäftslogik & Daten: Je nach Produkt führt der Konfigurator über eine mehr oder weniger komplexe Logik zu einer Empfehlung für passende Produkte. Hierfür müssen die zugrundeliegenden Daten in gepflegter Form vorliegen. Ein Herzstück hierfür ist eine nachvollziehbare Logik und die entsprechende Automatisierung. Sie sollten also prüfen, ob und woher Sie die Daten und die Logik für den Konfigurator erhalten. Speziell die Analyse von Sonderfällen, z.B. verbotenen oder nicht verfügbaren Konfigurationen ist genau zu analysieren.

2) Technologie: Technisch gesehen ist ein Produktkonfigurator entweder als Teil einer Shopsoftware (üblicherweise als Plugin/Erweiterung) integriert oder wird als separate Lösung dazugekauft/-gemietet. Bei der Integration ist zu beachten, dass das Zusammenspiel von Shopdaten und Konfiguratordaten/-logik optimal funktionieren muss.

3) Usability:  Manchmal wird der Konfigurator als separater, völlig eigenständiger Teil betrachtet. Das ist aus Usability-Sicht auf jeden Fall verkehrt, denn der Konfigurator ist Teil der kompletten User Journey eines Nutzers von der Landing Page bis zum Kauf. Insofern sollte er auch optimal integriert sein. In diesem Sinne wäre der beste Produktkonfigurator der, der mit der Suche quasi verschmilzt. 

4) Messbarkeit: Ein großer Vorteil eines Produktkonfigurators ist, dass die Nutzerreaktionen sich exakt messen lassen. Hier gilt es bei der Einführung darauf zu achten, KPI festzulegen und die Messung auch wirklich zu hinterlegen. Gerade für Abbrüche etc. sollte hier auch eine genaue Funnel-Analyse erfolgen.

 

Passende Publikationen von Tobias Hauser

Cover zu Websites optimieren
1
Foto von Judith Farwick
Antwort von Judith Farwick
Inhaberin Judith S. Farwick, Düsseldorf

Als ich zum ersten Mal bei einem Vortrag über Online-Marketing als Simultandolmetscherin tätig war - irgendwann in den 90ern, als das alles noch ganz neu war -, fiel ein Kernsatz, der noch heute gilt: Ihre Website muss es der Kundschaft so einfach wie möglich machen. Ein in diesem Sinne idealer Produktkonfigurator ist somit das genaue Gegenteil eines behördlichen Formulars.

Lehnen Sie die Gestaltung ästhetisch und funktional an Ihr beliebtestes Produkt an, denn an ihm erkennen Sie, was Ihre Zielgruppe als ansprechend empfindet.

Inhaltlich achten Sie vor allem zwei Dinge: Die Anzahl der angebotenen Optionen und die Reihenfolge, in der die Kategorien aufgeführt werden.

Der Ausspruch "Wer die Wahl hat, hat die Qual" kommt nicht von ungefähr, zu viele Optionen sind kein Service, sondern Stress. Wir sind an das Ampelsystem gewöhnt, aller guten Dinge sind drei: Rot - Gelb - Grün entspricht unseren antrainierten Wahrnehmungs- und Reaktionsmustern, hier können wir uns schnell und ohne Zweifel einordnen. Sollen wir zwischen mehr Varianten wählen, wird es schon anstrengender: Stellen Sie sich vor, unseren Ampeln hätten fünf Farben! Das Spannungsfeld zwischen "oh, da bremse ich lieber schonmal" und "ach, das schaff' ich noch" wäre ebenso unerträglich wie das Hupen. Wenn Ihr Produkt in einer Kategorie deutlich mehr als drei Optionen bietet, kann eine zweite Ebene helfen. Diese hat außerdem den Vorteil, dass ich als Kundin nicht mehr abgelenkt werde durch Optionen, die mich nicht interessieren.

Was die Reihenfolge betrifft, betrachten Sie die Merkmale Ihrer Produkte einfach als Verkaufsargumente. Für sie gilt, wie bei jeder Argumentation, die Regel: Die schwächsten (oder unwichtigsten) Argumente werden in die Mitte gestellt, und

das Beste kommt zum Schluss.