In welchen Bereichen ist KI überlegen und wo hat der Mensch unschlagbare Vorteile?

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Antwort von Michael D. G. Wandt .
Direktor Fördermittelberatung (unter der Marke WABECO Subventionslotse) WABECO Fördermittelberatung BDU Reiskirchen

KI versus HI

Die heute üblichen Neuronalen Netze sollen helfen die Eindeutigkeit bis ins letzte Glied der Betrachtung zu gewährleisten. Hier war der Ansatz, dass man alle unterschiedlichen Kombinationen zurückverfolgen kann und den Ursprung erkennt. Das hat etwas mit Zuverlässigkeit des Systems zu tun.

Bei lernenden Systemen ist der Unterschied zur Input - Rechnung - Output Modellierung der Weg so, dass Input und Output in das Modell (die Berechnung) einfließen und man ein System "bauen will", dass mit jedem Input einen adäquaten Output findet. Das ist hohe Kunst und eine nie endende Aufgabe. Das Problem hier ist das over- oder underfitting. Beim overfitting lernt das System auswändig hat eine schnelle Lösung auf bekannte Fragen mit bekannten Antwort, aber auch nur das. Neue Fragen führen zu irgendwelchen Antworten. Das kennen wir, wenn wir mit Idiom versuchen Adressen ins Navi einzugeben. Spracherkennung ist immer noch voller Fehler.

Um besten kann man den Unterschied KI zu HI erkennen, wenn man sich Bilder anschaut. Um eine Katze zu erkennen, muss das System mindestens fünf Mio. Varianten prüfen um zu sehen, ob unter dem Busch eine Katze sitzt. Wir Menschen sehen das direkt.

Der Vorteil von der sogenannten KI ist derzeit die Entlastung von stupiden Tätigkeiten. Das kann Freiraum für den Menschen schaffen.

Bis eine Sensorik-Aktorik erkennt, ob eine Oberfläche ideal ist, hat der Mensch lange am Glanz gesehen, ob eine Unebenheiten gibt. Komplexe Sensorik kann noch nicht bzw. tut noch nicht in der Zeit und zu den Kosten, die akzeptabel sind.

Maschinen können heute zwischen 12 und 26 Prozent der menschlichen Tätigkeiten in einem bestimmten Produkterstellungsprozess machen.

 

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Antwort von Dr. Leon Tsvasman .
Lecturer & Advisor Bonn

Vor allem kann/soll künstliche Intelligenz, die durch alle Kulturen hinweg sehnsüchtig gepflegte Menschlichkeit/Menschsein ermöglichen, wobei wir uns selbst von Effizienzzwang emanzipieren, weil Rationalität endgültig in die vernetzten KI-Systeme ausgelagert wird.
(Und wie die Henne aus dem Ei, befreit sich der menschliche Subjekt aus seinem jahrtausendalten Logos-Korsett, um... in eine neue, aber „würdigere“ Falle zu gelangen.)

KI ist also bereits jetzt - die Verfügbarkeit entsprechender (statistischer) Daten vorausgesetzt - in allem überlegen, was ausschließlich nach trivialen/rationalen/rationalisierbaren Regel(werke)n z.B. unter höchster Sicherheitserwartung effizient/schnell/umfassend erledigt werden kann - von Steuerung standardisierbarer technischen Abläufe über die vollständige Automatisierung von Routinekommunikation bis hin zur komplexen Verwaltung, Management und sogar Governance etc. Also ziemlich alles, was der Mensch bis jetzt spezialisiert und arbeitsteilig erledigt...
Der Mensch - die Emanzipation ggf. Ausbildung spezifisch menschlicher polymathischer "Genialität" vorausgesetzt - kann alles (besser), was mit seiner kognitiv-heuristisch-kulturellen Orientierungsgewissheit in der Welt zu tun hat: vor allem Leadership, Ethik, Improvisation, Intuition, Kreativität, Kunst, Dichtung, Philosophie, aber auch Liebe, Guru-sein, Lehren, Motivieren, Design Thinking, intuitive Problemlösungen unter heterogenen/nicht-trivialisierbaren Rahmenbedingungen oder jegliches nicht-triviales Denken in u v.m... 

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Antwort von Uwe Weinreich .
Founder Berlin

Ich durfte mich bereits in den achtziger Jahren, während meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität mit Verfahren der künstlichen Intelligenz auseinandersetzen. Seitdem haben sich die Verfahren weiter entwickelt, allerdings nicht so dramatisch wie man glauben könnte. Das was den großen Unterschied ausmacht, ist die heute zur Verfügung stehende Rechenleistung von Computern. Damit werden Maschinen in die Lage versetzt, riesige Datenmengen zu verarbeiten und über eine Vielzahl von Schritten innerhalb kürzester Zeit Muster zu erkennen.

Die Fähigkeit Muster zu erkennen ist eine der herausragenden Eigenschaften von KI. Da kann kein Mensch mithalten. Mittlerweile ist das sogar praxisrelevant. So können zum Beispiel darauf trainierte KIs inzwischen besser und verlässlicher Sprache von den Lippen ablesen als gut trainierte Gehörlose. Gerade diese Fähigkeiten haben in den letzten Jahren zu erschrecken und der Befürchtung geführt, dass wir als Menschen überflüssig werden könnten.

Ich teile diese Befürchtung nicht, auch wenn ich sehe dass bestimmte Aufgaben künftig von einer KI besser, schneller, leichter und perfekter gelöst werden können als von Menschen. Trotz aller Perfektion basiert KI immer noch auf der fast unendlichen Wiederholung von relativ einfachen Prozessen. Für Mustererkennung ist das perfekt, für andere Aufgaben gerät Künstliche Intelligenz schnell an eine Grenze. Trotz aller beeindruckenden Leistungen gibt es bisher keine KI, die in der Lage wäre, das wirklich zu verstehen, was sie macht, was in den Daten steckt und welche Bedeutung die Ergebnisse haben. Es bleibt ein mechanisches Abarbeiten.

Hier beginnt die Domäne des Menschen, die uns sicher noch eine lange Zeit erhalten bleiben wird. Komplexes Verstehen, Einordnung in größere Zusammenhänge, Empathie und Kreativität, die über die bloße Rekombination des Bestehenden hinausgeht, bleiben geistige Leistungen, die bisher keine Maschine leisten kann. Es wird in den nächsten Jahren so sein, dass immer mehr Systeme versuchen, solche Leistungen zu imitieren. Das heißt, das Ergebnis sieht vielleicht ähnlich aus, wie wenn es ein Mensch getan hätte. Dennoch fehlt das komplette Verstehen dessen was dort getan wurde. Und damit fehlt auch die Fähigkeit, aus dem gedanklichen Raum auszubrechen, der von den verarbeiteten Daten umschrieben wird. Kurz: KI ist nicht in der Lage zu Paradigmenwechseln. Die Relativitätstheorie hätte sie nie entwickelt und auch auf die Idee, einen gerissenen Keilriemen mit einem Nylonstrumpf zu ersetzen, käme sie nie, wenn "Nylonstrumpf" und seine Eigenschaften und das Verfahren "Knoten" nicht irgendwo im Automobildatensatz bereits vorhanden sind.

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